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Bandoneon-Festival ab 5. September in der Fabrik Heeder

Veröffentlicht am: 13.08.2020

Astor Piazzolla wird an jedem Abend in der Krefelder Fabrik Heeder mal mehr, mal weniger mit seiner Musik dabei sein. Der argentinische Bandoneon-Spieler und Komponist (1921-1992) gilt als der Begründer des „Tango Nuevo", einer Weiterentwicklung des traditionellen Tango Argentino. Seine Kompositionen sind meist Werke zum Zuhören, für den traditionellen Tangotanz eigenen sie sich kaum. Von seiner musikalischen Vielfalt können sich die Besucher im September aber selbst ein Bild machen. „Wir freuen uns sehr, dass wir trotz Corona das 14. Bandoneon-Festival eröffnen können", sagt Dr. Gabriele König, Leiterin des Kulturbüros. Der Vorverkauf beginnt am Montag, 17. August, jedoch nur via Internet oder mit einer im Programmflyer enthaltenen Postkarte.

Stellen das Programm zum 14. Bandoneon-Festival vor. Von links: Festival-Organisator Jürgen Eichendorf und die Leiterin des Kulturbüros, Dr. Gabriele König. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Lothar StrückenStellen das Programm zum 14. Bandoneon-Festival vor. Von links: Festival-Organisator Jürgen Eichendorf und die Leiterin des Kulturbüros, Dr. Gabriele König. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Lothar Strücken

Ein Jahr vor dem 200. Geburtstag von Heinrich Band, dem Krefelder Erfinder des Bandoneons, wird die Veranstaltung aufgrund der aktuellen Umstände nicht wie die vergangenen Male realisiert werden können. „Bei den Musikern mussten wir leider auf jene verzichten, die unter anderem aus Argentinien kommen", so König. Maximal 40 Personen werden an jedem Konzertabend als Zuschauer unter den geltenden Hygiene- und Sicherheitsregeln in die Fabrik Heeder eingelassen. „Das sind gut 40 Prozent unserer sonstigen Auslastung", sagt Festival-Organisator Jürgen Eichendorf vom Kulturbüro. Zur Eröffnung am Samstag, 5. September, spricht um 20 Uhr Oberbürgermeister Frank Meyer. Anschließend spielen Marcelo Nisinman und Winfried Holzenkamp das erste von insgesamt fünf Konzerten in der Fabrik Heeder an der Virchowstraße.

Marcelo Nisinman: Einer der gefragtesten Tango-Bassisten

Marcelo Nisinman wurde 1970 in Buenos Aires geboren. Er studierte Bandoneon in Buenos Aires und Basel. Seine Musik umfasst ein neues, weit gefächertes Spektrum, das seinen Ursprung in Buenos Aires hat. Er komponiert Solostücke, Kammer- und auch sinfonische Musik. An diesem Abend dürfen sich die Zuschauer auf Barockvarianten freuen, die er mit seinem Duopartner Winfried Holzenkamp spielen wird. „Er ist einer der gefragtesten Tango-Bassisten", so Eichendorf. Holzenkamp studierte Kontrabass in Köln. Nach dem Examen ging er nach Buenos Aires. Mit seinem Wissen um die speziellen Tango-Techniken und Sounds kam er zurück nach Deutschland, wo er in zahlreichen Ensembles den Tango in seiner traditionellen Form zum Tanz als auch den modernen Tango in seiner konzertanten Form spielt.

Das Klavier des kleinen Mannes

Mit dem alle zwei Jahre stattfinden Bandoneon-Festival möchte das Kulturbüro die Verknüpfung zwischen dem Krefelder Musikalienhändler und Erfinder des Bandoneons, Heinrich Band (1821-1860), und dem Hauptinstrument des Tangos fortführen. Die Geburtsstunde des Bandoneons liegt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Um 1848 stellte der Krefelder Heinrich Band seinen Kunden ein „Accordion" vor, dessen Tastatur und Tonumfang er selbst erweitert hat. Das „Klavier des kleinen Mannes" fand bis in die 1930er-Jahre im Ruhrgebiet eine besonders starke Verbreitung. Im Deutschen Reich gab es zeitweise über 700 Bandoneon-Vereine. Auswanderer brachten es nach Südamerika, wo es das Melodie-Instrument des Tangos wurde. In diesem Jahr ist das Buch „Heinrich Band. Bandoneon: Die Reise eines Instruments aus dem niederrheinischen Krefeld in die Welt" erschienen. Die über 360 Seiten umfassende Publikation mit zahlreichen Abbildungen ist im Klartext-Verlag Essen erschienen und im Buchhandel erhältlich. Es kostet 29,95 Euro. Musikbeispiele können via QR-Code abgespielt werden. Die erste Auflage beträgt 700 Stück und ist fast vergriffen. Eine zweite Auflage ist für den Herbst vorgesehen.

 

Diese weiteren Konzerte in der Fabrik Heeder finden an folgenden Terminen statt: Samstag, 12. September, 20 Uhr, Duo Bögeholz Mosalini; Samstag, 19. September, 20 Uhr, Martin de Ruiter Trio; Mittwoch, 23. September, 20 Uhr, Duo Tangopianissimo; Freitag, 25. September, 20 Uhr, Fracanapa Tango Quintet. Die Konzerte dauern jeweils rund 70 Minuten ohne Pause. Die Karten kosten 15 Euro für Erwachsene, 8,50 Euro für Schüler, Studenten sowie Leistungsempfänger. Inhaber der Ehrenamtskarte zahlen 13,50 Euro. Das Programm steht online und liegt als Faltblatt in Einrichtungen und Instituten aus. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen die Namen, Adressen und Telefonnummern der Zuhörer erfassen werden. Daher können Karten nur online über www.krefeld.de/kartenreservierung (ab Montag, 17. August, freigeschaltet) oder per Postkarte reserviert werden. Bei der Reservierung von zwei oder mehr Karten geben müssen die Kontaktdaten aller Personen angegeben werden. Reservierte Karten werden an der Abendkasse in der Fabrik Heeder hinterlegt und können dort am Konzertabend frühestens ab 19 Uhr abgeholt und bezahlt werden.