Inhalt

Ausstellung im „Krefeld Pavillon"

Zuletzt geändert: 12.04.2019 13:02:49 CEDT

Klare Formen, praktisch, reduziert und mit Flachdach - so lassen sich Bauhaus-Gebäude knapp beschreiben. Der Nabel des Krefelder Bauhausjahres im Kaiserpark an der Wilhelmshofallee hat mit diesem Stil nun überhaupt nichts gemein und das soll er ganz bewusst auch nicht. Denn die achteckige Holzkonstruktion mit Bronzedach, die begehbare Skulptur „Krefeld Pavillon" des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schütte, ist eine Reverenz an die Bildenden Künstler, die am Bauhaus gewirkt haben. „Die Bildende Kunst war ein Motor für die engen Beziehungen zwischen Bauhäuslern und der Seidenindustrie", sagt Christiane Lange, Vorsitzende der privaten Initiative „Mies in Krefeld" (MiK).

Ausstellung "Bauhaus und Industrie in Krefeld" im Pavillon des Künstlers Thomas Schütte (l.) mit Christiane Lange und Rolf Schlue vom Projekt Mik. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, T. Lammertz
Ausstellung "Bauhaus und Industrie in Krefeld" im Pavillon des Künstlers Thomas Schütte
(links) mit Christiane Lange und Rolf Schlue vom Projekt Mik.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, T. Lammertz

Diese zeigt dort ab Sonntag, 7. April, die Ausstellung „Bauhaus und Industrie in Krefeld", die auf einem zweijährigen Forschungsprojekt basiert. Das bislang unbekannte Kapitel der Bauhaus-Geschichte haben Christiane Lange und Anke Blümm vom Bauhaus Museum Weimar in dem Forschungsband „Bauhaus und Textilindustrie. Architektur - Design - Lehre" veröffentlicht. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die bis zum 27. Oktober zu sehende Ausstellung anlässlich des 100. Jubiläums des Bauhauses.

Der Krefeld-Pavillon. Foto: Projekt MIK
Der Krefeld-Pavillon.
Foto: Projekt MIK

Äußerlich mag der „Krefeld Pavillon" zwar nicht an das Bauhaus erinnern, dafür steckt jede Menge Bauhaus drin: Nach dem Ersten Weltkrieg strebte die hiesige Textilwirtschaft nach etwas „bahnbrechendem Neuen". Die Krefelder Produzenten wollten sich endgültig vom dominierenden französischen Modemarkt mit eigenen Kreationen absetzen. Nach der 1933 erzwungenen Schließung der Avantgardeschule kamen unter anderem der Bauhaus-Meister Georg Muche und rund 20 Bauhäusler, Bauhaus-Meister und Bauhaus-Absolventen an den Rhein. Für die Seidenindustrie waren sie als Architekten, Gestalter, Lehrer und als Bildende Künstler tätig. In sieben Sektionen wird diese Geschichte der Bauhäulser nun im „Krefeld Pavillon" erzählt. In diversen Filmbeiträgen kommen vor allem die Mitglieder des Forschungsteams und ehemalige Akteure zu Wort. Ergänzt werden die Dokumentationen durch zahlreiche Fotografien.

Die Ausstellung im Kaiserpark ist mittwochs bis freitags von 15 bis 21 Uhr, samstags, sonntags sowie an Feiertagen von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Änderungen vorbehalten, Sonderöffnungen für Gruppen und Schulklassen sind möglich. Der Eintritt beträgt acht Euro. Ein Kombiticket gilt für das Museum Haus Lange, Museum Haus Esters, das Kaiser-Wilhelm-Museum und den „Krefeld Pavillon" und kostet 16 Euro. Zur Ausstellung gehören Touren durch die Stadt per Bus oder Fahrrad. Die Teilnehmer entdecken, geführt von Fachleuten, die Werke, Wirkungsstätten und Wohnhäuser der in Krefeld tätigen Bauhäusler und der Vertreter der Seidenindustrie. Ab Sommer wird ein digitaler Architektur-Guide zur Verfügung stehen. Hintergrundinformationen, Karten und Abbildungen werden online abrufbar sein. Das Projekt konnte durch die finanzielle Unterstützung von Sponsoren und Stiftungen realisiert werden. An dem bundesweiten Bauhaus-Jubiläum beteiligt sich Krefeld als einzige Kommune in NRW.