Inhalt

2019-08-08: Colour Collage: Die Verschmelzung von Textilien und Licht

Zuletzt geändert: 15.08.2019 14:29:44 CEDT

Barbara Jansen komponiert. Ihre Stücke kann man nicht hören, sondern sehen. In ihrer Arbeit „Colour Collage" (Farbcollage/2016) verschmelzen Textilien und Licht, Zeit und Bewegung. Die studierte Textil- und Oberflächendesignerin und gebürtige Krefelderin vereint diese Komponenten zu einem ästhetischen Ganzen. In der Ausstellung „Asia - Europe IV. Fiber Art" im Deutschen Textilmuseum Krefeld fällt ihr außergewöhnliches Kunstwerk auf, in das optische Fasern und LEDs als aktiver Bestandteil in eine gewebte Textilstruktur eingearbeitet worden sind.

Barbara Jansen vor ihrer Arbeit in der aktuellen Ausstellung im Deutschen Textilmuseum Krefeld. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Barbara Jansen vor ihrer Arbeit in der aktuellen Ausstellung im Deutschen Textilmuseum
Krefeld. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

„Ich bezeichne meine Textilien als Instrumente", sagt Jansen. Die Idee zu diesem Instrument hatte sie bereits 2004. Seitdem habe sie unzählige Objekte entworfen, entwickelt und Prototypen gebaut. „Es braucht viel Geduld und Durchhaltevermögen", so die Textildesignerin. Das ein-mal-ein Meter große Instrument gliedert sich in zehn Segmente. „Jeder Streifen ist eine Stimme", erklärt Jansen. Die LED-Lichtquelle befindet sich im Rahmen, eine Gewebestruktur verschmilzt mit den Glasfasern und weißem Papiergarn. Mit Rot-Grün-Blau kann sie kann zu zig-fachen Farben mischen. So kann sie Bewegungen und verschiedene Muster erzeugen. „Colour Collage" ist ein am Computer komponiertes Stück bestehend aus drei Teilen mit jeweils unterschiedlichen Farbstimmungen, lediglich unterbrochen durch einen Moment der Dunkelheit, des Schweigens. Jeder Teil basiert auf einem Inspirationsbild und erzeugt eine andere Farbatmosphäre.

Die Arbeit „Colour Collage" wird auf der Asia-Europe-Ausstellungstour durch Europa nur im Deutschen Textilmuseum in Krefeld gezeigt. Museumsleiterin Dr. Annette Schieck hat sich von Kuratorin Marika Szàraz diese besondere Position und wegen der Herkunft der Künstlerin gewünscht. „Ich freue mich wahnsinnig, dass ich hier ausstellen darf", sagt Jansen. „Für mich sind meine Wurzeln in dieser Stadt und speziell in diesem Museum", betont die ehemalige Waldorfschülerin stolz. Im Textilmuseum sei es für sie als Kind besonders spannend gewesen, die Schubladen der Sammlungsschränke im Foyer zu öffnen. Das heutige Haus der Seidenkultur habe sie noch als Paramenten-Weberei erlebt. So habe sich ihre Liebe zu Textilien und der Leuchtkraft von Farben entwickelt. Weil entsprechende Handwerksbetreibe hier jedoch keine Ausbildung mehr angeboten haben, verließ sie mit 19 Jahren die Stadt, studierte zuerst Textildesign in Berlin, dann in Schweden. Heute wohnt sie in einem Ort östlich von Göteburg. „Meine Familie lebt aber noch hier", so Jansen.

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld bietet mittwochs und sonntags um 14.30 Uhr öffentliche Führungen durch die Ausstellung „Asia - Europe IV. Fiber Art". Die Schau stellt neue Tendenzen der Textilkunst aus Asien und Europa vor. Die Besucher erwartet dabei eine faszinierende und filigrane Faserwelt. Es sind gut 40 Objekte moderner Textilkunst zu sehen. Nach der Ausstellung in Krefeld (bis 18. August) werden die Arbeiten noch im Textilmuseum von Droninglund in Dänemark und im Janina-Monkute-Marks-Museum in Litauen präsentiert. Informationen und Anmeldungen für Gruppenführungen sind möglich unter Telefon 0 21 51 / 94 69 45 0 oder per E-Mail textilmuseum@krefeld.de.