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Miniermotte

Kastanienminiermotte Erstes Auftreten

Miniermotte auf einem Blatt.

Quelle: Landwirtschaftskammer
Nordrhein-Westfalen 48147 Münster

Im Jahre 1998 trat erstmals bei den Rosskastanien in der Kölner Bucht eine sehr frühe Verfärbung des Laubes auf. Viele braune Flecken befanden sich auf den Blättern, die von hellen, fast durchsichtigen Bereichen umgeben waren.
Die Blätter verbraunten in den folgenden Jahren sehr früh bis in die Kronen und begannen abzufallen. Für die Rosskastanien begann der „Herbst" bereits im Sommer.

Kastanienminiermotte

Verursacher sind circa 3 mm kleine Raupen, die Raupen der Kastanienminiermotte. Die Raupen der Kastanienminiermotte leben im Inneren der Blätter und bilden dort Fraßgänge, Minen, die die Form von Wolken haben. Daher kommt auch der lateinische Namen des Schmetterlings „Cameraria ohridella".

 

Auf einem Blatt der Rosskastanie sitzt eine Miniermotte. Sie hat auf dem Blatt Eier abgelegt. Auf einem Blatt der Rosskastanie sitzen zwei Miniermotten. Abgelegte Eier und Fraßgänge der Miniermotte befinden sich auf dem Blatt. Starker Befall  von Miniermotte am Kastanienblatt.

Eiablage, Eiablage und Fraßgänge, starker Befall

Großflächiger Befall von der Miniermotte an einer Kastanie. Deutlicher Miniermottenbefall der Kastanien durch die absterbenden Blätter. Blätter der Rosskastanie, die aufgrund des starken Befalls durch die Miniermotte absterben.

Großflächiger Befall, Braunfärbung der Blätter, absterbende Blätter

Quelle: Landwirtschaftskammer
Nordrhein-Westfalen 48147 Münster

Miniermotte

Die Schmetterlinge legen auf den Blattoberflächen Eier ab, aus denen die Larven schlüpfen, diese bohren sich sofort ins Blattinnere und ernähren sich zuerst von den Blattsäften.Nach einigen Tagen fangen die Raupen an das Blatt auszufressen.
Je nach Witterungsbedingungen treten in einem Jahr 3 bis 4 Generationen der Miniermotte auf.

Einzelne Stadien des Befalls durch die Kastanienminiermotte

  • Eiablage und Eiablage und Fraßgänge
  • Starker Befall und Großflächiger Befall
  • Braunfärbung der Blätter und Absterbende Blätter

Quelle: Landwirtschaftskammer
Nordrhein-Westfalen 48147 Münster

Dabei ist der Befallsunterschied zwischen einer weissblühenden und einer rotblühenden Rosskastanie beachtlich.
Die rotblühenden Rosskastanien sind viel weniger betroffen, da deren Blattsaft und Blattgewebe wahrscheinlich eine andere Zusammensetzung haben als die Blätter der weissblühenden Rosskastanie.

Tipps für die Rosskastanie im Garten

1. Einsammeln und Vernichtung des abgefallenen Laubes

Zurzeit gibt es nur eine effektive und sehr wirksame Methode, um die Kastanienminiermotte zu bekämpfen. Das abgefallene Laub muss konsequent und vollständig beseitigt werden, auch unter Büschen und Hecken, da die Puppen der Kastanienminiermotte bis zu sechs Monate in den Blättern überwintern können. Am sichersten ist das Verbrennen des Laubes, weil damit gleichzeitig die Puppen vernichtet werden. Die Kompostierung in Großkompostanlagen erzielt das gleiche Resultat.
Die Kompostierung und Lagerung des Laubes im eigenen Garten sollte dagegen nicht erfolgen, weil hier den Puppen der Kastanienminiermotte ideale Überwinterungsmöglichkeiten geboten werden.
Das Laub aus den privaten Grundstücken darf nicht zum Straßenlaub hinzugefügt werden. Jeder Grundstücksbesitzer muss das Laub von seinem Grundstück selbst entsorgen. Seit 1. Januar 2004 werden auf den Betriebshöfen des Fachbereichs Grünflächen keine Grünabfälle mehr angenommen.
Annahmestellen befinden sich:
RWE Annahmestelle Bataverstraße
GSAK Bruchfeld 33, Krefeld, Tel. 02151 / 5820
Annahme von Wertstoffen auf dem Wertstoffhof der GSAK
Am Bruchfeld 33, Einfahrt Idastraße

2. Behandlung der Bäume mit Pflanzenschutzmitteln

Das folgende Zitat der Ausführungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein - Westfalen verdeutlicht die Problematik, die mit dem Auftreten der Kastanienminiermotte verbunden ist:
"„Pflanzen - Arzneimittel" dürfen zum Schutz der Kastanien nur dann angewandt werden, wenn die zuständige Zulassungsstelle ein Pflanzenschutzmittel und ein dazugehöriges Ausbringungsverfahren hierzu freigegeben hat. Eine solche Kombination ist derzeit für die meisten Flächen des öffentlichen Grüns nicht verfügbar. Um eine Rosskastanienallee mit Pflanzenschutzmitteln behandeln zu können, wäre darüber hinaus auch eine besondere behördliche Ausnahmegenehmigung nach Pflanzenschutzgesetz erforderlich.
Laufende Untersuchungen könnten zukünftig neue Wege zum Schutz der Rosskastanien mit „Pflanzen - Arzneimitteln" eröffnen."
Weitere Informationen: http://www.kastanienpflege.de

3. Duftstofffallen

Im Kampf gegen die Miniermotte haben Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule RWTH Aachen jetzt einen ersten Erfolg errungen. Sie entwickelten einen Duftstoff, der zumindest die Männchen des Schädlings in Klebefallen am Baumstamm locken kann.
Die Männchen fliegen in die Klebefallen und die Weibchen können nicht befruchtet werden. Bislang gibt es keine flächendeckende Bekämpfungsmethode. Einzige Schutzmaßnahme ist, das Laub der Kastanienbäume im Herbst systematisch zu entfernen. Denn dort überwintert die nächste Generation der Miniermotte.