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Johansen, Johannes, Doktor

Oberbürgermeister
Verdienst: Politisches Engagement

Bild des Ehrengrabmals von Doktor Johannes Johansen

* 25.09.1870
05.10.1945

Johannes Johansen wurde am 25.09.1870 in Hanerau bei Rendsburg geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften trat er 1898 zunächst in den Kommunaldienst der Stadt Kiel und später der Stadt Minden ein, wo er ab 1903 als Erster Bürgermeister tätig war. 1910 wurde er, Mitglied der Zentrumspartei, zum Oberbürgermeister der Stadt Krefeld gewählt. Seine Amtszeit war durch die schwierigen allgemeinen Verhältnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit, die Inflation und den Separatistenaufstand (1923) gekennzeichnet; in sie fiel außerdem die kommunale Neugliederung (1929). Dennoch gelang es Dr. Johansen, die Entwicklung der Stadt Krefeld entscheidend zu prägen: Es erfolgte u.a. der Neubau des Realgymnasiums am Moltkeplatz, die Errichtung des „Lyzeums" an der Moerserstraße, der Kauf des Geländes der Pferderennbahn, der Bau des Krematoriums, die Hafenerweiterung sowie der Erwerb von Burg Linn, Schloss Greiffenhorst und Haus Sollbrüggen. Seine große Leidenschaft galt insbesondere der Schaffung von städtischen Grünanlagen; so wurde z.B. die Anlage eines Grüngürtels vom Botanischen Garten bis zur Burg Linn verwirklicht.
Für seine Verdienste um die Stadt Krefeld wurde Dr. Johansen am 30.05.1930 - aus Anlass der Niederlegung seines Amtes - die Ehrenbürgerwürde verliehen.
Nach 1930 lebte Dr. Johansen u.a. in Hamburg und Kaiserswerth. 1940 kehrte er wieder nach Krefeld zurück. Nach Kriegsende engagierte er sich bis zu seinem Tod noch einmal in der Krefelder Nothilfe sowie als Krankenhausdezernent.
Dr. Johansen verstarb am 05.10.1945.


  • Ehrengrab: Die Urne mit seiner Asche wurde auf eigenen Wunsch im Grüngürtel südlich der Johansenaue beigesetzt.
  • Straßenbenennung: Johansenaue und Johansenweg
  • Denkmal: Gedenktafel am Haus Schönwasser
  • Sonstiges: Johansenschule
  • Quelle: „die Heimat" Band 65, S. 97 ff. und „die Heimat" Band 31, S. 10-12