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Bodenrichtwerte für das Jahr 2021 beschlossen

Veröffentlicht am: 08.04.2021

Auf Grundlage der im Jahr 2020 registrierten Kauffälle hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld in seiner Sitzung im März die Bodenrichtwerte für das Stadtgebiet zum Stichtag 1. Januar 2021 ermittelt und beschlossen. In dieser Sitzung wurden auch die sonstigen zur Wertermittlung erforderlichen Daten und der Grundstücksmarktbericht gemäß der Grundstückswertermittlungsverordnung Nordrhein-Westfalen beschlossen.

Anzahl der abgeschlossenen Kaufverträge um sechs Prozent

Die Anzahl der abgeschlossenen Kaufverträge ist mit 2.255 Fällen gegenüber 2019 um sechs Prozent gestiegen. Der Geldumsatz hat sich um elf Prozent auf rund 718 Millionen Euro erhöht. Dabei dominierte der Verkauf von bebauten Grundstücken mit 61 Prozent des Geldumsatzes neben den Verkäufen von Wohnungs- und Teileigentum mit 24 Prozent des Umsatzes. Bei den unbebauten Wohnbauland-Grundstücken war die Anzahl der Kauffälle fallend (61 statt 84 Fälle im Vorjahr), wobei der Flächenumsatz von acht Hektar im Vorjahr auf elf Hektar in 2020 gestiegen ist und der Geldumsatz auf einer Höhe von rund 27 Millionen Euro stagnierte.

Auf Grundlage der ausgewerteten Kaufverträge ergaben sich Steigerungen bei den Baulandpreisen für Wohn- und gemischt genutzte Baugrundstücke um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis für Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau in mittlerer Lage von bisher 350 Euro/Quadratmeter ergab sich eine Steigerung auf durchschnittlich 370 Euro/Quadratmeter. Im Marktsegment der Baugrundstücke für gemischte und mehrgeschossige Bauweise liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 290 Euro/Quadratmeter.

581 Kauffälle von Ein- und Zweifamilienhäuser

Über Ein- und Zweifamilienhäuser wurden in 2020 insgesamt 581 Kauffälle registriert, dies entspricht einer Steigerung von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 552 Kauffällen. Diese Fälle verteilen sich zu 30 Prozent auf Reihenmittelhäuser, 44 Prozent auf Doppel- und Reihenendhäuser und 26 Prozent auf freistehende Häuser. Dabei wurden zu 94 Prozent Bestandsimmobilien am Markt umgesetzt. Der Krefelder Preis für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser liegt im Mittel bei rund 2.900 Euro Quadratmeter Wohnfläche. Die Anzahl der verkauften ertragsorientierten Objekte (Mehrfamilienhäuser, gemischt genutzte Objekte) lag mit 325 Kauffällen circa zehn Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums mit 363 Kauffällen. Dabei lag der Geldumsatz mit rund 197 Millionen Euro circa 13 Prozent deutlich über dem in 2019.

Im Jahr 2020 wurden mit 1.049 Kaufverträgen deutlich mehr Eigentumswohnungen verkauft als im Jahr zuvor (plus 14 Prozent). Der Geldumsatz ist um 33 Prozent auf 169 Millionen Euro gestiegen. Der Krefelder Preis für Neubau-Eigentumswohnungen liegt in der mittleren Wohnlage bei rund 4.100 Euro/Quadratmeter und in der guten Wohnlage bei rund 4.700 Euro/Quadratmeter Wohnfläche (jeweils mit einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von rund 70 Quadratmetern, guter Ausstattung sowie ohne Garage oder Stellplatz). Eine gebrauchte Eigentumswohnung mit 70 Quadratmetern Wohnfläche in mittlerer Lage ist in Krefeld für durchschnittlich 2.000 (Baujahr 1960er-Jahre) bis 3.800 (Baujahr 2000er-Jahre) Euro/Quadratmeter Wohnfläche (ohne Stellplatz) zu haben.

Zur überschlägigen Ermittlung von Preisen für Eigentumswohnungen hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Krefeld insgesamt 1.461 Kauffälle aus den Jahren 2016 bis 2020 ausgewertet und daraus Vergleichsfaktoren abgeleitet, die über den Grundstücksmarktbericht eingesehen werden können. Unter Angabe des Stadtteils und der Auswahl von verschiedenen Faktoren, wie etwa Wohnungsalter, Wohnfläche, Wohnlage und Ausstattungsstandard, lassen sich leicht überschlägige Vergleichspreise für Eigentumswohnungen ermitteln.

Acker oder Grünland preislich unverändert

Preislich unverändert lagen als Acker oder Grünland genutzte und erworbene Flächen. Auch forstwirtschaftliche Flächen zeigten sich preisstabil, wobei die Bodenrichtwerte für forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke aufgrund einer bevorstehenden Novellierung der gesetzlichen Grundlage „Immobilienwertermittlungsverordnung" nun erstmalig ohne Aufwuchs ausgewiesen werden. Hinsichtlich der bevorstehenden Grundsteuerreform, die als Hauptfeststellungzeitpunkt den 1. Januar 2022 vorsieht, wurden die Kleingartenflächen erstmalig in Kleingartenzonen erfasst und mit 19 Euro pro Quadratmeter Bodenrichtwert angegeben.

Insgesamt existieren in Krefeld 791 Bodenrichtwertzonen, deren Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2021 nunmehr beschlossen wurden. Die Bodenrichtwerte sowie der Grundstücksmarktbericht können kostenfrei im amtlichen Informationssystem BORIS.NRW (www.boris.nrw.de), dem zentralen Informationssystem der Gutachterausschüsse und des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte über den Immobilienmarkt in Nordrhein-Westfalen, eingesehen werden. Ebenso werden die Grundstücksmarktberichte ab dem Jahr 2002 auf der Internetseite des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Krefeld (www.gars.nrw/krefeld) bereitgestellt.