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2019-11-28: Fachbereich Jugendhilfe kooperiert mit Hochschulen

Zuletzt geändert: 06.12.2019 12:09:14 CET

Vor dem Hintergrund der aktuellen Arbeitsmarktsituation erfordert der Bereich Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe qualifiziertes Personal. Die Hochschule Niederrhein richtet bereits seit mehreren Jahren verstärkt den Blick darauf, wie sie die entsprechenden Bachelor-Studiengänge gestaltet. Um einen frühzeitigen Theorie-Praxis-Transfer sicherzustellen, pflegen der städtische Fachbereich Jugendhilfe und die Hochschule Niederrhein mit der Alanus Hochschule bei Bonn eine enge Kooperation. Die Akteure sind sich einig: Die Studierenden sollen praktische Erfahrungen sammeln und damit auch das Klientel kennenlernen, mit dem sie später im Berufsalltag zu tun haben werden. Denn: „Häufig kommen Leute mit zu wenig Lebenserfahrung auf den Arbeitsmarkt", sagt Norbert Axnick. Der Lehrbeauftragte an der Hochschule Niederrhein war bis vor einem Jahr noch Leiter der städtischen Abteilung Jugend - ein Mann aus der Praxis also.

Sie arbeiten gemeinsam an einer praxisnahen Ausbildung der Studierenden an der Hochschule Niederrhein: (von links nach rechts) Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe, Norbert Axnick, Lehrbeauftragter an der Hochschule Niederrhein, Professor Janne Fengler von der Alanus Hochschule, Professor Peter Schäfer von der Hochschule Niederrhein und Silke Wintersig, Leiterin der Abteilung Jugend.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Sie arbeiten gemeinsam an einer praxisnahen Ausbildung der Studierenden an der Hochschule Niederrhein: (von links nach rechts) Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe, Norbert Axnick, Lehrbeauftragter an der Hochschule Niederrhein, Professor Janne Fengler von der Alanus Hochschule, Professor Peter Schäfer von der Hochschule Niederrhein und Silke Wintersig, Leiterin der Abteilung Jugend.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Seit 2010 führt Axnick gemeinsam mit Professor Peter Schäfer von der Hochschule Niederrhein und Professor Janne Fengler von der Alanus Hochschule das Projektseminar „Vom Wissen zum Können zum Handeln" im Jahresturnus durch. Es ermöglicht bis zu 25 Studierenden, bereits im zweiten und dritten Semester in 100 Praxisstunden den Arbeitsalltag zu erleben. Hochschule und Fachbereich wählen gemeinsam die Praxisorte aus - in diesem Jahr vier Jugendeinrichtungen (Freizeitzentrum Süd und die Jugendeinrichtungen Herbertzstraße, Spiedie und Villa K) und die Schulsozialarbeit der Gesamtschule Oppum. Die Projektarbeit zu unterschiedlichen Themen, wie aktuell Konsum und Klimaschutz, Musikkultur oder Persönlichkeit und Identität, organisieren die Studierenden als Gruppe gemeinsam mit dem jeweiligen Einsatzort.

Im Sommersemester geht es darum, einen theoretischen Rahmen festzustecken und das Konzept zu entwickeln. An die praktische Umsetzung vor Ort geht es im anschließenden Wintersemester. „Der frühzeitige Kontakt mit der Klientel ist gerade im Bereich der Sozialen Arbeit unschätzbar wertvoll. Das Studium macht auf diese Weise Sinn, da die Projektteilnehmenden lernen, ihre Kompetenzen richtig anzuwenden", ist das übereinstimmende Resumee von Professor Janne Fengler von der Alanus Hochschule und Professor Peter Schäfer von der Hochschule Niederrhein. Den großen Mehrwert der Verknüpfung von Theorie und Praxis kennen und schätzen auch die Beteiligten der Stadtverwaltung. „Immerhin ist die Offene Kinder- und Jugendarbeit eine Herausforderung, bei der viel Beziehungsarbeit geleistet werden muss", erklärt Silke Wintersig, Leiterin der Abteilung Jugend, und das lerne man nur in der praktischen Anwendung.

Ein weiteres Kooperationsfeld im Theorie-Praxis-Transfer bietet das Seminar der Hochschule „Aufgaben, Konzepte und Programme der öffentlichen Jugendhilfe". Gastreferenten aus der Verwaltung berichten aus ihrer Praxis und die Studierenden erhalten so einen persönlichen Eindruck von den Menschen, die in der Jugendhilfe arbeiten. „Die Stadt Krefeld kann sich in diesem Seminar zudem als Arbeitgeberin präsentieren", meint Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe. Vier duale Studienplätze sowie neun Stellen für Berufseinsteiger halte die Stadt vor, unter anderem in der Bezirkssozial- und -jugendarbeit, im Kinder- und Jugendschutz und in der Jugendgerichtshilfe, so Pommeranz. Gemeinsam mit den anderen Akteuren will sie gerne die erfolgreiche Kooperation zwischen Hochschule und Stadt weiterführen.