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Kultur findet Stadt(t)

Knapp 800 Teilnehmer stemmen sich gegen den Regen - Vierte Auflage verwandelt Innenstadt zum großen Konzerthaus

Egal, wo man am Samstag in der Krefelder Innenstadt ankam, man bekam etwas auf die Ohren. Die vierte Auflage von „Kultur findet Stadt(t)" verwandelte die City in ein großes Konzerthaus. An 13 Veranstaltungsorten fanden 78 verschiedene Konzerte und Aufführungen statt. Insgesamt 780 Teilnehmer sorgten dabei für eine tolle Stimmung - die sich auch durch das schlechte Wetter nicht verderben ließ. Eingebunden in „Kultur findet Stadt(t)" waren die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Städtepartnerstadt zwischen Krefeld und Venlo. Der entsprechende Festakt wurde dann aber doch wegen des Wetters vom Platz an der Alten Kirche in eben jene verlegt.

Sinfonieorchester der Musikschule bei der Veranstaltung "Kultur findet Stadt(t)" im Jahr 2013

„Wir können den Regen leider nicht wegdiskutieren, deswegen war auch diesmal weniger los, als in den Vorjahren. Trotzdem können wir von einer erfolgreichen Veranstaltung sprechen. Wir haben eine unglaubliche Qualität in die City gebracht und damit Leute angelockt. Ein großes Dankeschön geht an alle Beteiligten, aber vor allem an unsere Freunde aus Venlo", sagte Uli Cloos. Der Leiter des ausrichtenden Fachbereichs Marketing sprach von einer reibungslosen Zusammenarbeit mit den Niederländern, darunter allein 130 Musiker in mehreren Bands und Orchestern. „Das war hervorragend entspannt. Gerne möchten wir Sie auch wieder im kommenden Jahr dabei haben." John Goebbels vom Kunstencentrum Venlo konnte das Lob nur zurückgeben. „Für unsere Musiker war dies ein super Ausflug, fast wie auf einer Tournee. Wir wurden hier toll empfangen, das riecht nach mehr."

An allen Aktionspunkten herrschte reges Treiben. So begeisterte das Provinztheater auf der Bühne an der Angerhausenstraße mit seinem vielfältigen Sound, auf dem Platz an der Alten Kirche verzauberten mehrere Orchester die Zuhörer und auf der Bühne am Neumarkt gaben sich viele Bands die Klinke in die Hand. Sehr gut angenommen wurde auch die Bühne der Kulturfabrik auf der Marktstraße. „Wir stellen kurioserweise bei vielen Krefeldern eine Schwellenangst fest, wenn es um die Kulturfabrik geht. Uns gibt es seit 30 Jahren und doch wissen viele nicht, was für ein breites Spektrum wir anbieten", schilderte Robert van Beek und nannte den Schritt raus aus der Kulturfabrik, rein in die City, „aufsuchende Kulturarbeit". Der Vorsitzende des Kulturfabrik-Vereins freute sich, viele Musiker aus dem Singer-Songwriter-Contest, der zusammen mit der Hochschule Niederrhein durchgeführt wurde, auf der Bühne präsentieren zu können. Von den 120 ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins packten am Samstag allein 50 mit an.

„Wir müssen wohl beim nächsten Mal wieder mitmachen", sagte Christoph Dautermann vom Museum Burg Linn. Erstmals war sein Institut mit dabei, die Resonanz war so gut, dass das Museum an einer Wiederholung nicht vorbeikommt. Das Museum stellte nicht selber aus, die Krefelder konnten dies im „Statt-Museum" mit eigenen Exponaten tun. Heraus kamen zum Beispiel ein Brokatwimpel mit goldener Einwebung „50 Jahre Ingenieurschule für Textilwesen" oder ein Wanderführer aus dem Jahre 1937, der Krefeld als Handels- und Industriestadt zeigt. Immer wieder ließen sich Passanten auch von Fabian Küpper und seinem metallenen Klangschalen-Instrument zum Zuhören begeistern. Der junge Musiker entlockte dem Wokähnlichen Gebilde mit bloßen Händen ungeahnte Töne. Nicht musikalisch, dafür sportlich, zeigten sich einige Läufer. Sie waren im Rahmen der Städtepartnerschaft am Morgen in Venlo aufgebrochen und dreieinhalb Stunden später in Krefeld angekommen. Als Erfolg konnte auch der Flashmop auf der Rheinstraße verbucht werden. Musiker von nah und fern waren aufgerufen, spontan hier zu musizieren - auch der Regen konnte sie bei diesem Vorhaben nicht aufhalten. Und so schallten klassische, rockige, jazzige und viele weitere Töne bis in die späte Nacht durch Krefeld. Einzig die geplante Stummfilmvorführung um 22.30 Uhr musste wegen des schlechten Wetters abgesagt werden.

Einen Termin für das kommende Jahr gibt es auch bereits: Am 20. Juni soll es die fünfte Auflage von „Kultur findet Stadt(t)" geben.

 

 

 

Veranstaltungsplakat "Kultur findet Stadt(t)"

Sponsorenplakat Kultur findet Stadt(t)