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2018-02-16: „Aus dem Nähkästchen geplaudert" im DTM

Zuletzt geändert: 20.08.2018 16:29:23 CEDT

„Aus dem Nähkästchen geplaudert", heißt ein neues Programmformat des Deutschen Textilmuseums Krefeld. Die Besucher werden dabei jeweils an einem Mittwoch zu einer „Plauderei" mit Experten eingeladen. „Unsere Besucher erwartet kein Vortrag. Wir wollen mit ihnen ins Gespräch kommen", betont Museumsleiterin Dr. Annette Schieck. „Es ist ein Angebot für Personen, die schon eine Führung mitgemacht haben, aber noch mehr über die Hintergründe erfahren möchten", sagt Dr. Isa Fleischmann-Heck, stellvertretende Museumsleiterin. Dabei sollen nicht nur ausgewählte Exponate in den Ausstellungen hervorgehoben werden. „Wir gehen auch mal in die Restaurierungswerkstatt oder Bibliothek", so Schieck. Damit ein intensives Gespräch zwischen den Teilnehmer geführt werden kann, wird es nur 15 Plätze geben - eine Anmeldung ist erforderlich, es muss nur der Eintritt bezahlt werden.

Dr. Annette Schieck (links) und Dr. Isa Fleischmann-Heck stellen das Programm mit dem neuen Format "Aus dem Nähkästechen..."   vor. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, D. Senger
Dr. Annette Schieck (links) und Dr. Isa Fleischmann-Heck stellen das Programm mit dem
neuen Format "Aus dem Nähkästechen..." vor.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, D. Senger

Zum Auftakt der Nähkästchen-Plauderei am Mittwoch, 14. März, um 15.30 Uhr wird die Initiatorin des neuen Formats Fleischmann-Heck sich dem Werk des Krefelder Couturiers Werner Lauer (1910 bis 1973) widmen. Seine Kleider sind derzeit in der Ausstellung „Deutsche Couture - Kleiderwunder der 50er bis 70er Jahre" zu sehen. Im Rahmen der Plauderei dürfen die Besucher auch gesonderte Kleiderstoffe in die Hand nehmen, das Anfassen der wertvollen Kleider ist ansonsten untersagt. Accessoires werden zudem unter die Lupe genommen, um ihre Feinheiten zu entdecken. „Die Plauderei soll ein Mehrwert für alle sein, der tiefer in eine Materie eintauchen möchten", so Schieck. Aus dem Nähkästchen wird zukünftig vierteljährlich, immer an einem Mittwoch um 15.30 Uhr nach der öffentlichen Führung geplaudert. Gesprächspartner sind entweder ein Gast, ein Experte oder ein Museumsmitarbeiter, die Themen variieren zwischen aktuellen Ausstellungen und Exponaten über eigene Recherchen und ungewöhnliche Restaurierungsobjekte. „Zur nächsten Ausstellung Reflexionen nehmen wir das Nähkästchen wörtlich und sprechen wir mit einem der Künstler, der zurzeit eine Nähkästchenskulptur aus Holz herstellt", sagt Schieck. Sie selbst wird über archäologische Textilfragmente aus dem 6. Jahrhundert in der Sammlung des DTM berichten. Die Kunsthistorikerin Dr. Uta-Christiane Bergemann wird spannende Hintergrundinformationen über die Sammlung Paul Prött berichten, die sie im Forschungsprojekt „Ans Licht!" herausgefunden hat.

Die Format-Premiere ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Deutsche Couture": Museumspädagogin Larissa Konze bietet am Samstag, 3. März, von 11 bis 14 Uhr für Kinder und Erwachsene den Workshop „Entwirf Deine eigene Modekollektion" an. Die Teilnahme kostet zehn Euro, Anmeldung unter Telefon 0 21 51 / 94 69 45 0 oder per E-Mail textilmuseum@krefeld.de. Eine Sonderführung mit Kuratorin Fleischmann-Heck findet am Sonntag, 18. März, um 11 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. In den Osterferien können Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren unter der Leitung von Barbara Köstner mit „Pflanzen färben". Der Workshop findet am Montag und Dienstag, 26. und 27. März, von jeweils 10 bis 15 Uhr statt. Die Kulturrucksack-Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldung unter Telefon 02151 9469450 oder per E-Mail an textilmuseum@krefeld.de.

Museumspädagogin Konze bietet am Mittwoch, 4. April, von 11 bis 14 Uhr für Kinder und Erwachsene den Workshop „Mode entwerfen für Ankleidepuppen" an. Die Teilnahme kostet zehn Euro. Anmeldung unter Telefon 02151 9469450 oder per E-Mail textilmuseum@krefeld.de. Eine Sonderführung mit Kuratorin Fleischmann-Heck findet am Donnerstag, 12. April, um 16 Uhr statt. Die Teilnahme kostet acht Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.vhs.krefeld.de

Zum Abschluss stellt Dr. Inge Röhnelt, Leiterin der Volkshochschule Krefeld, in einer Kombination aus Vortrag und Ausstellungsbetrachtung die „Weibliche Identität im Werk Ingeborg Bachmanns" vor. In den 1950er- bis 1970er-Jahren setzte sich die österreichische Schriftstellerin mit der Frage nach der weiblichen Identität auseinander. In ihrem Roman „Malina" (1971) thematisiert Bachmann die Spannung zwischen einer Liebenden als (selbstlosem) Objekt des Begehrens und der Intellektuellen, die ihre weibliche Identität einem männlichen Alter-Ego opfert. Der Vortrag reflektiert Weiblichkeitsentwürfe in Mode und Schönheitsidealen des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Kooperationsveranstaltung von Textilmuseum und VHS im Haus am Andreasmarkt am Dienstag, 15. Mai, beginnt um 19 Uhr, die Teilnahme kostet zehn Euro, inklusive einem Glas Sekt oder Saft. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.vhs.krefeld.de.

Die Ausstellung „Deutsche Couture - Kleiderwunder der 50er bis 70er Jahre" endet am 18. Mai. Im Mittelpunkt stehen die Arbeiten des Couturiers Werner Lauer (1910 bis 1973), die erstmals in diesem Umfang in einem Museum präsentiert werden. Der Gründer des Couture-Hauses Lauer-Böhlendorff kleidete seit Ende der 1940er Jahre die Offiziersdamen der Besatzungsmächte sowie die High Society in Westdeutschland ein. Werner Lauer schuf als einer der großen deutschen Modeschöpfer seine international bekannten Kreationen bis Anfang der 1970er-Jahre in seinem Atelier in Krefeld. Der aktuelle und von Grafiker Lutz Dietrich gestaltete Flyer liegt stadtweit aus. Weitere Informationen über die aktuelle Ausstellung stehen unter .