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Bundespräsident, Ballett und Pavillon – erste Bauhaus-Bilanz

Zuletzt geändert: 05.08.2019 09:28:06 CEDT

Der erste Besuch eines Bundespräsidenten nach 36 Jahren, die begehbare Skulptur „Krefeld Pavillon" des Künstlers Thomas Schütte, die Aufführung des Triadischen Balletts von Oscar Schlemmer durch das Theater der Klänge - das Bauhaus-Jubiläumsjahr in Krefeld hat bereits einige Höhepunkte geboten. Nun zogen Oberbürgermeister Frank Meyer, Christiane Lange vom Projekt Mies in Krefeld (MiK) und Claire Neidhardt vom Stadtmarketing eine Zwischenbilanz. Zudem wurde im Primus-Palast an der Lewerentzstraße die Dokumentation „100 Jahre Bauhaus in Krefeld" vorgestellt.

Halbzeitbilanz und Filmvorstellung zum Bauhaus-Jahr. von links.: Claire Neidhardt, Oberbürgermeister Frank Meyer, Christiane Lange und Filmemacher Mike Jacobi. Frau Langer hält eine kleines Modell des Schütte-Pavillons in der Hand.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Halbzeitbilanz und Filmvorstellung zum Bauhaus-Jahr. von links.: Claire Neidhardt, Oberbürgermeister Frank Meyer, Christiane Lange und Filmemacher Mike Jacobi. Frau Langer hält eine kleines Modell des Schütte-Pavillons in der Hand. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Knapp zwei Wochen nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bauhaus-Jubiläumsjahr in Berlin offiziell eröffnet hatte, besuchte das deutsche Staatsoberhaupt Anfang Februar die beiden Villen Haus Lange und Haus Esters des Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Es war der dritte und letzte Direktor der Schule. „Vielen ist nicht bekannt, dass Krefeld über herausragende Bauhaus-Architektur verfügt", sagte der Bundespräsident beim Rundgang mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender durch die Häuser und der anschließenden Besichtigung des „Krefeld Pavillons". „Herr Steinmeier war sehr begeistert", erinnert sich Frank Meyer. Sein Besuch rückte die „Bauhaus-Metropole Krefeld" bundesweit in den Fokus der Medien.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Bündenbender werden von Hunderten Krefeldern an Haus Lange begrüßt. Foto: Stadt Krefeld
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Ehefrau Elke Bündenbender werden von Hunderten Krefeldern am Museum Haus Lange begrüßt. Fotos: Stadt Krefeld

Das Besucherinteresse an der Wilhelmshofallee sei seitdem ungebrochen hoch: Die Kunstmuseen Krefeld verzeichnen seit ihrem Auftakt im März schon mehr als 20 000 Menschen (Stand Ende Juni). Im letzten Öffnungsjahr 2017 kamen insgesamt über 26 000 Besucher, 2018 blieben die Villen wegen Renovierung geschlossen. Den „Krefeld Pavillon" sahen sich über 5000 Menschen an. „Die Besucher bleiben im Durchschnitt anderthalb Stunden bei uns. Die Atmosphäre bei uns wird sehr genossen", berichtet Lange. Das Programm und die Führungen werden zudem gut angenommen. Aktuell unterstützt der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte, der den „Krefeld Pavillon" im Kaiserpark entworfen hat, den Verein „Mies in Krefeld" mit einer Pop-Up-Miniaturausgabe seiner Skulptur aus Papier. Die Edition ist in einer Auflage von nur 100 Stück erschienen, kostet 420 Euro und wird im Pavillon verkauft. „Die Nachfrage ist groß, es sind aber noch einige vorhanden", so Lange.

Aufführungen des Triadischen Balletts

Eine ebenfalls zufriedene Bilanz kann das Krefelder Stadtmarketing ziehen: Mehrere Hundert Menschen schauten sich die beiden Aufführungen des Triadischen Balletts auf der Bühne am Willy-Göldenbachs-Platz als Programmpunkt von „Kultur findet Stadt" an. Neben zahlreichen Krefeldern kommen Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet, um sich Ausstellungen anzuschauen, an Exkursionen oder an besonderen Events teilzunehmen. „Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Häufig sind wir bei unseren Veranstaltungen ausgebucht und müssen Zusatztermine anbieten", sagt Neidhardt.

ufführung des Triadischen Balletts von Oscar Schlemmer durch das Theater der Klänge.
Aufführung des Triadischen Balletts von Oscar Schlemmer durch das Theater der Klänge.

Bis zum Jahresende folgen nun noch diverse Ausstellungen, Tagungen und andere Programme: So widmet sich am 10. und 11. Oktober eine Tagung dem Thema „Die Bau- und Gartenkultur der Häuser Mies van der Rohes". Das Deutsche Textilmuseum Krefeld eröffnet am 29. September die Ausstellung „Zeitkolorit". Darin wird die Entwicklungen der Mode in der Zeit um 1880 bis in die 1930er-Jahre unter dem Aspekt der Erfindung und Anwendung von synthetischen Färbemitteln in der Textilherstellung präsentiert. Den Überlegungen zur Farbigkeit der Textilien im Bauhaus wird dabei ein Themenschwerpunkt gewidmet. Ab sofort steht einDokumentarfilm von Michael Jacobi über das Bauhaus in Krefeld auf dem Youtube-Kanal der Stadt, in dem Protagonisten des Jubiläumsjahres interviewt werden und diese über das Bauhaus berichten.

Bauhaus in Krefeld

„100 Jahre Bauhaus" wird im Jahr 2019 nicht nur in Berlin, Weimar und Dessau gefeiert: Auch die Stadt Krefeld setzt mit Ausstellungen und Projekten künstlerische und architektonische Akzente. Sowohl die städtischen Museen als auch die bürgerschaftliche Initiative Projekt MIK bieten ein umfangreiches Programm. Hinzu kommen Veranstaltungen der Kulturinstitute, der freien Szene, der Wirtschaft und des Stadtmarketings. Die Aktivitäten sind eingebunden in das bundesweite Jubiläumsjahr und in das Programm „100 Jahre Bauhaus im Westen", das vom Land NRW und den Landschaftsverbänden organisiert wird. „Krefeld ist die Bauhausstadt in Nordrhein-Westfalen. Keine andere Stadt in unserer Region ist historisch so eng mit dem Bauhaus verknüpft: Hier lebten und wirkten Ludwig Mies van der Rohe, Lily Reich, Johannes Itten, Georg Muche und rund 25 weitere Vertreter der Bewegung. Diese Krefelder Stärke wollen wir deutlicher auf die Landkarte bringen", erklärt Oberbürgermeister Frank Meyer.

Museum Haus Lange Volker Döhne
Museum Haus Lange. Fotos: Volker Döhne

Ein Höhepunkt im Bauhaus-Jahr soll das Projekt „map 2019 Bauhaus Netzwerk Industrie" werden. Initiiert wurde es von dem Verein Projekt MIK, der mit dem begehbaren Modell „Mies 1:1" bundesweit Aufmerksamkeit erregt hatte. Dabei handelte es sich um das Originalmodell eines von Mies van der Rohe geplanten, aber nie realisierten Golfclubhauses, das einen Sommer lang auf einem Feld am Stadtrand von Krefeld aufgebaut war.

Modell von Thomas Schütte
Modell von Thomas Schütte

Diesmal stellt der Verein im Kaiserpark eine begehbare Skulptur des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schütte auf. Der achteckige Pavillon dient zum einen als Ausstellungsfläche, zum anderen als Veranstaltungs- und Begegnungsort. Die vorbereitenden Arbeiten zum Bau des Pavillons beginnen in diesen Tagen, die Eröffnung ist für Anfang April 2019 geplant.

Museum Haus Esters Volker Döhne
Museum Haus Esters

Darüber hinaus betreibt der Verein um Christiane Lange und Rolf Schlue wissenschaftliche Forschungen zu den Verbindungen zwischen dem Bauhaus und der Seidenindustrie, die damals ein Hauptförderer der Künstler, Architekten und Gestalter war. „Uns interessiert, wie es zu diesen Verbindungen kam. Schließlich war das Bauhaus kein Mainstream, sondern eine durchaus umstrittene Avantgarde-Bewegung", sagt Christiane Lange von Projekt MIK. Die Stadt soll entlang den Spuren der Bauhaus-Bewegung kartographiert werden: Es gibt Wege, Pfade und Führungen für die Besucher, ein digitaler Architekturführer zur Geschichte des Bauhauses soll entstehen.

Alicja Kwade Grad der Gewissheit 2013 2014
Alicja Kwade - Grad der Gewissheit 2013/2014

Wenige Meter neben dem Schütte-Pavillon stehen die berühmten Häuser Esters und Lange, die Ludwig Mies van der Rohe Ende der 1920er-Jahre entworfen und gebaut hat. Diese Glanzstücke der Bauhaus-Ära werden seit Jahrzehnten als Kunstmuseen genutzt und stehen im Jahr 2019 natürlich ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres. Unter dem Titel „Anders wohnen. Entwürfe für Haus Lange Haus Esters" soll ein Laboratorium zum Thema Wohnen und Zusammenleben entstehen. „Wir möchten die Schnittstellen von Kunst und Gesellschaft untersuchen und eine Plattform für die Bürgerinnen und Bürger bieten", betont die Leiterin der Kunstmuseen Krefeld, Katia Baudin. Rund 20 internationale Künstler, Designer und Architekten entwerfen mögliche Einrichtungen für die Villen, es entsteht eine „Dramaturgie aus Installationen", die sich über das ganze Jahr 2019 erstreckt.

Ludger Gerdes Von Angst bis Wollen 2016 2017
Ludger Gerdes - Von Angst bis Wollen 2016/2017

Im Kaiser-Wilhelm-Museum in der Innenstadt wird es ab Mitte des Jahres zunächst eine Sammlungspräsentation mit dem Fokus Bauhaus geben. Im Oktober 2019 beginnt dann die Ausstellung „Folklore und Avantgarde. Volkstümliche Traditionen im Zeitalter der Moderne". Sie beleuchtet das Interesse von Bauhaus-Künstlern für lokale und handwerkliche Ausdrucksformen. Dabei sind unter anderem Werke von Heinrich Campendonk, Le Corbusier und Wassily Kandinsky zu sehen. Hinzu kommen sogenannte Sammlungssatelliten mit Arbeiten zeitgenössischer Künstler.

Less ist still mor Michael Craig-Martin 2013
Gate (White) - Less ist still more - Michael Craig-Martin 2013

Im Deutschen Textilmuseum läuft Ende September 2019 die Ausstellung „Zeitkolorit" an. Sie präsentiert Entwicklungen der Mode in der Zeit von 1880 bis in die 1930er-Jahre unter dem Aspekt der Erfindung und Anwendung von synthetischen Färbemitteln in der Textilindustrie. Den Überlegungen zur Farbigkeit von Textilien im Bauhaus gilt ein besonderer Fokus. Zu den Exponaten zählen neben Kleidung und Accessoires auch Fläschchen mit Färbesubstanzen, Proben, Musterbücher und Fotografien. „Wir arbeiten für diese Ausstellung mit der Hochschule Niederrhein, der Technischen Hochschule Köln und dem Museum Schloss Rheydt in Mönchengladbach zusammen", sagt die Leiterin des Deutschen Textilmuseums, Dr. Annette Schieck.

Some USA Stories Fabian Marcaccio 2012
Some USA Stories Fabian Marcaccio 2012

Das Stadtmarketing hat diese und weitere Aktivitäten im Bauhaus-Jahr in einer Broschüre zusammengestellt, die bundesweit verteilt wird. In der Broschüre findet sich auch das Ausstellungsprojekt „grenzWertig", das im Mies van der Rohe Business Park umgesetzt wird. Dort steht der einzige Industriebau, den Ludwig Mies van der Rohe je gestaltet hat. Ein Projekt des Stadtarchivs erforscht die Industrie- und Konsumkultur in Krefeld zwischen den beiden Weltkriegen. Die Gemeinschaft Krefelder Künstler (GKK) bereitet unter dem Titel „Inspiration Bauhaus" eine Ausstellung mit gegenwärtigen künstlerischen Positionen zum Bauhausjahr vor. Die Hochschule Niederrhein veranstaltet eine Bauhaus-Werkschau im Bernhard-Pfau-Bau am Frankenring. Außerdem wird es Lesungen, Theaterstücke und weitere kulturelle Angebote geben. Wie der Leiter des Stadtmarketings, Ulrich Cloos, betont, soll das Bauhaus jedoch nicht nur als Publikumsmagnet nach außen wirken, sondern auch als „Stimmungsverstärker" nach innen. „Das Bauhaus soll in Krefeld kein Thema für Eliten sein, sondern eines, das uns alle angeht. Wir möchten uns als Stadt zeigen, die in der Tradition des Bauhaus experimentierfreudig und erfindungsreich ist."

John Baldessari 2009
John Baldessari 2009

Eingebettet sind die Aktivitäten in das Programm „100 Jahre Bauhaus im Westen", ein Projekt des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft und der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. „Wir möchten landesweit einerseits die Ikonen des Bauhaus zeigen, aber andererseits auch die ganze Breite der Bauhaus-Philosophie", erklärte Dr. Joachim Henneke, Beauftragter des Landes für das Bauhaus-Jubiläum. Er verwies auf mehr als 40 verschiedene Projekte, die in Nordrhein-Westfalen rund um das Bauhaus angeboten werden.

Die Zugezogenen Elmgreen und Dragset 2017
Die Zugezogenen Elmgreen und Dragset 2017

Das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus" wird im Jahr 2019 bundesweit gefeiert. Die legendäre Hochschule für Gestaltung, gegründet 1919 in Weimar und sechs Jahre später nach Dessau verlegt, wurde 1933 auf Druck der Nationalsozialisten geschlossen. Zu ihren wichtigsten Vertretern gehören neben Ludwig Mies van der Rohe, Johannes Itten und Georg Muche auch Paul Klee, Gerhard Marcks, Oskar Schlemmer und Wassily Kandinsky.

Mies van der Rohe während der Arbeit am Haus Esters, ca. 1927/28 © VG BILD KUNST BONN
Mies van der Rohe während der Arbeit am Haus Esters, ca. 1927/28 © VG BILD KUNST BONN

Pressestimmen - Bauhaus in Krefeld

Die verschiedenen nordrhein-westfälischen Ausstellungen zum Bauhaus-Jubiläum, die bis nächstes Jahr noch laufen, haben sich mit bislang mehr als hunderttausend Besuchern großer Beliebheit erfreut. [...] Die beiden in Krefeld vom Aachener Architekten Ludwig Mies van der Rohe errichteten Bauhaus-Villen wurden innerhalb von gut drei Monaten bereits von mehr als 20.000 Menschen besichtigt.
Aachener Zeitung, 5. August

Krefeld etabliert sich als Bauhaus-Metropole
Rheinische Post, 26. Juli

Wenn man eines mit großer Gewissheit konstatieren kann, dann, dass der 100. Geburtstag des Bauhaus Krefeld die Möglichkeit gegeben hat, sowohl nach Innen als auch nach Außen nochmals ins Bewusstsein zu rücken, wie viel Bauhaus wirklich in der Seiden- und Textilstadt steckt.
Westdeutsche Zeitung, 26. Juli

Nun leuchten die Rahmenbänder von Haus Lange und Haus Esters wieder im originalen Grünton und bilden einen klaren Kontrast zu den dunkelroten Klinkern. Dies ist eines von vielen Details der kürzlich abgeschlossenen Sanierung der beiden Krefelder Villen, die Ludwig Mies van der Rohe Ende der 20er-Jahre entworfen hat. So herausgeputzt, bieten diese Architekturikonen ein passendes Ambiente für die Bauhaus-Feierlichkeiten.
Die Welt, 24. Mai

Krefeld ist mit den Aktionen zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus" auch international im Fokus. Daran haben auch die Krefelder Kunstmuseen ihren Anteil. Die von Bauhaus-Architekt Ludwig Mies van der Rohe geplanten Museumsvillen Haus Esters und Haus Lange sind nach der Renovierung pünktlich eröffnet worden und spielen den Bauhaus-Gedanken mit zeitgenössischen Künstlern, Architekten und Designern fantasievoll weiter.
Rheinische Post, 20. Mai

Wer das neue Bauhaus-Museum in Weimar besucht, begegnet der Bauhaus-Stadt Krefeld vielfach. Eine Tischgruppe aus Haus Esters gehört zu den Exponaten in der Ausstellung, Haus Lange und Haus Esters werden im Mies-van-der-Rohe-Raum ausführlich dokumentiert.
Rheinische Post, 14. Mai

Zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses zeigen sich zwei Schmuckstücke der Architekturschule in Nordrhein-Westfalen in neuem Glanz. [...] Für rund 1,2 Millionen Euro wurde das imposante Backstein-Ensemble in einem Villenvorort von Krefeld gut ein Jahr lang restauriert. In den vom Architekten Ludwig Mies van der Rohe Ende der 1920er Jahre entworfenen und so modern wie herrschaftlich erscheinenden einstigen Wohnhäusern stehen große Baukunst und kleine Details im Mittelpunkt. Haus Esters und Haus Lange gehören zu den städtischen Museen in Krefeld, hier wird sonst zeitgenössische Kunst gezeigt.
dpa, 14. März

Keine andere Stadt in NRW ist so eng mit dem Bauhaus verbunden wie Krefeld: Der letzte Bauhaus-Direktor, Ludwig Mies van der Rohe, baute zwei Villen für die Krefelder Unternehmerfamilien Esters und Lange.
WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen, 12. März

"Die Krefelder Bauhaus-Spuren haben auch das Interesse von Pia und Martin Schulte und ihren Töchter Svenja (13) und Marie (6) geweckt; dabei hat die Reisegruppe aus Frankfurt ursprünglich für das Familienprogramm "Duisburg für Entdecker" in der Jugendherberge Duisburg Sportpark eingecheckt. Als ihnen andere Familien in der Jugendherberge von ihrem Besuch im 20 Kilometer entfernten Krefeld erzählen, ist Pia jedoch neugierig: "Ständig ist vom Bauhaus die Rede und doch weiß man so wenig darüber, zum Beispiel, dass es nicht nur in Weimar und Dessau seine Spuren hinterließ. Oie Gelegenheit greifen wir jetzt beim Schopf."

Bauhaus DJH-Magazin
Extratour 1/2019 - Magazin des Deutschen Jugendherbergswerk

"Vielen ist nicht bekannt, dass Krefeld über herausragende Bauhaus-Architektur verfügt. Ich wünsche der Stadt Krefeld für die geplanten Ausstellungen viel Erfolg ", sagte der Bundespräsident, der die beiden von Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Villen Haus Esters und Haus Lange am Samstag anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Bauhaus" in Augenschein nahm.
MeinKrefeld.de, 2. Februar 2019

Bundespräsident besucht Bauhaus-Hochburg Krefeld
Welt.de, 2. Fabruar

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt heute nach Krefeld. Gegen Mittag trifft das Staatsoberhaupt ein. Steinmeier besucht eine Demokratie-Werkstatt in der Krefelder Südstadt und besichtigt die Bauhaus-Villen Haus Esters und Haus Lange.
Kölner Stadtanzeiger - Online, 2. Februar

Der Bundespräsident besucht die Häuser Lange und Esters als herausragende Bauhaus-Werke.
Rheinische Post, 19. Januar 2019

In Krefeld liegen die Verbindungen zum Bauhaus am nächsten. Wurden doch die beiden berühmten Krefelder Fabrikanten-Villen Haus Lange und Haus Esters von Ludwig Mies van der Rohe geplant, bevor er 1930 als Direktor an Bauhaus ging.
kultur.west. Magazin für Kunst und Gesellschaft NRW, Dezember2018/Januar 2019

Auf der Liste stehen aber auch Villen: manche bekannte wie etwa das Haus Schminke in Löbau oder die 1930 von Ludwig Mies van der Rohe gestalteten Häuser Lange und Esters, aber auch versteckte Kleinode wie das Landhaus Michaelsen in Hamburg.
Die Welt - Speziel 100 Jahre Bauhaus, Januar 2019

Dabei gehören die beiden Backsteingebäude mit den offenen kubischen Raumstrukturen, die der Architekt und Direktor der Reformschule Ludwig Mies van der Rohe und die Designerin Lilly Reich entworfen haben, zu den wenigen Glanzlichtem jenes Architekturstils auf nordrhein-westfälischem Boden. [...] Im Westen Deutschlands gibt es kaum Werke, die tatsächlich von Künstlerinnen und Künstlern des historischen Bauhauses stammen - also von jenen, die seit 1919 an den Standorten in Weimar, Dessau oder Berlin studiert und gearbeitet haben, bis die Nationalsozialisten 1933 das Experiment beendeten. Außer den beiden Krefelder Villen hat Mies van der Rohe auch den Bau der Textilfabrik Verseidag in Krefeld entworfen.
Welt am Sonntag, 13. Januar 2019

Vielleicht zeigt die Bauhaus-Architektur nicht von ungefahr bei Industriebauten ihre Stärke: Bei den Vereinigten Seidenwerken AG in Krefeld von Mies van der Rohe etwa (der dort eben nicht nur die Fabrikanten-Villen Haus Esters und Haus Lange entwarf)
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 16. Januar 2019

Bei den Jubiläumsaktionen zum Bauhausjahr 2019 spielt Krefeld eine zentrale Rolle.
Rheinische Post, 19. September 2018

„Bauhaus 100 im Westen" ist ein Fest für Krefeld.
Westdeutsche Zeitung, 18. September 2018

Weil es in Nordrhein-Westfalen so gut wie keine gebauten Spuren des Bauhauses gibt. Die einzige Ausnahme bildet Krefeld, wo Mies van der Rohe für die Seidenfabrikanten Hermann Lange und Josef Esters zwei benachbarte Villen entworfen hat, die 1930 fertiggesetllt wurden.
Westfalenspiegel 6/2018

An dem bundesweiten Bauhaus-Jubiläum beteiligt sich Krefeld als einzige Kommune in Nordrhein-Westfalen.
NRZ, 6, Januar 2017