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Corona-Epidemie: 882 Menschen aktuell mit Virus infiziert

Veröffentlicht am: 06.11.2020

Das weitere Vorgehen an den Schulen und auch die Situation in den Krankenhäusern beschäftigten aktuell den Corona-Krisenstab der Stadt Krefeld. „In den Kliniken ist die Tendenz zu einer immer höheren Auslastung erkennbar. Man kann leider auch vor Ort bei uns in Krefeld erleben, dass selbst bei jüngeren Menschen die Krankheit schwere gesundheitliche Folgen haben kann", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Er möchte die Epidemie in einer gemeinsamen Anstrengung eindämmen: Dazu wird der Fachbereich Gesundheit fortlaufend personell verstärkt. Das gleiche allerdings einem „Hase-und-Igel-Spiel", wie Frank Meyer eingesteht - denn gleichzeitig würden auch die Anforderungen immer höher: „Wir halten aber weiter an unserem Ziel fest, alle Kontakte nachzuverfolgen. Das ist unser schärfstes Schwert, um die Ketten zu unterbrechen und die Epidemie aufzuhalten."

Weiterer Todesfall

Wie ernst die Lage ist, beweist auch die Nachricht über einen weiteren Todesfall - nach längerer Zeit musste nun der 29. Corona-Tote in Krefeld festgestellt werden. Eine um die 90 Jahre alte Person, die in einer Senioreneinrichtung schwer erkrankt war, ist nun in einer Klinik verstorben. Im gleichen Heim sind aktuell noch weitere zehn Bewohner und drei Mitarbeitende mit Covid-19 infiziert. Auch in einer Flüchtlingsunterkunft mit rund 150 Bewohnern gibt es fünf positive Corona-Tests. Laut Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen seien die Krankenhäuser aktuell noch in der Lage, Patienten aufzunehmen und zu betreuen: „Dennoch bereiten sich die Häuser bereits auf mögliche Erweiterungen der Kapazitäten vor", sagt Lauxen.

Abstandhalten ist in Covid-19-Zeiten absolut notwendig.  Foto: Gerd Altmann / PixabayAbstandhalten ist in Covid-19-Zeiten absolut notwendig.
Foto: Gerd Altmann / Pixabay

Mit 63 Neuinfektionen hat sich die Entwicklung der Corona-Epidemie in Krefeld zum Ende der Woche etwas verlangsamt (Stand: Freitag, 6. November, 0 Uhr). 882 Menschen sind derzeit mit dem Virus infiziert. Die Gesamtzahl positiver Tests liegt nun bei 2.264, als genesen gelten 1.354 Personen. 32 Krefelder werden aktuell in den Kliniken behandelt, zwölf von ihnen auf der Intensivstation, sieben mit Beatmungsgeräten. Das Robert-Koch-Institut vermeldet für Krefeld den sinkenden Wert von 185,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die Zahl der Erstabstriche im Diagnosezentrum liegt bei 24.072 Tests, 10.148-mal war eine Quarantäne fällig oder wurde angeraten.

Schulen bereiten Sorgen

Die hohe Zahl an Infektionen in Schulen bereiten den Verantwortlichen weiterhin Sorgen. Deshalb hat sich nach dem Krefelder Schulgipfel am Mittwoch nun auch der Krisenstab mit möglichen Strategien beschäftigt, eine weitere Ausbreitung zu verhindern oder zu verlangsamen. Beschlossen wurde, zunächst eine dringliche Empfehlung an alle Grundschulen auszusprechen, auch dort durchgängig Masken zu tragen. Ob aus der Empfehlung in den nächsten Tagen eine Pflicht werden kann, soll zunächst juristisch geprüft werden. Oberstes Ziel sei es, den Kernunterricht vor Ort aufrecht zu erhalten, sagt der Leiter des Fachbereich Schule, Jürgen Maas: „Da schon mehr als ein Drittel der Krefelder Grundschulen von Corona-Fällen betroffen ist, steht für uns der Gesundheitsschutz im Vordergrund. Die Kinder besser zu schützen, muss das klare Handlungsziel sein", sagt Maas.

Grafik: Stadt Krefeld, Presse und KommunikationGrafik: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Auch Marita Koblenz-Lüschow von der Schulaufsicht betont, der Wunsch nach einer generellen Maskenpflicht sei aus den Schulen selbst an die Verantwortlichen herangetragen worden. Beim Schulgipfel seien sich die Schulformsprecher, die Gewerkschaftsvertreter, die Stadt Krefeld und die Schulaufsicht darüber einig gewesen, dass eine solche Regelung sinnvoll wäre: „Das Tragen von Masken bedeutet weniger Infektionen, weniger Quarantäne und weniger Belastung in den Gesundheitsämtern." Aus dem gleichen Grund hat sich die Stadt entschlossen, die Lehrer mit FFP2-Masken auszustatten. Bei Luftfilteranlagen soll indes abgewartet werden, welche Systeme sich als wirkungsvoll und praktikabel erweisen. „Wir setzen zunächst auf CO2-Ampeln, die allerdings derzeit schwer zu bekommen sind. Filteranlagen sind sehr laut und geben mitunter ein falsches Gefühl von Sicherheit. Lüften ist immer noch die beste Methode", betont Jürgen Maas.

KOD setzt Kontrollen fort

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat seine Kontrollen im Hinblick auf die sogenannte Maskenpflicht fortgesetzt. Dabei wurden acht Bußgelder in Fußgängerbereichen verhängt, ein weiteres Bußgeld an einer Haltestelle. Gemeinsam mit der Polizei hat der KOD zudem verstärkt an Schulen kontrolliert. An der Westparkstraße und an der Girmesgath wurden 150 Schüler angesprochen, weil Mindestabstände nicht eingehalten wurden. Anliegende Kioske und Imbisse, die häufig von Schülern besucht werden, wurden auf fehlende Beschilderungen hingewiesen.

 

 

 

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