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100 Jahre Bauhaus: Zweiter Akt „Mobilität“ eröffnet

Zuletzt geändert: 11.07.2019 11:15:46 CEDT

In der sich über ein Jahr sukzessive aufbauenden Ausstellung „Anders Wohnen. Entwürfe für Haus Lange und Haus Esters" haben die Kunstmuseen Krefeld den zweiten Akt „Mobilität" eröffnet. Die Kuratorinnen Katia Baudin, Dr. Sylvia Martin und Dr. Magdalena Holzhey haben das Projekt anlässlich von 100 Jahre Bauhaus entwickelt. Für diesen Teil sind die Künstler Didier Fiúza Faustino, Andreas Schmitten und Andrea Zittel nach Krefeld eingeladen worden, die Außenflächen zu bespielen. Dafür haben sie für die Gärten neue Werke realisiert. Am Projekt „Anders Wohnen" sind insgesamt sechzehn Künstler, Architekten und Designer beteiligt. Aus einer kritischen Auseinandersetzung mit der digitalen, globalen Gesellschaft und mit Blick auf aktuelle Herausforderungen wie Ressourcenknappheit oder Wohnungsmangel entwarfen sie alternative Wohn- und Lebensmodelle. Die moderne Architektur von Ludwig Mies van der Rohe steht dabei im Dialog mit den Installationen und Werken.

Andreas Schmitten (geboren 1980, lebt in Düsseldorf) der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, hat eines seiner Modelle, die im Haus Lange bereits seit Mai ausgestellt sind, Wirklichkeit werden lassen. Mit kaputten und deformierten Gartenmöbeln inszeniert er vor Haus Lange eine Freizeitidylle, die schon lange nicht mehr funktioniert.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Andreas Schmitten (geboren 1980, lebt in Düsseldorf) der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, hat eines seiner Modelle, die im Haus Lange bereits seit Mai ausgestellt sind, Wirklichkeit werden lassen. Mit kaputten und deformierten Gartenmöbeln inszeniert er vor Haus Lange eine Freizeitidylle, die schon lange nicht mehr funktioniert.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Bedeutung Mobilität

Der Begriff der Mobilität hat seinen Ursprung im Lateinischen und er lässt sich in verschiedenen Varianten übersetzen: Beweglichkeit, Schnelligkeit, Gewandtheit und Veränderlichkeit, Unbeständigkeit, Wankelmut. Wird der Begriff so auf die Gesellschaft gespiegelt, bedeutet er reichlich mehr als nur von einem Punkt A zu einem Punkt B in möglichst kurzer Zeit zu gelangen, sondern auch ein andauerndes Sich-Wandeln. Die Mobilität dringt so immer tiefer in die Lebenswirklichkeit der Menschen ein, indem sie von ihnen abverlangt, ihr tägliches Handeln, ihre Wohn- und Arbeitswelt an ein von außen an sie herangetragenes Bedürfnis einer allumfassenden Verfügbarkeit anzupassen. Denkt man über Mobilität in dieser Form nach, richtet sich der Blick dabei immer auch nach vorne, mitunter in eine utopische, eine gute, oder dystopische, eine finstere Zukunft.

Die Mobilität kennzeichnet grundsätzlich etwas Flüchtiges zwischen Handlungsräumen, in denen sich Menschen bewegen. Hier treffen öffentlich und privat, außen und innen unmittelbar aufeinander. Bei dem Projekt „Anders Wohnen" (bis 26. Januar 2020) steht der nun bespielte Gartenbereich von Haus Lange und Haus Esters gleichbedeutend für eine solche Zone des Übergangs, stehen hier doch Architektur und Natur, Innen und Außen in einem permanenten Dialog. Große Fensterfronten und eine verzweigte Terrassenlandschaft sind die architektonischen Instrumente, die den Übergang gewährleisten.

Werke der Künstler zur Ausstellung

Genau diese Transferzone besetzt Didier Fiúza Faustino ( geborten 1968 in Lissabon, lebt in Paris) mit seiner Arbeit „Global Warming": Feldbetten, die zu einem Kreuz verschränkt sind, und Flugzeugdecken von unterschiedlichen Airlines bilden ein symbolisches Verweissystem, mit dem der französische Künstler und Architekt auf die Überhitzung einer Gesellschaft verweist, die sich beispielhaft in erzwungenen Migrationsbewegungen und ihren Folgen zeigt.

Andreas Schmitten (geboren 1980, lebt in Düsseldorf) der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, hat eines seiner Modelle, die im Haus Lange bereits seit Mai ausgestellt sind, Wirklichkeit werden lassen. Mit kaputten und deformierten Gartenmöbeln inszeniert er vor Haus Lange eine Freizeitidylle, die schon lange nicht mehr funktioniert.

Die US-Amerikanerin Andrea Zittel (gebroen 1965, lebt in Kalifornien) verwandelt das Gartenhaus von Haus Esters in eine Wohnzelle, in der sich zukünftig Reisende