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2020-01-20: Bauhaus: Internationale Aufmerksamkeit für KR

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„Für Krefeld war das Bauhaus-Jahr ein echter Gewinn, nicht nur, weil Zehntausende von Besuchern hierhergekommen sind und der Bundespräsident bei uns zu Gast war. Wir haben als Krefelderinnen und Krefelder viel über unsere eigene Stadt gelernt und gemeinsam das Gefühl entwickelt, dass Mut, Fantasie und Innovation uns auch heute noch gut zu Gesicht stehen. Herausragend war für mich das Zusammenwirken unserer städtischen Aktivitäten mit den großartigen Projekten aus der Bürgerschaft, vor allem natürlich dem 'Krefeld Pavillon' von Thomas Schütte", bilanziert Oberbürgermeister Frank Meyer.

Der Krefeld-Pavillon. Foto: Projekt MIK
Der Krefeld-Pavillon.
Foto: Projekt MIK

Städtische und private Akteure - allen voran das Projekt Mies in Krefeld (MiK) mit dem Krefeld Pavillon von Thomas Schütte - haben mit unterschiedlichen Ansätzen und Geschichten um und über das Bauhaus und die mit ihm verbundenen Menschen erzählt. Das Bauhaus-Jahr wurde in Krefeld so mit einem vielfältigen Programm begangen - mit großen und auch zahlreichen mittleren und kleinen Formaten, die alle ihre Zielgruppe gefunden haben. Hier sind in erster Linie die thematischen Ausstellungen der Kunstmuseen zu nennen (2019 mit rund 57.000 Besuchern) und im Deutschen Textilmuseum (Ausstellung Zeitkolorit fast 5000 Besucher von 29. September bis Anfang 2020), die noch in das Jahr 2020 fortgeführt werden. Zudem zählte der Krefeld-Pavillon etwa 8500 Besucher.

„TRIAS - Das triadische Ballett" mit dem Theater der Klänge trat bei freiem Eintritt auf dem Willi-Göldenbachs-Platz auf. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation,  L. Strücken
„TRIAS - Das triadische Ballett" mit dem Theater der Klänge trat bei freiem Eintritt auf dem
Willi-Göldenbachs-Platz auf.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Dazu kommen noch die Besucher der mittleren und kleineren Formate, die nicht gesondert gezählt worden sind. Als Programmteil von „Kultur findet Stadt" und als Beispiel für ein mittleres Format bleiben die beiden Aufführungen von „TRIAS - Das triadische Ballett" mit dem Theater der Klänge bei freiem Eintritt auf dem Willi-Göldenbachs-Platz in Erinnerung. Beide Tage im Juni waren sehr gut besucht. Zu den erfolgreichen kleineren Formaten zählen die Literaturreihe „Klasse Frauen - Frauen Klasse" mit Büchern über Frauen in der Bauhauszeit sowie die vom Stadtmarketing entwickelten Programme, wie der „Krefelder Treppenwitz" oder die „Mies-unter-Dampf-Führungen". Diese waren bis zum Schluss ausgebucht.

Museum Haus Esters Volker Döhne
Museum Haus Esters. Foto: Volker Döhne

Durch das Bauhaus-Jahr hat Krefeld viel nationale und internationale Aufmerksamkeit erhalten, vor allem in den nationalen Medien wurde immer wieder zum Beispiel über Ausstellungen in Krefeld berichtet. Besucher aus anderen Bundesländern, aus den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Frankreich und den USA kamen in die Stadt, um das „Bauhaus im Westen" zu entdecken: Das betrifft sowohl Architekten, Professoren und Studenten als auch „ganz normale" Besucher, die sich für Kunst und Architektur begeistern. Die Krefelder selbst haben in den vergangenen Monaten eine neue Perspektive auf ihre Stadt gewonnen. Aus Gesprächen und Rückmeldungen haben wir erfahren, dass Krefelder ihre Freunde eingeladen hat die Stadt, um mit ihnen an Aktionen teilzunehmen und in die Ausstellungen zu gehen.

Schriften von Johannes Itten. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Schriften von Johannes Itten. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Das Bauhaus-Jahr wirkt unter anderem mit seinen Ausstellungen noch einige Zeit in 2020 weiter: Das Kaiser-Wilhelm-Museum zeigt „Von Albers bis Zukunft. Auf den Spuren des Bauhauses" noch bis 26. April, in Haus Lange und Haus Esters ist das Projekt „Anders Wohnen" bis zum 26. Januar zu sehen. Im Deutschen Textilmuseum wird in der Ausstellung „Zeitkolorit" mit einem Aspekt Johannes Itten bedacht, einer der bekanntesten Lehrer am Bauhaus, der in den 1930er-Jahren mehrere Jahre in Krefeld lehrte. Dessen „Krefelder Nachlass", bestehend aus vielfältigen Hinterlassenschaften der Lehre sowie Arbeitsproben der Studierenden, bietet einen reichen Fundus für weitere Forschungen. Diese Ausstellung endet am 29. März.

Die Hallen der Färberei der ehemaligen Verseidag, heute Mies van der Rohe Business Park, in Krefeld.  Foto: Mies van der Rohe Business Park
Die Hallen der Färberei der ehemaligen Verseidag, heute Mies van der Rohe Business Park, in
Krefeld.
Foto: Mies van der Rohe Business Park

Die Stadt führt zurzeit einen intensiven Austausch darüber, wie sie das Thema Bauhaus auch über das Jubiläumsjahr hinaus für Krefeld verstetigen kann. Bereits jetzt ist das Bauhaus zu einem festen Bestandteil der Stadtidentität und des Stadtmarketings geworden: So hat die Stadt Krefeld bei der Immobilienmesse Expo Real ein stark vom Bauhaus geprägtes Konzept verfolgt, um die Innovationskraft der Stadt auch als Wirtschaftsstandort deutlich zu machen. Darüber hinaus bleiben Veranstaltungen, zum Beispiel „Mies unter Dampf" und Führungen im Mies van der Rohe Business Park, erhalten. Die Kunstmuseen haben zudem zwei dauerhafte Räume im Haus Lange eingerichtet, in denen die Architekturgeschichte, die baulichen Besonderheiten der Häuser Lange und Esters sowie Informationen zum Architekten Ludwig Mies van der Rohe detailliert erläutert werden. Die Räume bleiben dauerhaft erhalten und sind während der Öffnungszeiten der Häuser dem Publikum zugänglich. Dass Krefeld im neuen Bauhaus-Museum in Weimar mit dem Haus Esters und Ludwig Mies van der Rohe vertreten ist, steht sinnbildlich für den Aspekt, die zahlreichen Kontakte in andere Bauhaus-Orte weiterhin pflegen zu wollen.