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Beratungsstelle erhält erstmals Zertifikat

Zuletzt geändert: 28.01.2020 12:33:14 CET

Die Beratungsstelle für HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) und STI (sexuell übertragbare Infektionen) im Fachbereich Gesundheit hat erstmals ein Zertifikat erhalten. „Dadurch haben wir die Bestätigung, dass unsere HIV-Schnelltests ordnungsgemäß durchgeführt und die Ergebnisse korrekt interpretiert werden", sagt Oliver Winkelmann, HIV/Aids-Koordinator der Stadt Krefeld. Das ein Jahr lang gültige Zertifikat ist Ergebnis einer Untersuchung gemäß einer Richtlinie der Bundessärztekammer, um die Qualität der Tests zu gewährleisten. HIV-Schnelltests können im Fachbereich Gesundheit und bei der AIDS-Hilfe Krefeld durchgeführt werden. Neben dem Schnelltest, der zwölf Wochen nach Risikokontakt innerhalb von 30 Minuten ausgewertet werden kann, wird auch ein Labortest durchgeführt. Bei ihm liegt sechs Wochen nach Risikokontakt ein Ergebnis in der Regel nach zwei Tagen vor.

Der HIV/Aids-Koordinator der Stadt Krefeld Oliver Winkelmann mit dem Zertifikat. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Der HIV/Aids-Koordinator der Stadt Krefeld Oliver Winkelmann mit dem Zertifikat.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

In seiner Fuktion als Aids-Koordinator befasst sich Winkelmann nicht nur mit HIV/Aids, sondern mit allen Geschlechtskrankheiten. So ist es beim Labortest auch möglich, gleichzeitig auf Syphilis zu testen. Im zweiten Halbjahr 2019 wurden so zum Beispiel zwei Fälle als Zufallsbefund entdeckt. Neben der Blutuntersuchung können auch Selbstabstriche auf Chlamydien und Tripper durchgeführt werden. Im zweiten Halbjahr 2019 waren 18 Prozent der durchgeführten Chlamydien-Untersuchungen positiv, zwei Fälle von Tripper wurden festgestellt.

Laut Winkelmann rechnet ein Großteil der Experten in Zukunft mit einem Anstieg sexuell übertragbarer Infektionen, gerade im Bereich der Männer, die sexuellen Kontakt mit Männern haben, und bei Benutzern die eine vorbeugende HIV-Medikation einnehmen. Zugelassen ist die sogenannte HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe in Verbindung mit einem Kondom, auf welches aber in der Regel verzichtet wird. Schon zu Beginn der Prophylaxe als Kassenleistung zeichnen sich steigende Zahlen anderer sexuell übertragbaren Infektionen ab, so Winkelmann. Ob sich dieser Trend fortsetzt oder, aufgrund engmaschiger Kontrollen und Frühdiagnosen zurückgeht, bleibt abzuwarten. „Das sicherste ‚Verkehrsmittel' ist und bleibt daher das Kondom. Chlamydien, Tripper und Syphilis lassen sich zwar gut mit Antibiotika behandeln, dafür muss die Infektion aber bekannt sein. Zudem dürfen die Erreger nicht resistent sein, was immer häufiger vorkommt", sagt Winkelmann.

Informationen und Beratung gibt es in der HIV- und STI-Beratungsstelle des Fachbereichs Gesundheit, Zimmer 1.22, Gartenstraße 30-32. Aids-Koordinator Oliver Winkelmann ist auch unter Telefon 02151 863524 oder per E-Mail an oliver.winkelmann@krefeld.de erreichbar.