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Karte 4 Alte Kulturlandschaft

In dieser Karte wurden Beispiele für die alte Kulturlandschaft des Hülser Bruches dargestellt.

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In dieser Karte wurden Beispiele für die alte Kulturlandschaft des Hülser Bruches dargestellt. Unter dem Begriff "Alte Kulturlandschaft" versteht man die früheren Nutzungsformen des Gebietes beziehungsweise die Spuren menschlicher Tätigkeit zur Nutzbarmachung des Gebietes.

Niederwald: „Nistplatz für Vögel, Brennholz für die gute Stube": Die Niederwälder stellen eine besonders intensive Nutzungsform des Waldes dar. Hier wurde früher alle 10 - 15 Jahre der vorhandene Aufwuchs als Brennholz für den Ofen entnommen. Es entstanden Nistplätze und Nahrungshabitate für viele Vogelarten.

Pappelreihen: „Hoch oben in der schlanken Pappel nistet gerne der Pirol"
Schnellwachsende Pappeln wurden gepflanzt um schon nach 30 Jahren wieder geschlagen zu werden. In den hochgewachsenen Bäumen brütet heute gerne der Pirol, ein seltener Zugvogel.

Meliorationsgräben: (von lateinisch Meliorare = verbessern) „Diese Wälle machten einst aus dem Sumpf einen Wald": Durch die Anlage von Gräben und Wällen wurde im 19.Jahrhundert das Bruch nutzbar gemacht. Auf den im regelmäßigen Abstand aufgeworfenen Wällen konnten Bäume wurzeln, während in den angelegten Gräben dazwischen das anstehende Wasser abgeführt wurde.

Gehölzstreifen: Diese vom Menschen angelegten Gehölzstreifen gliedern und teilen die einzelnen Parzellen. Während sie früher auch zur Einfriedung des dahinter gelegenen Grünlandes dienten, stellen sie heute einen wichtigen Lebensraum für die heimische Vogelwelt dar.

Eiche Grenzmarkierung: „Die Eiche: bewacht die Grenze und prägt den Cent": Zur Markierung der Grundstücksgrenzen pflanzte man früher Bäume. Der Grenzbaum markiert eine Flurgrenze. Auf der Rückseite der 1 Cent-Münze ist eine Eiche dargestellt.

Heidefläche: Noch vor ca. 150 Jahren waren das Hülser Bruch und der Hülser Berg weitgehend waldfrei. Auf den durch Beweidung und Streuentnahme stark ausgehagerten Flächen wuchs an vielen Stellen Heide (Calluna = Besenheide). Nach Entnahme des Waldes und der obersten nährstoffreichen Bodenschicht wurde an mehreren Stellen Heide wieder neu etabliert.

Dyk: „Dyks erschließen und gestalten das Land": Die Dyks (niederdeutsch: Deich) wurden im nassen Bruch angelegt, in dem man auf einer 3,80 m breiten Fläche seitlich gewonnenes Aushubmaterial aufpackte. Mangels Steinen wurden Knüppel und Astwerk zur Befestigung eingebaut. So entstanden die beidseitig mit Gräben eingefassten Wege, die zusätzlich zum angrenzenden Grünland eine dichte Bepflanzung als natürliche Hecke aufweisen.

Interessante Pflanzengemeinschaft: Hier soll auf interessante, für die ursprüngliche Bruchvegetation stehende Pflanzengemeinschaften aufmerksam gemacht werden. Neben der sogenannten "Buschwindröschenfläche" am Hölschendyk (wichtiger Frühjahrsblüher, Anemone) wird hier auf Heideflächen und Ackerbrachen aufmerksam gemacht.

Kastanienallee in Hüls: Am Ortseingang von Hüls steht diese als Naturdenkmal eingetragene Allee von weißblühenden Rosskastanien.

Eichen-Birkenwald: Nördlich des Inrather Berges steht ein Relikt des ursprünglich in vielen Teilen Deutschlands heimischen Eichen- Birkenwaldes. Die ursprüngliche Artenzusammensetzung ist nur teilweise erhalten.

Alter Buchenwald: Die Bestände des alten Buchenwaldes im Gebiet stellen einen besonders wertvollen Lebensraum dar.

Platane (Grenzmarkierung): Die mächtige Platane markiert die Grenze zwischen den Gemarkungen Traar und Hüls.

Korbweiden (Korbflechten): An einigen Stellen im Bruch, meist neben angelegten Tümpeln, findet man Korbweiden (Salix viminalis). Sie wurden früher zwecks späterer Gewinnung von Flechtmaterial angepflanzt.

Teich (Wässerung von Korbweiden): An einigen Stellen im Bruch finden wir angelegte Tümpel neben angepflanzten Korbweiden. Hier wurde früher das als Flechtmaterial vorgesehene Korbweidenschnittgut gewässert, um es später als biegsames Flechtmaterial verarbeiten zu können.

Kopfweiden: „Kopfweiden prägen die Landschaft mit ihren malerischen Silhouetten". Durch regelmäßigen Schnitt zwecks Gewinnung von Reisig (sog. Bürdes) für den Backofen entstanden die Kopfweiden. Gestalten wie "dä Dull" regen die Phantasie des Betrachters an. In den geschnittenen Bäumen entstehende Höhlen werden von vielen Vogelarten (u.a. dem Steinkauz) als Bruthöhlen genutzt.

Parzellierung (18./19. Jahrhundert): Im 18./19. Jahrhundert wurde die bislang als „Almende" (der Allgemeinheit gehörend) genutzte Fläche des Hülser Bruchs an die Hülser Bevölkerung aufgeteilt. Die hierbei vorgenommenen Teilungen führten zu einer Parzellierung in ca. 0,5 ha bis 0,75 ha große Grundstücke. Diese Parzellierung ist heute noch an vielen Stellen sichtbar (Abgrenzung von Wald und Wiese).

Erlenbruchwald: „Seltener Lebensraum für viele Arten: das feuchte Erlenbruch". Die Erlenbruchwälder sind gekennzeichnet durch eine oft mehrere Monate andauernde Überflutung im Winter. Hierdurch entwickeln sich typische, heute seltene Pflanzengesellschaften. Das Aufkommen von konkurrierenden Pflanzen wie Brennnessel und Brombeere wird unterdrückt.