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Besucherzahlen im Deutschen Textilmuseum steigen weiter an

Zuletzt geändert: 28.01.2019 08:05:47 CET

In das Deutsche Textilmuseum Krefeld kamen im vergangenen Jahr zu den drei Ausstellungen 17.864 Besucher. „Das ist ein neuer Rekord in den sechs Jahren, in denen ich hier bin", sagt Museumsleiterin Dr. Annette Schieck, die gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Dr. Isa Fleischmann-Heck nun das Jahresprogramm vorstellte und nochmal einen Blick zurückwarf. In 2017 kamen rund 16.000 Besucher (rund 17.000/2016). Alleine von November bis Dezember 2018 sahen bereits 4500 Besucher die aktuelle Ausstellung „Tracht oder Mode". Im vergleichbaren Zeitraum 2017 kamen in die Ausstellung „Deutsche Couture" rund 3800 Besucher. Die Ausstellung „Deutsche Couture - Kleiderwunder der 50er- bis 70er-Jahre" (2017/2018) hatte mit insgesamt 13.014 Besuchern bereits einen Rekord für eine Einzelausstellung im Textilmuseum aufgestellt. Das Haus zeigt jeweils über die Jahreswechsel und während des Jahres eine Ausstellung. Zwischen den wechselnden Ausstellungen bleibt das Museum immer für einige Wochen geschlossen.

Stellen das neue Jahresprogramm des Deutschen Textilmuseums Krefeld vor: Museumsleiterin Dr. Annette Schieck (r.) und ihre Stellvertreterin Dr. Isa Fleischmann-Heck. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Stellen das neue Jahresprogramm des Deutschen Textilmuseums Krefeld vor: Museumsleiterin
Dr. Annette Schieck (r.) und ihre Stellvertreterin Dr. Isa Fleischmann-Heck.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Mit der aktuellen Ausstellung „Tracht oder Mode - Die europäische Sammlung Paul Prött" und der Veröffentlichung eines Tagungsbandes über Provenienzforschung im Textilbereich endet 2019 der erste Teil der fünfjährigen Projektreihe „Ans Licht", die von der Sparkassen-Kulturstiftung Krefeld in Höhe von 250.000 Euro unterstützt wird. Derzeit arbeiten bereits national wie international anerkannte Wissenschaftler an den drei Folgeprojekten über ostasiatische, peruanische und frühislamische Textilen in der Sammlung. Das mit 188.000 Euro geförderte EU-Projekt „Fabric of my life" mit Wissenschaftlerinnen aus Dänemark, Griechenland und Deutschland wird in diesem und kommenden Jahr fortgeführt. Es beschäftigt sich mit der Tracht und ethnischer Kleidung heute sowie mit der Sprache und Kommunikation, die mit dieser Kleidung verbunden ist. Das nationale Forschungsvorhaben „Parvenue" widmet sich sozialen Aufsteigern im 18. Jahrhundert in deutschen Ländern und Städten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert das auf fünf Jahre angelegte Projekt mit 938.000 Euro (250.000 Euro-Anteil Textilmuseum). Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Akademie Mode und Design Berlin sowie das Museum Burg Linn und das Hetjens-Museum Düsseldorf untersuchen exemplarisch den Werdegang von Einzelpersonen und Familien anhand von Objekten und Dokumenten. Das Textilmuseum beteiligt sich mit zwei Forschungsprojekten.

Weltverband der Textilforscher „Cieta" zu Gast

Nachdem das Netzwerk Mode Textil sein zehnjähriges Bestehen - Krefeld war Gründungsort - mit einer internationalen Tagung und dem Talkabend „700 Suits for The Beatles" mit dem Schneider der Beatles, Gordon Millings, in Krefeld begangen hat, erwartet das Deutsche Textilmuseum im Oktober rund 130 Wissenschaftler aus aller Welt. Der Weltverband der Textilforscher „Cieta" (Centre International d'Étude des Textiles Anciens) trifft sich vom 5. bis zum 10. Oktober zu seiner zweijährlichen Fachtagung. „Wir haben während der Tagung eine besondere Gelegenheit, Krefeld vorzustellen", freut sich Schieck. Die Cieta wurde vor rund 60 Jahren in Lyon gegründet und bildet mit ihren fast 500 Mitgliedern das weltweit wichtigste und größte Gremium für Wissenschaftler, die sich mit historischen Textilien befassen. Ihr gehören unter anderem Vertreter des Kunsthistorischen Museums Wien, der Musées Royaux d'Art et d'Histoire Brüssel, des Designmuseum Kopenhagen, des Patrimonio Nacional Madrid, des Museum of Fine Arts Boston, des Metropolitan Museum New York, des Musée des Tissus Lyon, des Victoria and Albert Museums London an. Schieck ist Vorstandsmitglied, dem etwa 25 Personen von Museen und Institutionen unter anderem aus Paris, Wien, Mailand, New York, Bern, Los Angeles, Boston, Lyon und London angehören.

Projekt „Weltbunt" ab September

Das Ausstellungsjahr 2019 bietet zu Beginn ein vielfältiges Begleitprogramm mit Führungen und Vorträgen zur Ausstellung „Tracht oder Mode". Die Schau „Asia - Europe. Fiber Art" stellt ab 16. Mai neue Tendenzen der Textilkunst aus Asien und Europa vor. Die Ausstellung „Zeitkolorit" ab 29. September schließt das Projekt „Weltbunt" ab. Es basiert auf der größten und ältesten historischen Farbstoffsammlung der Welt mit 10 600 Gebinden, vornehmlich Glasbehälter mit Farbsubstanzen. Die Sammlung stammt von der Hochschule Niederrhein. Neben der Hochschule mit Projektleiter Professor Jürgen Schram haben sich das Deutsche Textilmuseum Krefeld, das Museum Schloss Rheydt in Mönchengladbach sowie die Technische Hochschule in Köln beteiligt. Ziel des Projektes ist es, die chemischen Farbstoffe und ihre Anwendung auf Textilien im ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1930er-Jahre zu erforschen. Ein Aspekt beinhaltet auch die Farbigkeit in Textilien im Bauhaus, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert.