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Corona-Impfung in Krefeld: Fragen und Antworten

Veröffentlicht am: 23.12.2020

Dieser Text wird laufend aktualisiert. Letzte Änderung: 18. Januar, 16.30 Uhr.

 

Warum sollte man sich impfen lassen?

Die Krankheit COVID-19 kann auftreten, wenn man sich mit dem Virus SARS-CoV2 infiziert. COVID-19 kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Möglich sind laut Robert-Koch-Institut sowohl asymptomatische und symptomarme als auch schwere Infektionen mit Pneumonie und weiteren Organbeteiligungen, die dann zum Lungen- und Multiorganversagen bis zum Tod führen können. Das Virus ist leicht übertragbar. Entsprechend breitet sich SARS-CoV-2 schnell aus. Die Impfstoffe gegen das Virus SARS-CoV-2 schützen vor der Krankheit COVID-19. Eine Impfung gegen COVID-19 trägt dabei sowohl zum eigenen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie bei. Eine Impfung kann entsprechend das Infektions- und Erkrankungsrisiko sehr stark reduzieren. So kann jeder seinen Teil dazu beitragen, die Pandemie einzudämmen. Zu beachten sind dabei weiterhin auch die geltenden Regeln zu Abstand, Maske und Hygiene.

Hans Josef Brands (75) war der erste Krefelder, der am Sonntagmittag im Hansa-Haus vom Leiter des Impfteams, Dr. Wilfried Stutzinger, eine Corona-Impfung bekam. (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Sonja Borghoff)
Hans Josef Brands (75) war der erste Krefelder, der am 27. Dezember im Hansa-Haus vom Leiter des Impfteams, Dr. Wilhelm Stutzinger, eine Corona-Impfung bekam. (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Sonja Borghoff)

Wer wird in Krefeld in welcher Reihenfolge geimpft?

Der Impfstoff ist zunächst nur begrenzt verfügbar. Zur Reihenfolge gibt es deshalb eine klare Priorisierung seitens des Bundes und des Landes, die u.a. auf Empfehlungen des Deutschen Ethikrates beruht. Die Impfung kann zunächst nur solchen Personengruppen angeboten werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben, die beruflich bedingt engen Kontakt zu vulnerablen Gruppen haben oder in besonders exponierten Positionen arbeiten.

Gestartet wurde auch in Krefeld ab 27. Dezember 2020 mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Beschäftigten in den Altenheimen und Pflegeheimen. Diese werden über mobile Teams aufgesucht. Das wird von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) organisiert. Am 18. Januar startete die zweite Runde der Impfungen in den Pflegeheimen.

Mit Priorität geimpft werden sollen danach alle über 80-Jährigen, die Beschäftigten ambulanter Pflegedienste und im medizinischen Bereich. Am 18. Januar sind auch die Krefelder Kliniken mit dem Impfstoff versorgt worden. Die vier Krankenhäuser in Krefeld haben 1506 Impfdosen über die koordinierende Einheit bestellt und auch alle Impfdosen erhalten. Sie können damit nun ihr Personal impfen. Seit 18. Januar werden zudem Briefe an Krefelder im Alter von 80 Jahren und älter versendet, in denen das Land und Oberbürgermeister Frank Meyer auf die Regularien der Impfpraxis generell und in Krefeld speziell im Impfzentrum am Sprödentalplatz aufmerksam machen. In diesem Schreiben wird auch eine kostenfreie Telefonnummer mitgeteilt, unter der die Bürger dann ab dem 25. Januar 2021 Termine für Erst- und Zweitimpfung verabreden können. Diese Anmeldung wird auch online möglich sein. Auch diese Webadresse wird im Schreiben mitgeteilt. Bis Mitte April soll diese Phase der Impfung aller Menschen über 80 Jahren - abhängig vom gelieferten Impfstoff - in Krefeld abgeschlossen sein. Sobald weitere Impfstoffe auch bei den Hausärzten ankommen, werden sich dann auch weite Teile der Bevölkerung impfen lassen können.

Wann geht das Impfzentrum in Betrieb?

Ab dem 1. Februar 2021 soll das Krefelder Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz in den regulären Betrieb gehen. Zunächst sind dann die älteren Risikogruppen an der Reihe, die im Januar 80 Jahre und älter alt und selbst noch mobil sind, nicht in einem Pflegeheim leben. Das Impfzentrum ist dazu generell startbereit. Sogenannte Impfstraßen sind eingerichtet, bis zu 800 Impfungen täglich können hier bei Volllast-Betrieb vorgenommen werden. Die Zwischenzeit bis zum endgültigen Start im Realbetrieb nutzen die Stadtverwaltung Krefeld und der Betreiber Deutsches Rotes Kreuz sowie die Kassenärztliche Vereinigung und die Apotheken unter anderem, um im Impfzentrum die Einsatzteams zu schulen, um schnell in einen Routinebetrieb übergehen zu können.

Wie erreicht man das Impfzentrum, wie sind die Öffnungszeiten?

Das Krefelder Impfzentrum befindet sich auf dem Sprödentalplatz, 47799 Krefeld, im nördlichen Bereich. Parkmöglichkeit sind vor Ort ausreichend vorhanden, auch per Bus und Bahn ist das Impfzentrum gut zu erreichen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man den Sprödentalplatz vom Krefelder Hauptbahnhof aus über die Haltestellen Moltkestraße und Sprödentalplatz mit den Straßenbahnlinien 042 (Richtung Elfrather Mühle) und 043 (Richtung Uerdingen). Die Haltestelle Großmarkt wird, vom Bahnhof kommend, von der Linie 044 (Richtung Rheinhafen) angefahren.

Es ist geplant, dass die Impfstellen im Vollbetrieb an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr geöffnet sind. Die Impfwilligen müssen sich vorher für einen Termin anmelden, bekommen dann zwei Termine für die im Abstand von drei Wochen nötigen Impfungen zugeteilt. Zum Start wird die Einrichtung womöglich je nach zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen abweichende Öffnungszeiten haben. Die Stadt Krefeld wird hier Personal und Öffnungszeiten flexibel anpassen, stets aber so, dass möglichst viele Menschen schnell geimpft werden können.

Warum wurde der Sprödentalplatz ausgewählt?

Die Infrastruktur ist aus Sicht aller beteiligten Akteure für den Betrieb eines Impfzentrums ideal. Der Platz bietet ausreichend Freifläche, Parkmöglichkeiten und Anbindung an den ÖPNV. So kann verhindert werden, dass es zu dauernden Begegnungen von Impflingen kommt.

Das Impfzentrum ist in Containerbauweise errichtet worden. In einem Einbahnstraßensystem wird der Impfling dort an der Einlasskontrolle zunächst empfangen, gelangt in einen Warte- und Registrierungsbereich, wird von dort in einen Beratungsraum zu einem möglichen Aufklärungsgespräch gerufen, ehe in einem nächsten Zimmer die eigentliche Impfung stattfindet. Danach gibt es einen Ruheraum, in dem der Impfling noch rund 15 Minuten verweilen soll.

Am Sprödentalplatz liegen inzwischen alle notwendigen Anschlüsse, es gibt einen kurzen Weg zu der Apothekerschaft.

Gibt es eine Impfpflicht und welche Kosten kommen auf die Impflinge zu?

Nein, die Impfung ist bundesweit für alle Bürgerinnen und Bürger als freiwillige Impfung vorgesehen. Aber je mehr Menschen sich impfen lassen, desto weniger Menschen werden erkranken. Die Stadt Krefeld appelliert deshalb an die Bürgerinnen und Bürger: „Nutzen Sie die Chance, sich impfen zu lassen. Auf diese Weise schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch alle Menschen, mit denen Sie Kontakt haben." Die Impfung ist kostenlos, die Kosten für das Impfmittel werden von der Bundesregierung getragen. Die Kosten für Spritzen und Kanülen trägt das Land.

Welche Informationen muss man am Impfzentrum vorlegen?

Zum Impfzentrum muss man lediglich einen Ausweis mit Geburtsdatum und, wenn möglich, den Impfpass mitbringen. Um alles Weitere kümmern sich die Ärztinnen und Ärzte im Impfzentrum.

Wie wird geimpft, wie viele Impfungen sind nötig?

Die Impfung verläuft vom Prozedere her ähnlich wie eine Grippeschutzimpfung, intramuskulär in den Oberarm. Zwei Impfungen sind nötig, die mit einem Abstand mehrerer Wochen erfolgen sollen. Deshalb ist auch die Koordination so wichtig. Die Impflinge müssen zweimal den gleichen Impfstoff erhalten, folglich muss sichergestellt sein, dass der gleiche Impfstoff vor Ort in Krefeld zweimal zur Verfügung steht und zwar exakt in dem Zeitraum, in dem der Impfling nach der Terminabsprache das Impfzentrum aufsucht. Wenn mehrere Impfstoffe zur Verfügung stehen, muss das Verfahren also sorgfältig abgestimmt sein.

Welcher Impfstoff wird verimpft?

An 150 Impfstoffen arbeitenen Forschende weltweit. Mehrere Firmen haben in den vergangenen Monaten Impfstoffe entwickelt oder entwickeln diese noch. Die erste Zulassung hat in der Europäischen Union der Impfstoff RNA-Impfstoff BNT162b des in Deutschland ansässigen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer erhalten. In einer groß angelegten Studie von 27. Juli bis 14. November ist der Impfstoff an 20.000 Probanden getestet worden. Demnach ist der Impfstoff hochwirksam und verhindert 95 Prozent der COVID-19-Erkrankungen. In der Europäischen Union gibt es ein intensives Testverfahren, die Phase III der Impfstoffentwicklung ist abgeschlossen. Danach konnte der Impfstoff regulär zugelassen werden. Ohne eine solche Freigabe werden die Impfstoffe in der EU nicht verabreicht; in der EU gibt es also nicht nur eine Notfallzulassung wie in anderen Ländern, sondern die Sicherheit soll nachgewiesen sein. Weitere Impfstoffe werden folgen, etwa der von Moderna. Auch alle weiteren Impfstoffe durchlaufen ein sorgfältiges Verfahren, ehe sie in der EU zugelassen werden.

Wie viele Impfdosen stehen für Krefeld zur Verfügung?

Die Entscheidung über die Verteilung der Impfdosen wird auf Landesebene gefällt. Die Bundesregierung verteilt den Impfstoff auf die Länder, je nach Anzahl der Bewohner. Von dort aus werden alle 53 Impfzentren in den Kreisen und kreisfreien Städten mit dem Impfstoff versorgt. Bis Sonntag, 17. Januar, werden rund 1500 Impfdosen in Krefeld verabreicht sein. Mit Genehmigung weiterer Impfstoffe werden noch einmal deutlich mehr Menschen auch in Krefeld täglich geimpft werden können. Ab Anfang Februar soll Krefeld pro Woche 950 Impfdosen für Menschen ab 80 Jahre und 230 Impfdosen für Mitarbeiter im Rettungsdienst und in der ambulanten Pflege erhalten.

Wie vereinbaren Impfberechtigte Termine?

Vor den Impfungen müssen Termine gemacht werden. Die Details dazu wird die Stadt Krefeld im Schreiben mitteilen, das an die Zielgruppe der nächsten Impfungen - 80 Jahre und älter - gerichtet wird. Auch auf einer Internetseite und mittels einer App für Smartphones soll eine Terminvereinbarung in Kürze möglich sein.

Wie erfahre ich, ob ich den Impfstoff vertrage, an wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Alle medizinischen Fragen zum Impfstoff können Sie vorab mit dem Hausarzt klären. Er informiert auch bei Vorerkrankungen bezüglich des Impfstoffs. Eine Reihe von medizinischen Fragen klärt auch das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Website in einem FAQ-Katalog unter dieser Adresse https://www.zusammengegencorona.de/informieren/informationen-zum-impfen/. Nützliche Informationen erhält man auch auf einer FAQ-Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) unter https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html;jsessionid=594C918FC480BCD40481EEDFC1A42F47.internet102?nn=2386228.

Im Impfzentrum kann es - wenn gewünscht - auch noch mal ein Aufklärungsgespräch vor der Impfung geben. Es gibt nach gegenwärtigem Stand in den allermeisten Fällen allenfalls geringe Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schmerzen an der Einstichstelle.

Welches Personal arbeitet in den Impfzentren und mobilen Teams?

In Krefeld sind viele Akteure an den Impfungen beteiligt: Die Organisation erfolgt durch die Stadt Krefeld, in Kooperation mit der Stadt betreibt das Deutsche Rote Kreuz das Impfzentrum. Die Kassenärztlichen Vereinigungen stellen das medizinische und nicht-ärztliche Personal. Die KV hat in der ersten Runde in den Seniorenheimen geimpft. Der Personaleinsatz auf dem Sprödentalplatz wird je nach Zahl der Impflinge erfolgen. Am Standort Sprödentalplatz wird das Impfzentrum 24 Stunden und sieben Tage in der Woche von Sicherheitspersonal überwacht.

Wo kann man sich melden, wenn man freiwillig helfen will?

Freiwillige Hilfe ist in den Impfzentren willkommen. Kassenärztliche Vereinigung und medizinisches Personal können Hilfe gebrauchen. Auf der Seite www.freiwilligenregister-nrw.de kann man sich registrieren. Dort findet man auch weitere Informationen.

 

Weitere Fragen und Antworten hat das Bundes-Gesundheitsministerium online zusammengestellt: https://www.zusammengegencorona.de/informieren/informationen-zum-impfen/. Informationen gibt hier das Land auch unter der Internetadresse https://www.land.nrw/de/corona/impfung. Telefonische Informationen gibt es auch unter der Impfhotline des Landes unter 0211-91191001.