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Das Kommunale Integrationszentrum sucht Freiwillige

Zuletzt geändert: 15.10.2019 16:32:04 CEDT

Mit ehrenamtlicher Unterstützung organisiert das Kommunale Integrationszentrum (KI) Angebote, um die Sprachkenntnisse bei Zuwandererkindern zu fördern. Zurzeit sind etwa 36 ehrenamtliche Frauen und Männer aktiv, weitere werden gesucht. Im Vordergrund stehen dabei sowohl das Projekt „SmiLe" (Spracherwerb mit individuellem Lernerfolg) - dabei geht es um die Patenschaft für Grundschulkinder und jüngere Teenager - als auch das Projekt „ToF" (Themenorientierte Förderung), das sich am Schulstoff orientiert. Bei letzterem geht es neben der Einzelbetreuung auch um die Förderung in der Gruppe. „Wofür sich der Einzelne entscheidet, kann im Gespräch herausgefunden werden. Maßgeblich ist der Wunsch der Interessenten", erläutert Sozialarbeiterin Claudia Mevissen vom KI.

Für alle am Smile-Projekt Interessierten gibt es im Vorfeld vier Workshops mit Hintergrundwissen. „Für ein Jahr sollte man sich schon verpflichten wollen, sonst ist der organisatorische Aufwand zu hoch", sagt Mevissen. Während der Zeit gibt es noch weitere Treffen - zum Austausch mit anderen Paten und auch für fachlichen Input. Die Termine für die nächsten Einführungsworkshops stehen schon: Im November werden die Ehrenamtler am 7., 11., 14. und 21. jeweils nachmittags für drei Stunden kostenfrei geschult. Interessierte melden sich bei Claudia Mevissen unter Telefon 0 21 51 / 86 28 13 oder per E-Mail an claudia.mevissen@krefeld.de.

Auch Malen gehört zum spielerischen Deutschlernen dazu - die Werke der Patenkinder präsentieren (von links nach rechts.): Franz von Thenen,  Ute Hermanns-Küsters sowie Claudia Mevissen vom Kommunalen Integrationszentrum Foto: Stadt Krefeld, KI
Auch Malen gehört zum spielerischen Deutschlernen dazu - die Werke der Patenkinder präsentieren (von links nach rechts.): Franz von Thenen, Ute Hermanns-Küsters sowie Claudia Mevissen vom Kommunalen Integrationszentrum
Foto: Stadt Krefeld, KI

Erfahrungsberichte von Ehrenämtern

Dass sich die Sache lohnt, da sind sich Ute Hermanns-Küsters und Franz von Thenen einig. Beide unterstützen ehrenamtlich das Projekt „Smile" und betreuen einmal wöchentlich für eine Schulstunde ein Schulkind mit Zuwanderungsgeschichte, um dessen Deutschkenntnisse zu verbessern. „Offen gesagt hatte ich etwas gesucht, was sinnvoll ist - aber mich zeitlich nicht zu sehr beansprucht", erzählt Franz von Thenen, der mittlerweile pensioniert ist und vorher als Psychotherapeut gearbeitet hat. Eine spezielle berufliche Qualifikation ist nicht erforderlich, wohl aber ein Zugang zu Kindern und Offenheit anderen Kulturen gegenüber. Ein Lehrplan spielt keine Rolle, es geht allein um den spielerischen Zugang zur Sprache. Der Pensionär durfte im Vorfeld in der Klasse hospitieren und sich anschauen, ob er sich die Arbeit mit dem Jungen vorstellen konnte. Er konnte - und ging dann während der Betreuungsstunde mit dem Jungen in der Buchenschule jeweils in einen ruhigen Raum. „Ich habe eine Spiele-App zum Deutschlernen heruntergeladen - in der Sprache meines Schützlings". Dabei habe er manchmal „alt ausgesehen", da er die andere Sprache nicht beherrscht, berichtet er schmunzelnd.

Ute Hermanns-Küsters hat schon Erfahrung in Sachen „Interkulturelles Engagement": Seit Jahren kümmert sich die Familie um ein Patenkind, mittlerweile erwachsen, aus Nigeria. Die Theaterangestellte ist hauptberuflich dafür da, es den Gästen während der Vorstellung als Servicekraft möglichst angenehm zu machen - alles Organisatorische rund um den Besuch soll „fluppen". Diese Haltung überträgt sie auch auf das Ehrenamt: Der „Wohlfühlmoment" bei den Kindern steht für die vierfache Mutter im Vordergrund. So nutzt sie gerne Materialien aus der Maria-Montessori-Pädagogik, etwa, um die Jahreszeiten und Einteilung in Monate, Wochen und Tage näherzubringen. Dass die Schulleiter und Sozialarbeiter der betreffenden Primarschulen das Engagement positiv unterstützen, helfe ungemein, sagt sie.