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2019-03-25: Jüdische Kulturtage: GKK-Künstler stellen aus

Zuletzt geändert: 11.04.2019 11:12:04 CEDT

Die Gemeinschaft Krefelder Künstler (GKK) zeigt anlässlich der Jüdischen Kulturtage 2019 in den Räumen der Jüdischen Gemeinde an der Wiedstraße die Ausstellung „Zuhause - Jüdisch. Heute Hier". Neun Künstler präsentieren dort Bilder, Zeichnungen und Installationen, die aktuell und im vergangenen Jahr entstanden sind. „Sie haben ihren ganz persönlichen Zugang zum diesjährigen Thema Zuhause formuliert, entsprechend vielschichtige und ungewöhnliche Realisationen sind bei dieser Recherche herausgekommen", so GKK-Vorsitzende Christine Prause. Zeitgleich werden von diesen Künstlern auch grafische Blätter unter dem Titel „Blickwechsel" beim GKK an der St.-Anton-Straße 90 ausgestellt.

Von links: Czaja Brastz, Edith E Stefelmanns, Georg Opdenberg, Annette Baltzer, Claudia Reich, Peter M. Hasse, Petra Wittka.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Von links: Czaja Brastz, Edith E Stefelmanns, Georg Opdenberg, Annette Baltzer, Claudia
Reich, Peter M. Hasse, Petra Wittka.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die Künstler und ihre Werke

Polizei, Absperrgitter und Flatterband - dieser Eindruck rund um die Neue Synagoge an der Oranienburger Straße in Berlin hat sich bei Claudia Reich tief festgesetzt. „Es sollte nicht notwendig sein, einen anderen Glauben zu sichern", sagt die Künstlerin, die mit zwei Arbeiten vertreten ist: Eine Collage aus rot-weißem Flatterband und die Fotografie des koscheren Beth Café an der nicht weit von der Neuen Synagoge entfernten Tucholskystraße, das mit Absperrgittern und Ketten vom öffentlichen Raum getrennt wird. In einem unter der Aufnahme geschrieben Text fasste sie ihre Gedanken und Wahrnehmung zusammen, unter anderem: „Ein Leben im Spannungsfeld zwischen den Wurzeln im alten Glauben und dem Hier und Jetzt".

Als Georg Opdenberg von dem Ausstellungsthema erfuhr, hatte er sofort in Bild vor seinem inneren Auge: Heimat und Zuhause. Dieses Gefühl sei für ihn immer noch mit dem Samstagnachmittag verbunden. „Wenn die Arbeit der Woche getan und die ganze Familie sich am Küchentisch zusammen fand. Es gab wie immer den selbstgebackenen Hefezopf und meist wurde auch eine Kerze angezündet. Dieses Bild stand mir für den Sabbat-Tisch vor Augen", so Opdenberg. Für die Ausstellung schuf er eine Holzinstallation: Ein Tisch mit Brot, Kerzen, einer Flasche und weiteren Objekten.

Im Foyer der Jüdischen Gemeinde steht auch die Installation „Das goldene Licht" von Czaja Braatz, die sich auf die schwarz-rot-goldene Nationalflagge bezieht. Jede der drei Schalen ist mit assoziationsträchtigen Materialien gefüllt, wie Erde (Mutter Erde, Vaterland, Mutterboden), Glas (Reichtum, Glanz, Verletzung, Massel tow) und Papierröllchen (Schriftrolle, Literatur, Kultur, Bildung). Die kleinen Schriftrollen beinhalten hebräische oder jiddische Begriffe und Redewendungen, die ins Deutsche übernommen wurden. Was Deutschsprachige als „Hals- und Beinbruch" verstanden haben, bedeutete in Wirklichkeit „Glück oder Erfolg und Segen" auf Jiddisch.

Kleine Schriftrollen die hebräische oder jiddische Begriffe und Redewendungen beinhalten. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Kleine Schriftrollen die hebräische oder jiddische Begriffe und Redewendungen beinhalten.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Informationen zur Ausstelung

An der Ausstellung in den Räumen der Jüdischen Gemeinde an der Wiedstraße 17 beteiligen sich ferner Annette Baltzer, Anna von Borstel, Janice Orth, Peter M. Hasse, Edith E. Stefelmanns sowie Petra Wittka. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr. Es wird empfohlen, einen Personalausweis mitzuführen. Die Ausstellung endet am 14. April. Der Eintritt ist kostenfrei.

Informationen zu den Jüdischen Kulturtagen

Zum fünften Mal dreht sich bei den Jüdischen Kulturtagen alles um die jüdischen Impulse in der zeitgenössischen Kultur in der Rhein-Ruhr-Region. Begegnungen, Ausstellungen, Lesungen und Konzerte zeigen vom 28. März bis 14. April: Hier und heute findet jüdisches Leben statt. In Krefeld wird es elf Veranstaltungen zGesamtmotto „Von a(ngekommen) bis zuhause - das volle Programm" geben.