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Jugendbeirat, Mobifant und Schulen kooperieren bei U18-Wahl

Veröffentlicht am: 13.09.2021

Umringt von vielen Schülern steht ein Lastenfahrrad mit einem riesigen blauen Anhänger aus Holz auf dem Schulhof der Erich-Kästner-Schule. Auf der einen Seite prangen die Logos aller an der diesjährigen Bundestagswahl beteiligten Parteien. Die Jungen und Mädchen der Förderschule an der Inrather Straße freuen sich auf die bevorstehende U18-Wahl in der kommenden Woche. Hier soll das von ihnen unter Anleitung von Thomas Jansen, Leiter der Spielaktion Mobifant, selbst gebaute und gestaltete Wahlmobil zum Einsatz kommen. Im Vorfeld der Bundestagswahl am 26. September können bei der bundesweit organisierten U18-Wahl auch in Krefeld alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ihre Erst- und Zweitstimme abgeben. Die Ergebnisse werden an eine Wahlzentrale übermittelt und anschließend das bundesweite Endergebnis veröffentlicht. Die Krefelder Jugendeinrichtungen und der Jugendbeirat sowie verschiedene Schulen unterstützen das Projekt, indem sie von Sonntag, 13., bis Freitag, 17. September im ganzen Stadtgebiet Wahllokale einrichten und verschiedene Veranstaltungen zum Thema U18-Wahl organisieren.

Wahlmobil ist als mobile Wahlurne an verschiedenen Krefelder Schulen im Einsatz

„In den vergangenen drei Wochen haben wir mit den Schülerinnen und Schülern viel über Wahlen und Demokratie gesprochen. Dazu gehört, dass sie erfahren, wie man sich über die an der Bundestagswahl teilnehmenden Parteien informiert", erklärt Thomas Jansen. Hierzu stellt er den Schülern auch zwei Tablets mit den entsprechenden Infos zur Verfügung. „Parallel dazu haben wir handwerklich gearbeitet", sagt Jansen. Entstanden ist dabei das Wahlmobil, das als mobile Wahlurne in der Woche der U18-Wahl an verschiedenen Krefelder Schulen im Einsatz ist: am Montag an der Maria-Montessori-Gesamtschule, am Dienstag an der Erich-Kästner-Schule, Mittwoch an der Marienschule und Donnerstag am Gymnasium am Moltkeplatz. Die zehn- bis 17-Jährigen Schüler können dann mit Mustern der originalen Krefelder Stimmzettel ihre Stimme im Wahlmobil abgeben. Am Ende des jeweiligen Tages zählen Mitglieder des Jugendbeirats die Stimmen aus. Die Ergebnisse werden an eine Wahlzentrale übermittelt, die das bundesweite Endergebnis veröffentlicht unter www.u18.org. Auf dieser Seite sind auch alle anderen beteiligten Krefelder Schulen und die Jugendeinrichtungen zu finden, die vom 13. bis 17. September zur U18-Wahl einladen.

Interesse ist groß

Als engagierter Koordinator der Krefelder U18-Wahl ist Jürgen Weiland seit mehreren Wochen in den Schulen unterwegs. Der Leiter des Jugendzentrums Fischeln erklärt in den Klassen, wie Demokratie funktioniert und wirbt für die Wahl. „Das Interesse ist groß", berichtet er, „alleine in NRW gibt es deshalb 170 Wahllokale mehr als bei der vergangenen Wahl. Und das ist gut so, denn wir wollen möglichst viele Kinder und Jugendliche frühzeitig und dauerhaft für Politik begeistern und ihr Engagement fördern". Dass das in der Erich-Kästner-Schule schon funktioniert hat, zeigt die Geschichte von Emma (16). Die Schülerin der Abschlussklasse berichtet, dass sie mit ihrer Mutter lebhaft diskutiert hat, weil diese nicht wählen wollte. Letztendlich habe sie sie überzeugen können, doch bei der Bundestagswahl ihr Stimme abzugeben. „Wer nicht wählt, darf sich anschließend nicht über die Politik beschweren", bekräftigt die Schülerin. Jörg Geelen, Leiter der Erich-Kästner-Schule, freut sich über das Engagement seiner Schüler: „Das ist ein tolles Angebot für Jugendliche, die nicht in Strukturen groß werden, in denen man über Demokratieverständnis spricht", sagt er.

Für den fünften Tag der U18-Wahlwoche, Freitag, 17. September, organisiert der städtische Jugendbeirat gemeinsam mit dem Ring politischer Jugend eine Podiumsdiskussion in der Kufa mit Krefelder Bundestagskandidaten. Schüler der weiterführenden Schulen sollen hier auch Gelegenheit erhalten, mit den Politikern über jugendpolitische Themen zu diskutieren.