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Deutsches Textilmuseum zeigt „Asia - Europe IV. Fiber Art"

Zuletzt geändert: 18.06.2019 12:20:59 CEDT

Der Wind wirbelt Blätter auf, ein flüchtiger Augenblick, den die japanische Textilkünstlerin Miki Nakamuare in ihrer Arbeit „Leafs" festgehalten hat. Ihre Blätter sind weiß, die feinen Adern der Blattstruktur sind zu erkennen. Sie hat diese hauchdünnen Unikate aus den Fasern des Maulbeerbaums kreiert und an senkrecht verlaufenden Fäden positioniert. Ihre Arbeit ist eine von gut 40 Objekten moderner Textilkunst, die in der aktuellen Ausstellung „Asia - Europe IV. Fiber Art" im Deutschen Textilmuseum Krefeld zu sehen ist. Die Schau stellt ab Donnerstag, 16. Mai, neue Tendenzen der Textilkunst aus Asien und Europa vor. Die Besucher erwartet dabei eine faszinierende und filigrane Faserwelt.

Eigene Kunstrichtung seit den 1960er-Jahren

Seit den 1960er-Jahren hat sich die Fiber Art weltweit als eigene Kunstrichtung etabliert. „Es sind vornehmlich ästhetische Aussagen, die hier getroffen werden", so Dr. Isa Fleischmann-Heck, stellvertretende Museumsleiterin. Die Schwerpunkte liegen auf den Materialien, den textilen Techniken sowie ihre experimentelle Herangehensweise. „Das Publikum fragt immer, wie wurde es gemacht", berichtet Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums Krefeld. Und das ist auch bei „Asia - Europe IV. Fiber Art" so: Bei den fein gearbeiteten, zerbrechlich wirkenden Objekten steht der Besucher staunend vor diesen, fragend, wie die Künstler es überhaupt geschafft haben, derartige Formen entstehen zu lassen.

„Fiber Art lässt alles zu, was Fasern im weitesten Sinne betrifft", sagt Schieck. Zum Einsatz kommen alle Materialien, die den Eindruck von Fasern erwecken, darunter Pflanzenfasern und Tierhaare, synthetische Fasern, Holz, Draht, Blattadern, Papier, Glasfaser sowie fadenförmig ausgelegte und gehärtete Klebstoffe. Sie werden in allen erdenklichen Techniken der Textilkunst verarbeitet. Es finden sich gehäkelte, gestrickte, gewebte, geklöppelte, geknotete, gefilzte, geflochtene oder in Makramee verarbeitete Materialien.

Stopps in Tournai, Krefeld, Droninglund und Kėdainiai

Ohne vorgegebene Thematik haben sich europäische und asiatische Künstler der losen Fiber-Art-Gruppe wiederum an einem Wettbewerb für die Wanderausstellung beteiligt. Kuratorin Marika Szaraz wählte für die vierte Auflage Künstler aus Japan, Südkorea und China sowie Deutschland, Frankreich, Belgien, Polen, Ungarn, Spanien, Luxemburg, der Slowakei, Finnland, Lettland, Litauen, Schweden und Italien aus. Zuerst wurden die Werke im „Musee de Ia Tapisserie" im belgischen Tournai gezeigt. Nach der Ausstellung in Krefeld (bis 18. August) werden die Arbeiten im Textilmuseum von Droninglund in Dänemark und im Janina-Monkute-Marks-Museum in Litauen präsentiert.

Zur Ausstellung wird ein Rahmenprogramm angeboten: Anlässlich des Internationalen Museumstags am Sonntag, 19. Mai, werden um 11.30 und 13.30 Uhr Modenschauen der besonderen Art des „Fashion Desgin Institut" aus Düsseldorf unter dem Titel „Kunst am Körper zwischen Fiber-Art-Kunstwerken" gezeigt. Zudem wird eine ganztägige Kinderbastelbetreuung „Fiber Art für Kids" angeboten. Am Internationalen Museumstag ist der Eintritt kostenfrei. Öffentliche Führungen finden mittwochs und sonntags jeweils um 14.30 Uhr statt. Die Eröffnung der Ausstellung ist am Donnerstag, 16. Mai, um 18 Uhr in der Museumsscheune an der Albert-Steeger-Straße in Krefeld-Linn.