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Ausstellung „Von der Idee zur Form" im KWM

Mit der Ausstellung „Von der Idee zur Form. Domeau & Pérès. Dialoge zwischen Design und Handwerk" schlägt Kuratorin und Museumsleiterin Katia Baudin eine Brücke zu den Anfängen des Kaiser-Wilhelm-Museums in die Gegenwart. Das 1897 gegründete Museum war ursprünglich als ein Haus für Kunst und Kunstgewerbe konzipiert, in dem freie Kunst und Alltagsgestaltung eng verbunden waren. An diesen Gründungsimpuls möchte Baudin nun wieder anknüpfen. Im Haus am Joseph-Beuys-Platz zeigt sie - assistiert von Constanze Zawadzky - bis zum 14. Oktober erstmals Objekte aus zwei Schenkungen an die Kunstmuseen Krefeld. Bereits im vergangenen Jahr haben die französischen Hersteller Bruno Domeau und Philippe Pérès rund 60 Objekte renommierter, internationaler Designer übergeben. Zur Schenkung gehören auch diverse Skizzen, Prototypen und Archivmaterial. In diesem Jahr hat ferner der Designer Peter Ghyczy Objekte und Skizze an das Museum geschenkt, die seine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Elastogran demonstriert.

Kooperation mit Studierenden des Fachbereichs Design

Die Ausstellungsarchitektur und das Graphikdesign für „Von der Idee zur Form" entstanden in Kooperation mit Studierenden des Fachbereichs Design der Hochschule Niederrhein. „Es ist seltsam, 20 Jahre seiner Arbeit vor sich zu sehen", meint Philippe Pérès angesichts der ersten Ausstellung ihrer Objekte in Krefeld. Für das Ausstellungsdesign gab es von dem Franzosen ein „Bravo!" für die Studierenden. Es sei einerseits pädagogisch, aber auch sehr nah an ihrer Arbeitsweise, so Pérès. Die Krefelder Design-Studenten, Gewinner eines hochschulinternen Wettbewerbes, heben die Objekte unter anderem von Ronan & Erwan, Elodie Descoubes und Laurent Nicolas, Martin Szekely oder Michael Young im wahrsten Sinne hervor, indem sie diese auf Podeste stellen. Dabei handelt es sich um reine Exponate, auf denen man tunlichst nicht Platz nehmen darf - wie es sich für Museumsobjekte gehört. Bei ausgewählten Möbeln sollen Besucher hingegen als „haptisches Erlebnis" ausdrücklich den Gebrauch in Anspruch nehmen. Die Designwerke werden in den einzelnen Räumen durch Werksskizzen ergänzt, um den kreativen Schaffensprozess zu dokumentieren. Immer wieder treten diese Objekte auch in einen Dialog mit älteren Beständen der Kunstmuseen. Eindrucksvoll gelingt dies mit der japanisch anmutenden Sitzgruppe von Jérôme Gauthier, die mit japanischen Holzschnitten aus dem Sammlungsbestand präsentierten werden und vergleichbare Wohnraumszenen zeigen.

Designer Peter Ghyczy

Eine Sektion in der Ausstellung „Von der Idee zur Form" widmet das Museum dem deutsch-ungarischen Designers Peter Ghyczy. Seine 2018 erfolgte Schenkung an das Haus beinhaltet Skizzen, Dokumente, Prototypen für realisierte und nicht realisierte Design- und Architekturprojekte, darunter der Garden Egg Chair, eine Design-Ikone, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Eine kleine Auswahl seiner Werke ist nun ausgestellt. „Diese bedeutende Schenkung beleuchtet auf einzigartige Weise, wie Designer und Industrie versucht haben, neue Anwendungen für Kunststoff für unseren Alltag zu entwickeln", so Baudin. Durch diese Ergänzung entstehen spannende Parallelen zu anderen Konvoluten in der Sammlung, wie dem ebenfalls gezeigten Kayserzinn.

Zur Ausstellung entsteht ein Katalog (Deutsch/Französisch). Die Kunstmuseen Krefeld zeigen parallel ebenfalls auf der ersten Etage die Ausstellung „Peter Behrens. Das Praktische und das Ideale".