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Integriertes Klimaschutzkonzept „Krefeld Klima 2030" vorgestellt

Zuletzt geändert: 20.05.2020 17:04:45 CEDT

Das integrierte Klimaschutzkonzept „Krefeld Klima 2030" haben der Beigeordnete Marcus Beyer und André Wilk vom Gutachterbüro Wertsicht vorgestellt, das die Konzeption erstellte. „Ziel ist es, dauerhaft den Klimaschutz in Krefeld zu verankern. Die Klimaneutralität soll 2050 erreicht werden", so Beyer. Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept sollen insbesondere Maßnahmen zu einer Reduzierung von Treibhausgasen und zur Steigerung der Energieeffizienz identifiziert und konkretisiert werden. So soll auch in Krefeld ein Beitrag zur Minderung der Erderwärmung und zur Ressourceneffizienz durch Energieeinsparung geleistet werden. Es steht jetzt noch eine Entscheidung des Rates aus, um das vorliegende Papier umsetzen zu können. Damit soll dann auch eine Förderung für Personalstellen ermöglicht werden.

„Der größte Verursacher von Treibhausgasen in Krefeld ist die Wirtschaft", stellte Wilk fest. Dann folgen die privaten Haushalte und der Verkehr. Für die Ist-Analyse und die weiteren Prognosen gelten die Werte aus dem sogenannten Basisjahr 2017, in dem jeder Krefelder für den Ausstoß von neun Tonnen Kohlendioxid verantwortlich ist (Gesamtstadt: 2,15 Millionen Tonnen). Der bundesweite Durchschnitt beträgt 9,1 Tonnen. Den größten Anteil in Krefeld nimmt dabei die Produktion von Wärme ein - gefolgt von Strom und Mobilität. Für eine Reduzierung des Treibhausgases empfiehlt Wertsicht insgesamt 108 Maßnahmen, von denen 64 priorisiert werden. Dazu zählt unter anderem die „Stadt der kurzen Wege", welche eine bessere Erschließung des Nahbereichs für Einkauf, Versorgung und Freizeit vorsieht. Auch der Einsatz von „City-Hubs" wird vorgeschlagen, dabei fahren Lkw zentrale Punkte zur Umverteilung von Waren auf kleinere Einheiten für den innerstädtischen Verkehr an.

Die angestrebte Klimaneutralität bedeutet, dass im Jahr 2050 nur noch zwei Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner und Jahr anfallen, die durch die Natur selbst verarbeiten werden können. Auf dem Weg dorthin skizziert das Gutachterbüro zwei Szenarien eines Zwischenziels: Bei „2030 Trend" erfolgte eine Reduzierung um 16 Prozent, bei „2030 Aktiv" werden weitere Maßnahmen durch die Stadt aktiviert, um eine Senkung um 35 Prozent zu erzielen, also auf 5,85 Tonnen pro Einwohner. Um diesen Wert zu erreichen, wird unter anderem der Ersatz von Ölheizungen durch Erdgas und Biomasse sowie andere erneuerbare Energien vorgeschlagen. Zur Kontrolle, Weiterführungen von Projekten und als Ansprechpartner für die Politik, Wirtschaft und Bürger sollen zwei Stellen für ein Klimamanagement eingerichtet werden. Zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes bis 2025 schätzt Wertsicht ein Kostenvolumen von rund 22 Millionen Euro.