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Schneider, August

Polizeioberkommissar
Verdienst: Starb in Ausübung seiner Pflicht bei der Rathausverteidigung im Jahr 1923

Bild des Ehrengrabmals von August Schneider

* 28.10.1869
25.10.1923

August Adalbert Schneider wurde am 28.10.1869 in Weimar geboren. Er war seit 1904 im aktiven Polizeidienst als Leiter der Hansa-Wache in Krefeld tätig.
Im Januar 1923 erhielt der rheinische Separatismus, dessen starker Wunsch die eigenstaatliche Existenz des Rheinlandes war, infolge der Ruhrbesetzung durch französische und belgische Truppen neuen Aufschwung. Ab Mitte Oktober 1923 kam es in verschiedenen Städten im Rheinland zu separatistischen Aufständen. Auch in Krefeld sammelten sich zahlreiche Separatisten und forderten den Oberbürgermeister Dr. Johannes Johansen zur Anerkennung der „Rheinischen Republik" und zur Übergabe des Rathauses auf, was dieser jedoch ablehnte.
Am 23.10.1923 belagerten die Separatisten das Krefelder Rathaus, das von der Polizei verteidigt wurde. Beim Sturm der Separatisten auf das Rathaus kam es zu schweren Feuergefechten, bei denen Polizeioberkommissar Schneider, der das Kommando über die Verteidiger des Rathauses führte, durch einen Armschuss verletzt wurde. Er sollte daraufhin in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Separatisten stoppten den Krankenwagen, zerrten August Schneider aus dem Wagen und verletzten ihn ein weiteres Mal durch mehrere Schüsse, u.a. durch einen Bauchschuss.
Polizeioberkommissar Schneider starb am 25.10.1923 an den Folgen der erlittenen Schussverletzungen.


  • Ehrengrab: Hauptfriedhof (neuer Teil), Feld 4, Nr. 505/506
  • Straßenbenennung: Schneiderstraße
  • Sonstiges: An die Opfer der Rathausverteidigung erinnert eine Gedenktafel an der Innenseite des Krefelder Rathausbalkons.
  • Quelle: „die Heimat" Band 65, S. 98