Inhalt

Inhalte und Wirkung des Landschaftsplanes

Im Ergebnis hat der Flächenanteil der ausgewiesenen Naturschutzgebiete durch die Landschaftsplanung in Krefeld deutlich zugenommen, es wurden für die einzelnen Schutzgebiete Pflege- und Entwicklungspläne aufgestellt und Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Der Landschaftsplan setzt gemäß § 34 LG NRW unmittelbar und von jedermann zu beachtende Verbote, die auch mit Bußgeld geahndet werden, fest. Typische Verbote solcher Art sind beispielsweise:

  • bauliche Anlagen zu errichten und zu ändern,
  • Straßen, Wege und Plätze anzulegen,
  • Betreten oder Befahren von Flächen außerhalb von Wegen,
  • Anschüttungen oder Abgrabungen vorzunehmen oder die Bodengestalt zu verändern,

in Naturschutzgebieten auch:

  • Grünland umzubrechen oder umzuwandeln,
  • Pflanzenschutzmittel, Gülle, Düngemittel anzuwenden,
  • wildlebende Tiere zu fangen oder zu töten,
  • Pflanzen zu zerstören, zu entnehmen oder zu beschädigen,
  • Erstaufforstungen vorzunehmen, Schmuckreisig- oder Weihnachtsbaumkulturen anzulegen.

Der Landschaftsplan bildet weiterhin die Grundlage zur Durchführung von Pflege-, Entwicklungs- und Erschließungsmaßnahmen, auch zur Wiederherstellung geschädigter Natur- und Landschaftsräume als Lebensraum für wildlebende Pflanzen und Tiere. Diese Aufgabe obliegt den kreisfreien Städten, hier Krefeld nach § 36 LG NRW.

Inhalte des Landschaftsplanes der Stadt Krefeld
Die Landschaftsplanung legt die sogenannten "Ziele und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftsplanung" sowohl textlich und inhaltlich als auch in Karten fest.
Der Geltungsbereich des Landschaftsplanes erstreckt sich nur auf den baulichen Außenbereich. Der Landschaftsplan beinhaltet:
1. die Darstellung von Entwicklungszielen für die Landschaft,

2. die Festsetzung besonders geschützter Teile von Natur und Landschaft, nämlich

  • Naturschutzgebiete, Flächen mit Schwerpunkt auf Arten- und Biotopschutz,
  • Landschaftsschutzgebiete, Flächen mit Schwerpunkt auf Kulturlandschaftsschutz und Erholung,
  • Naturdenkmale,
  • geschützte Landschaftsbestandteile,

3. die Festsetzungen für Brachflächen,

4. besondere Festsetzungen für die forstliche Nutzung,

5. die Festsetzung von Entwicklungs-, Pflege- und Erschließungsmaßnahmen.

Der Landschaftsplan besteht aus Text, Karte und Erläuterungen. Für die Umsetzung ist die Stadt Krefeld selbst verantwortlich.
Der Landschaftsplan ist das wichtigste Planungsinstrument und Mittel zum Umsetzen von Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Hier wird festgelegt, wie sich die Landschaft entwickeln soll, dieEntwicklungsziele. Außerdem werden geschützte Teile von Natur und Landschaft ausgewiesen, Festsetzungen. Die wichtigsten Festsetzungen beziehen sich auf die Landschafts- und Naturschutzgebiete, andere Festsetzungen weisen z.B. auf Feldhecken für den Vogelschutz hin, auf besonders landschaftsprägende Alleebaumreihen, Baumgruppen und Einzelbäume, Naturdenkmale oder auf die gerade für den Niederrhein typischen Kopfweiden, Obstbongerte und Feuchtbiotope.

Am 19. Dezember 1991 ist der Landschaftsplan der Stadt Krefeld rechtskräftig geworden.
Fast der gesamte, nicht besiedelte Bereich der Stadt Krefeld steht unter Landschaftsschutz.
Durch die Ausweisung der Landschaftsschutzgebiete soll die freie Landschaft geschützt und große Flächen zur Sicherung der Frischluftzufuhr für das bebaute Stadtgebiet freigehalten werden. Die Landschaft soll als Erholungsraum erhalten bleiben. Allgemeine und spezielle Ver- und Gebote lassen nur bestimmte Maßnahmen zu. So ist unter anderem das Bauen in der freien Landschaft nur sehr eingeschränkt möglich.
Es gibt im Stadtbereich Krefeld zwölf Landschaftsschutzgebiete: Orbroich, Hülser Bruch, Niepkuhlen, Stadtwald, Benrad, Forstwald, Oppumer Feld, Rheinufer, Fischeln, Elt, Oberbruch / Grundend und Elfrath.
Die Ausweisung von Flächen als Naturschutzgebiet dient sowohl der Erhaltung von Lebensgemeinschaften wild lebender Tiere und wild wachsender Pflanzen als auch dem Schutz besonders schöner, einzigartiger oder wissenschaftlich bedeutsamer Landschaftsteile. Hier hat die Natur absoluten Vorrang, was zu besonderen Konflikten zum Beispiel mit Erholungssuchenden führen kann, Wege dürfen nicht verlassen werden, Hunde sind anzuleinen usw.. Zurzeit gibt es in Krefeld 8 Naturschutzgebiete: Egelsberg, Latumer Bruch, die Spey, Waldwinkelskuhle, Hülser Bruch, Orbroich, Niepkuhlen und Riethbenden.
Das Naturschutzgebiet Flöthbach ist rechtskräftig (14. Landschaftsplanänderung).

Text und Karte Landschaftsplan