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Erstes Stadtarchiv mit einem Escape-Room

Zuletzt geändert: 27.11.2018 16:30:10 CET

Beständig rieseln die Körner durch die Verjüngung der Sanduhr. Dem Journalistenteam bleiben nur 60 Minuten, um das Rätsel in dem Kellerraum des Rathauses zu lösen. Bei Sanierungsarbeiten wurde dort der Zugang eines vergessenen Gewölbekellers freigelegt. Dieser muss noch von den ehemaligen Schlossbewohnern, den „Von der Leyens", versiegelt worden sein. Die Zeit verrinnt und es gibt zumindest noch einen anderen, der das Geheimnis lüften möchte. Mit diesem Szenario beginnt die Geschichte „Das Erbe der Seidenbarone" im neuen Escape-Room im Krefelder Stadtarchiv. Kleingruppen können an der Girmesgath ab sofort versuchen, das Geheimnis zu lüften.

Das Stadtarchiv Krefeld hat einen „Escape Room“ eingerichtet (v.l.): Die Archivmitarbeiter Doris Flesch, Andreas Münzer, Dr. Christoph Moß, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs Krefeld, und Sabine Weber. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Das Stadtarchiv Krefeld hat einen „Escape Room" eingerichtet (von links): Die
Archivmitarbeiter Doris Flesch, Andreas Münzer, Dr. Christoph Moß, stellvertretender Leiter
des Stadtarchivs Krefeld, und Sabine Weber.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Ein Escape-Room besteht aus einem oder mehreren Räumen, in denen eine Gruppe verschiedene Rätsel und Aufgaben lösen muss, um sich innerhalb einer festgesetzten Zeitspanne wieder einen Ausgang aus dem Raum oder Räumen zu verschaffen. „Es sind überall Hinweise versteckt, die man finden und kombinieren muss", erklärt Archivmitarbeiter Andreas Münzer, der zusammen mit seinen Kolleginnen Sabine Weber und Doris Flesch in den vergangenen Monaten das Konzept erarbeitet und realisiert hat. Schritt für Schritt, mit kleinen und großen Rätseln nähern sich die Teilnehmer so dem Ziel. Zwischen zwei bis maximal fünf Personen können in dem Krefelder Escape-Room in die Geschichte eintauchen.

Das Stadtarchiv von oben. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das Stadtarchiv von oben.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

In der Geschichte der Seidenbarone steckt zu gut 50 Prozent Wahrheit und in der anderen Hälfte Dichtung: Den Verkauf des Stadtschlosses der Familie von der Leyen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an die Stadt hat das Trio als historische Basis für ihr Spiel genommen. „Wir lassen zudem viele originale Quellen als Kopie in das Spiel einfließen", so Flesch. Die Originale werden den Spielern bei einem anschließenden Archivrundgang gezeigt und sie erklären, was sie für die Handlung erfunden haben.

Menschen ins Stadtarchiv locken

Die engagierten Mitarbeiter wollen mit dem neuen Angebot neben dem Spaß auch auf die Arbeit in ihrem Haus aufmerksam machen. „Das Ganze ist mit unserer Arbeit im Archiv vergleichbar", sagt Weber. Quellen werden gesucht und ausgewertet, um dem ein oder anderem Unbekannten auf die Spur zu kommen. Mit dem Escape-Room könne man nun auch Menschen ansprechen, die sonst nicht den Weg ins Archiv finden würden. „Wir verstehen uns als ein offenes Haus", so Dr. Christoph Moß, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs. Der Spielraum sei eine neue Form, den Blick der Öffentlichkeit auf die Angebote und Möglichkeiten des Hauses zu richten. „Unsere Archivbranche ist schon sehr gespannt, wie der Escape-Room bei uns ankommt", sagt Moß. Denn Krefeld ist bundesweit das erste kommunale Archiv mit einem derartigen Angebot, das zudem kostenfrei ist.

Spielzeit ist donnerstags von 16 bis 18 Uhr

Der Escape-Room befindet sich im Kellergeschoss ohne Heizung und ohne Aufzug, daher ist das Spiel nicht barrierefrei. Der Raum wird nicht abgeschlossen. Es gibt jederzeit die Möglichkeit, diesen zu verlassen. Es existiert zwar keine Altersbegrenzung, das Spiel ist jedoch nicht für Kinder konzipiert. Die Spielzeit ist donnerstags von 16 bis 18 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an stadtarchiv@krefeld.de. Fragen können per E-Mail an Sabine.Weber@krefeld.de gesendet und telefonisch unter 0 21 51 / 86 27 18 gestellt werden.