Inhalt

Trauerhalle Hauptfriedhof

Bild von der Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof mit Zuwegung aus Blickwinkel vom Haupteingang.

Trauerhalle Hauptfriedhof

Die Trauerhalle wurde im November 1915 nach rund zwei Jahren Bauzeit fertig gestellt. Das bemerkenswerte Bauwerk mit seinen beiden schiefergedeckten Flügeln, der krönenden kupfergedeckten Kuppel und den Räumlichkeiten für die „Sektion" - heute gerichtsmedizinische Untersuchung - wurde damals von dem Leitenden Baurat Hentrich geplant und von dem Architekten Rumpen entworfen.
Hervorstechendes Element ist der 15,20 Meter durchmessende und 16 Meter hohe Einsegnungssaal mit seiner Empore unter dem Kuppeldach. In den Flügelbauten verbergen sich neun Einzel- und Doppelzellen, Raum gab es für sechs weitere Leichenzellen - damals gab es noch keine Kühlräume -, dazu kamen Räumlichkeiten für die Geistlichkeit, für die Angehörigen, für Wärter und Personal.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Trauerhalle durch eine Minenexplosion schwer beschädigt. Der zusammenbrechende Dachstuhl zerschlug die Orgel. Türen und Fenster wurden aus den Rahmen gerissen. In der ersten Nachkriegszeit wurde die Halle provisorisch geflickt. Die optisch völlig unbefriedigende Notlösung rief bei den Krefeldern schon in den ersten Wiederaufbaujahren heftigste Kritik hervor. 1951 wurde die Sanierung dann für 80 000 DM in Angriff genommen. Etwas später wurde auch eine neue Orgel installiert.
1968 kamen die Ehrentafeln mit den Namen von Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg, die bis dato in einem Abstellraum der Linner Burg untergebracht waren, nach einer Restauration an die Wände der Einsegnungshalle, was nicht ganz ohne politische Kontroversen im Rat geschah.

1974 wurde die Halle für 1,3 Millionen DM saniert. Dabei wurde neben neuen Sanitäranlagen vor allem ein effizientes Kühlsystem eingebaut, die so genannten "Leichenzellen" aus den früheren Jahren hatten endgültig ausgedient.

Im Sommer 2006 ist die gesamte Dachkonstruktion mit einem Kostenaufwand von 850.000 Euro saniert worden. Dabei sind die Schiefereindeckung der Flügelbauten und die Kupfereindeckung des Kuppeldaches komplett erneuert worden.