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Hülser Bad kann 2019 nicht eröffnet werden

Zuletzt geändert: 08.04.2019 16:27:05 CEDT

Das Hülser Bad wird in diesem Jahr nicht öffnen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stadtverwaltung auf Basis der Ergebnisse des Gutachtens der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen. In diesem wurde festgestellt, dass das Bad in seiner derzeitigen Ausgestaltung nicht den einschlägigen Betriebsvorgaben genügt, da es keinem der zulässigen Badtypen entspricht. „Dieses Bad ist derzeit eine zwischen Friesland und Berchtesgaden einmalige Mischform verschiedener Bädertypen", schilderte Kurt Pelzer, Projektleiter der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Das Hülser Bad von oben. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das Hülser Bad von oben.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Daher kann derzeit ein Bäderbetrieb mit überschaubaren strafrechtlichem Haftungsrisiko im Falle eines Badeunfalls nicht dargestellt werden - schließlich kennt für dieses Bad der Betreiber gar nicht seine Betriebspflichten", so Pelzer weiter. Dies ist erst nach einer eindeutigen Typisierung des Bades der Fall - und dafür sind größere Maßnahmen nötig, um einen sicheren Betrieb zu ermöglichen, für den dann auch eine Haftpflichtdeckung über den öffentlichen Versicherer - dem Kommunalen Schadensausgleich (KSA) - beantragt werden kann.

Das Freibad in Hüls. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das Freibad in Hüls.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

In dem Gutachten werden zwei Möglichkeiten dargestellt, das Bad am jetzigen Standort zu retten: Der Umbau zu einem tatsächlichen Naturbad durch ein Entfernen der baulichen Umrandung oder der Ausbau zum Freibad durch eine Änderung der baulichen Anlage, zum Beispiel durch eine Edelstahlwanne - beides aber keine Optionen für 2019. „Es ist besonders für die Bürger im Krefelder Norden nicht hinnehmbar, dauerhaft kein Angebot einer öffentlichen Freibadefläche zu erhalten", sagt Sportdezernent Markus Schön.

Das Hülser Bad ohne Wasser. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das Hülser Bad ohne Wasser.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Daher nimmt die Krefelder Sportverwaltung die Aufforderung von Oberbürgermeister Frank Meyer gerne auf und wird unverzüglich Planungen für die Realisierung einer zeitgemäßen Bademöglichkeit - vorzugsweise am aktuellen Standort in Hüls - einleiten. Dabei sollen explizit auch Nutzungsmöglichkeiten für die zahlreichen Krefelder Wassersportvereine geschaffen werden. Deshalb soll das Projekt auch unverzüglich in der Sportstättenkommission behandelt werden. Die für den Planungsprozess und die Projektleitung erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen werden wir bereits in den nächsten Tagen darstellen können."

Die Einfassung am Hülser Bad. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Einfassung am Hülser Bad.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Der Sportausschuss hat die Verwaltung ebenfalls aufgefordert, schnell Vorschläge zu erarbeiten. Kurzfristig bahnt sich zumindest eine kleine Lösung an: „Wir verhandeln gerade mit dem Landschaftsverband Rheinland. Dieser betreibt in der Luise-Leven-Schule ein Lehrschwimmbad mit großer Außenfläche. Gut möglich, dass wir hier den Hülsern im Sommer anbieten können, am Wochenende zu baden und zu sonnen", so Schön.