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Initiative „Kommunales Know-how für Nahost" in Krefeld

Zuletzt geändert: 28.01.2019 08:13:31 CET

Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat die Initiative „Kommunales" ins Leben gerufen. Sie ermöglicht geflüchteten Syrern eine Qualifizierung, die sie auf eine Mitwirkung am zukünftigen Wiederaufbau kommunaler Strukturen in Syrien vorbereitet. Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Dr. Tagrid Yousef, hat die Initiative nach Krefeld geholt. Seit Mitte November des vergangenen Jahres absolvieren acht Männer und Frauen in der Stadtverwaltung ein einjähriges Praktikum. In enger Kooperation mit Dr. Yousef stellen verschiedene Fachbereiche ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Verfügung: Stadtmarketing, Kulturbüro, Volkshochschule, die Bereich Soziales, Senioren und Wohnen, Migration und Integration, Zentrales Gebäudemanagement, Bauaufsicht sowie Vermessungs- und Katasterwesen.

Alle sprechen ein gut verständliches Deutsch

Den neuen Praktikanten ist vieles gemeinsam: Geflohen aus Syrien sind sie alle erst vor wenigen Jahren nach Deutschland gekommen, haben eine hochqualifizierte Ausbildung vorzuweisen und sprechen ein gut verständliches Deutsch. Bis auf eine Praktikantin sehen sie in Deutschland ihre neue Heimat und wollen nicht nach Syrien zurückkehren. In dem Praktikum sehen die meisten eine Möglichkeit, den Einstieg in einen Beruf in Deutschland zu finden, aber auch eine Chance, ihre Kenntnisse über die verschiedenen Verwaltungsabläufe nach dem Krieg in Syrien als Entwicklungshelfer vor Ort weiterzugeben.

Klassische Win-Win-Situation

Die ausgewählten Modellkommunen für die Initiative „Kommunales Know-how für Nahost" sind neben Krefeld als größte Kommune, die Gemeinde Beverstedt, die Städte Darmstadt und Maintal sowie die Landkreise Donau-Ries, Gießen und Hameln-Pyrmont. Das Projekt soll in diesem Jahr für weitere Kommunen geöffnet werden. Beigeordneter Markus Schön ist dankbar, dass das Kommunale Integrationszentrum es geschafft hat, das Projekt nach Krefeld zu holen: „Es ist wichtig, dass man Integration umsetzt und vor allem als kommunaler Arbeitgeber fördert", sagte er. Zudem handele es sich bei dem Projekt um eine klassische Win-Win-Situation. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sehe er hier eine Riesenchance nicht nur für die Praktikanten, sondern auch für die Verwaltung, so Schön.