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Hansheinz Hauser ist im Alter von 97 Jahren gestorben

Zuletzt geändert: 14.05.2020 17:50:58 CEDT

Der ehemalige Krefelder Oberbürgermeister Hansheinz Hauser ist im Alter von 97 Jahren gestorben. „Hansheinz Hauser hat eine Qualität verkörpert, die für jeden Menschen und besonders für jeden Politiker sehr wertvoll ist: Er war glaubwürdig. Das galt für den unermüdlichen Einsatz im Sinne seiner Heimatstadt Krefeld und für sein bundesweites Engagement hinsichtlich der Belange des Mittelstands, aber auch für den generellen Umgang mit seinen Mitmenschen. Die Krefelderinnen und Krefelder haben Hansheinz Hauser, der allein 14 Jahre Oberbürgermeister war, unglaublich viel zu verdanken. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Er verfügte Trauerbeflaggung am Krefelder Rathaus.

Hauser, Meyer, Kathstede und Scholten bei der Verabschiedung von Herrn Kathstede am 30.10.2015.
Hansheinz Hauser, Frank Meyer und Venlos Bürgermeister Scholten bei der Verabschiedung von Gregor Kathstede im Jahr 2015.

Das Amt des Oberbürgermeisters bekleidete Hauser vom 31. Mai 1968 bis 14. Januar 1982. Von 1964 bis 1999 war er Mitglied im Rat der Stadt Krefeld. Von 1958 bis 1972 gehörte Hauser dem Nordrhein-Westfälischen Landtag an, von 1972 bis 1990 dem Deutschen Bundestag und dort auch dem Wirtschaftsausschuss. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war er von 1982 bis 1990. Von 1968 bis 1985 war er Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Städtetags und von 1974 bis 1976 Vorsitzender des Städtetags Nordrhein-Westfalen sowie von 1975 bis 1982 Vizepräsident des Deutschen Städtetages.

Wahlkundgebungen 1976 auf dem Theaterplatz: CDU-Vorsitzender Helmut Kohl und Oberbürgermeister Heinzhans Hauser. Foto. Stadtarchiv Krefeld
Wahlkundgebung 1976 auf dem Theaterplatz: CDU-Vorsitzender Helmut Kohl und Oberbürgermeister Heinzhans Hauser. Foto. Stadtarchiv Krefeld

Parteipolitisch war Hansheinz Hauser seit 1949 in der CDU aktiv. Von 1951 bis 1956 war er Kreisvorsitzender der Jungen Union Krefeld und von 1966 bis 1968 Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Krefeld, zu dessen Ehrenvorsitzenden er 1999 gewählt wurde. Außerdem war er von 1969 bis 1994 Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Rheinland sowie von 1972 bis 1995 stellvertretender Bundesvorsitzender der MIT.

Verleihung Goldenes Spinnrad 1973 durch Heinzhans Hauser an den Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Foto: Stadtarchiv Krefeld
Verleihung Goldenes Spinnrad 1973 durch Hansheinz Hauser an den Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Foto: Stadtarchiv Krefeld

Hansheinz Hauser wurde am 23. Juni 1922 als Sohn des Bäckermeisters und späteren Oberbürgermeisters von Krefeld, Johannes Hauser, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und dem kirchlichen Internat in Neuss absolvierte er eine Bäckerlehre in Krefeld und anschließend eine Konditorlehre in Köln, die er jeweils mit der Gesellenprüfung abschloss. Von 1942 bis Mai 1945 nahm Hauser als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. Nach dem Kriegsende baute er den elterlichen Betrieb wieder mit auf und bestand 1947 die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk. Seit 1956 war er als selbständiger Bäcker- und Konditormeister in Krefeld tätig. Zunächst Vorsitzender des Bäckerinnungsverbandes Rheinland, war Hauser von 1985 bis 2002 Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf und von 1989 bis 2004 Vorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Handwerkerbundes beziehungsweise des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages. Daneben engagierte er sich in mehreren Verbänden des Bäckereihandwerks.

Verleihung der Thorn-Prikker-Plakette 1978 im Kaiser-Wilhelm-Museum durch Hauser mit Joseph Beuys. Foto: Stadtarchiv Krefeld
Verleihung der Thorn-Prikker-Plakette 1978 im Kaiser-Wilhelm-Museum durch Hauser mit Joseph Beuys. Foto: Stadtarchiv Krefeld

Zahlreiche Ehrungen wurden Hansheinz Hauser im Laufe der Jahre für seine umfangreichen Verdienste zuteil, unter anderem die viermalige Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Auch erhielt er den Brillantstern mit Schulterband der Republik China, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und den Ehrenring der Stadt Krefeld. Zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt wurde er 2002 ernannt.