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„Interaktive Erfahrungsräume“ in den Krefelder Bauhaus-Villen

Veröffentlicht am: 13.05.2022

Die Ausstellung mit Arbeiten von Julio Le Parc in Haus Lange und im Kaiser-Wilhelm-Museum. Foto: Stadt Krefeld, Presse und KommunikationDie Ausstellung mit Arbeiten von Julio Le Parc in Haus Lange und im Kaiser-Wilhelm-Museum.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Adolf Luther trifft ab 15. Mai auf Julio Le Parc in den Kunstmuseen

Die Kunstmuseen Krefeld zeigen ab Sonntag, 15. Mai, die Ausstellung „Interaktive Erfahrungsräume". In den Bauhaus-Villen an der Wilhelmshofallee stehen die Künstler Adolf Luther und Julio Le Parc in Dialog. Im Kaiser-Wilhelm-Museum setzt sich die Schau mit einer Präsentation Le Parcs großformatigen Gemälden und den raumgreifenden Lichtinstallationen fort. Mit seiner ersten großen institutionellen Einzelausstellung in Deutschland seit 1972 entdecken die Kunstmuseen Krefeld Le Parc wieder. „Beiden Künstlern gelingt es, die Grenzen zwischen Kunst und Betrachtern aufzubrechen, indem sie aktive Partizipation fordern und die subjektive Wahrnehmung maßgeblicher Bestandteil der Werke ist", so Katia Baudin, Museumsleiterin und Kuratorin der Le Parc-Ausstellung. Die Luther-Ausstellung wird kuratiert von ihr zusammen mit Co-Kuratorin Dr. Magdalena Broska, der wissenschaftlichen Leiterin der Adolf-Luther-Stiftung Krefeld.

Ein Ausstellungsdialog zwischen Haus Lange und Haus Esters

In einem Ausstellungsdialog zwischen Haus Lange und Haus Esters treffen unter dem Leitmotiv „Interaktive Erfahrungsräume" zwei visionäre Positionen der kinetischen Kunst der 1960er-Jahre aus zwei Kontinenten aufeinander: Mit Luther (1912, Uerdingen - 1990, Krefeld) und dem französisch-argentinischen Le Parc, Jahrgang 1928, wird die Kunst der geometrischen Abstraktion im Raum als internationales Phänomen präsentiert, deutsche Kunstgeschichte um französische ergänzt. Im Fokus beider Ausstellungen steht der Einbezug der Besucher. „Durch die interaktiven Ausstellungen von Luther und Le Parc werden die ehemaligen Wohnhäuser Haus Lange und Haus Esters wieder ein lebendiger Ort der Begegnung. Die Kunstwerke werfen zudem hochaktuelle Themen, wie das Spektakel, Demokratie der Kunst, Subjektivität und Wahrnehmung bis hin zum virtuellen Raum auf", so Baudin. Die Würdigung der wegweisenden Arbeit des als Jurist ausgebildeten künstlerischen Autodidakten Adolf Luther in seiner Heimatstadt und in den für ihn wichtigen Mies van der Rohe Häusern war der Ausgangspunkt des Ausstellungsduos. Le Parc nimmt mit seinem Schaffen im Feld der kinetischen, installativen Kunst eine Vorreiter-Rolle in der Aktualisierung der konkreten Kunst seit den 1960er-Jahren ein, ist einer der bedeutendsten Künstler Frankreichs und stellte schon früh in seiner Karriere im Rheinland aus.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Julio Le Parc in Haus Lange und im Kaiser-Wilhelm-Museum. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Ausstellung mit Arbeiten von Julio Le Parc in Haus Lange und im Kaiser-Wilhelm-Museum.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Vermittlungsprogramm mit unterschiedlichen Formaten

Zu beiden Ausstellungen wird ein umfangreiches Vermittlungsprogramm angeboten, das neben klassischen Formaten auf aktive und fächerübergreifende Elemente setzt: Von Führungen mit Spezialisten aus den Bereichen Physik, Elektrotechnik und Informatik über einen deutsch-französischen Dialog mit der Partnerstadt Krefelds Dünkirchen bis hin zu der Initiierung eines Jugendprojekts unter dem Motto „Open Space" und vieles mehr. Anlässlich der zwei Ausstellungen werden Kataloge in deutscher und englischer Sprache erscheinen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben kostenfreien Eintritt in die Krefelder Museen. Weitere Informationen stehen unter www.kunstmuseenkrefeld.de. Am Internationalen Museumstag, 15. Mai, ist der Eintritt in die Museen für alle kostenfrei.