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Kita-Ausbau: Mehr als 1700 Kita-Plätze geplant

Zuletzt geändert: 05.06.2019 13:02:41 CEDT

Die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf frühkindliche Bildung und Betreuung stellt auch knapp sechs Jahre nach dessen Einführung eine der größten Herausforderungen der Kommunen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe dar. Die Stadt geht nach einer Elternbefragung im gesamten Stadtgebiet mittlerweile von einer erforderlichen Versorgungsquote von 46 Prozent im Bereich der unter Dreijährigen aus und von einer 100-prozentigen Quote bei den Drei- bis Sechsjährigen. Um diesen immensen Bedarfen zu begegnen, haben der Unterausschuss Ausbau der Kindertagesbetreuung in Kindertageseinrichtungen (Kitas) sowie der Jugendhilfeausschuss in ihren jüngsten Sitzungen dem Rat der Stadt empfohlen, den neuen „Kita-Ausbauplan IIc" der Verwaltung zu beschließen. Die Erweiterung des bereits bestehenden Ausbauplans sieht vor, in den kommenden Jahren insgesamt 49 neue Kita-Gruppen mit einem Kostenaufwand von rund 54 Millionen Euro - davon 22 Millionen Euro Fördergelder - zu schaffen.

Ausbau der Kindertagesstätten

Seit 2010 hat die Stadt Krefeld im Rahmen des Ausbaus der Kindertagesbetreuung acht neue Kitas gebaut, viele bestehende Kitas für die Betreuung der unter Dreijährigen ertüchtigt und damit knapp 1200 zusätzliche Kita-Plätze geschaffen. Hinzu kommen 600 neue Plätze in der Kindertagespflege. Die aktuell vorliegenden Zahlen belegen, dass zum jetzigen Zeitpunkt rund 1660 weitere Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden müssen, davon über 700 für die unter Dreijährigen und knapp 960 für die über Dreijährigen. „Krefeld wächst - zum einen durch Zuzüge und Migration, zum anderen aufgrund der ansteigenden Geburtenrate", nennt Beigeordneter Markus Schön einen der Gründe, warum die zuletzt in 2015 errechneten Versorgungsquoten von ursprünglich 40 Prozent im U3-Bereich und 96 Prozent im Ü3-Bereich nun nicht mehr zu halten sind. Gleichzeitig steige der Betreuungsbedarf gesellschaftlich wie auch politisch bedingt, da der Wunsch nach einer immer besser werdenden Vereinbarkeit von Familie und Beruf größer werde, so Schön.

Zwei Betreuer spielen mit einer Gruppe Kita-Kinder. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Zwei Betreuer spielen mit einer Gruppe Kita-Kinder.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Trotz aller bisherigen Bemühungen muss die Stadt Krefeld deshalb im Kita-Jahr 2024/2025 von über 1700 fehlenden Betreuungsplätzen ausgehen. Mit dem vorgelegten Stufenplan IIc will sie den Ausbau von Betreuungsplätzen weiter vorantreiben. „Und das so schnell wie möglich", sagt Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe, als sie die zukünftigen Herausforderungen beschreibt. In einem nächsten Schritt stehen die noch im vorhergehenden Stufenplan IIb aufgeführten Kita-Neubauprojekte mit insgesamt 360 Kita-Plätzen (Appellweg, Cäcilienstraße, Randstraße, Emil-Schäfer-Straße und Neuer Weg) auf der Agenda der Stadt. Drei weitere Investoren-Projekte - Kaserne Kempener Allee, Kanesdyk und Wiesenhof - sind mit 220 Plätzen in der Jugendhilfeplanung vorgesehen.

Es wird immer schwieriger, geeignete Grundstücke zu finden

Der neue Stufenplan IIc sieht innerhalb von drei Jahren die Schaffung von rund 330 belegten Plätzen in der Kindertagespflege vor. Für die Schaffung der geplanten zusätzlichen 49 Kita-Gruppen muss die Stadt den Neubau von circa elf großen Kitas realisieren. Konkrete Vorschläge gibt es hier bereits für sechs neue Einrichtungen mit insgesamt 31 Gruppen an der Dürerstraße, dem Weideröschenweg, Hofstraße und Schwertstraße sowie auf zwei Grundstücken in Fischeln Süd-West und Gellep-Stratum. Für den Bau weiterer Kitas mit insgesamt 18 Gruppen ist die Stadt auf der Suche nach zusätzlichem Bauland. „Es wird immer schwieriger, geeignete Grundstücke zu finden", sagt Schön. Er appelliert an Eigentümer von Flächen in allgemeinen Wohngebieten oder Mischgebieten, der Stadt möglicherweise in Frage kommende Grundstücke anzubieten.