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Fahrschulerlaubnisse beantragen

Erteilung, Versagung und Widerruf von Fahrschul- und Fahrschulzweigstellenerlaubnissen und deren klassenspezifischen Erweiterungen

Informationen zur Dienstleistung

Wer Personen ausbildet, die eine Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen erwerben wollen (Fahrschüler), bedarf der Fahrlehrerlaubnis. Die Fahrlehrerlaubnis wird auf Antrag in der Klasse BE und zusätzlich in den Klassen A, CE und DE erteilt.

Der Bewerber/ die Bewerberin um die Fahrlehrerlaubnis der Klasse BE erhält zunächst eine befristete Fahrlehrerlaubnis.

Von der Fahrlehrerlaubnis darf nur zusammen mit der Fahrschulerlaubnis oder im Rahmen eines Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnisses mit dem Inhaber einer Fahrschule Gebrauch gemacht werden.

Voraussetzungen:

Fahrlehrer/in ist eine staatlich anerkannte, bundesweit einheitlich geregelte Bezeichnung für einen Dienstleistungsberuf im Verkehrswesen. Um diesen Beruf auszuüben, braucht man die Fahrlehrerlaubnis. Die Voraussetzungen hierfür regelt das Fahrlehrergesetz. Ausgebildet und geprüft wird nach einer bundesweit geltenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung auf der Grundlage dieses Gesetzes. Die Fahrlehrerlaubnis wird erteilt, wenn der Bewerber

 

  • Mindestens 22 Jahre alt ist,
  • Geistig, körperlich und fachlich geeignet ist und keine Tatsachen vorliegen, die ihn für den Fahrlehrerberuf als unzuverlässig erscheinen lassen,
  • Mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Lehrberuf nach abgeschlossener Hauptschulausbildung oder eine gleichwertige Vorbildung besitzt,
  • Die Fahrerlaubnis der Klassen A, BE und CE und, sofern die Fahrlehrerlaubnis der Klasse DE erteilt werden soll, die Fahrerlaubnis der Klasse DE besitzt; eine Fahrerlaubnis auf Probe reicht nicht aus,
  • Über eine ausreichende Fahrpraxis auf Kraftfahrzeugen der Klasse verfügt, für die die Fahrlehrerlaubnis erteilt werden soll (es genügt, wenn der Bewerber um die Fahrlehrerlaubnis der Klassen BE und DE über eine ausreichende Fahrpraxis auf Kraftfahrzeugen der Klasse B und D verfügt),
  • Innerhalb der letzten drei Jahre zum Fahrlehrer ausgebildet worden ist
  • Die fachliche Eignung in einer Prüfung nachgewiesen hat und
  • Über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

Verfahrensablauf:

Die Ausbildung zum Fahrlehrer oder zur Fahrlehrerin kann nur in einer der bundesweit ca. 56 anerkannten Fahrlehrer-Ausbildungsstätten erfolgen. Dabei ist nicht nur die theoretische Ausbildung, sondern auch ein Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule vorgeschrieben.

Die Ausbildung ist eine "Stufenausbildung". In der Grundstufe wird zunächst die Fahrlehrerlaubnis der Klasse BE erworben. Hierfür ist ein zweiphasiges Antragsverfahren erforderlich. Darauf aufbauend können die Fahrlehrerlaubnisse der Klassen A, CE und DE erworben werden.

Damit der Fahrlehreranwärter in der Ausbildungsfahrschule die in der amtlich anerkannten Ausbildungsstätte erworbenen Kenntnisse auch anwenden kann, wird ihm wenn er die fahrpraktische Prüfung und die Fachkundeprüfung jeweils mit Erfolg abgelegt hat, eine befristete Fahrlehrerlaubnis mit beschränkten Ausbildungsrechten erteilt. Die befristete Fahrlehrerlaubnis erlischt entweder mit Erteilung der unbefristeten Fahrlehrerlaubnis oder nach dreimaliger erfolgloser Lehrprobe im theoretischen oder im fahrpraktischen Unterricht oder nach Ablauf von 2 Jahren ab Erteilung.

Rechtliche Grundlagen

§ 10ff des Gesetzes über das Fahrlehrerwesen

Unterlagen

Fahrlehrerlaubnis
  • Benötigt werden nach § 3 Satz 2 Ziffer 1 bis 8 des Fahrlehrergesetzes:
  • Formloser Antrag auf Erteilung einer Fahrlehrerlaubnis
  • Personalausweis oder Pass als amtlicher Nachweis über Ort und Tag der Geburt
  • Lebenslauf
  • Gesundheitszeugnis des Amtsarztes eines Facharztes oder ein Gutachten einer Begutachtungsstelle für Fahreignung über die körperlich und geistige Eignung
  • Beglaubigte Kopie des Führerscheins oder Vorlage zur Einsichtnahme
  • Unterlagen über die Fahrpraxis
  • Nachweis über die Vorbildung
  • Bescheinigung der amtlich anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte über die Dauer der durchgeführten Ausbildung
  • Bescheinigung der Ausbildungsfahrschule über die Dauer der durchgeführten Ausbildung
  • Führungszeugnis (zur Vorlage bei der Behörde)

Eine persönliche Vorsprache ist erforderlich.

Gebühren: 40,90 Euro

Fahrschulerlaubnis

(Mindestalter 25 Jahre und persönliche Zuverlässigkeit gegeben)

Benötigt werden:

  • Formloser Antrag aus Erteilung einer Fahrschulerlaubnis
  • Fahrlehrerschein
  • Unterlagen über die Tätigkeit als Fahrlehrer (Bescheinigung über mindestens zweijährige hauptberufliche Tätigkeit)
  • Teilnahmebescheinigung Lehrgang Fahrschulbetriebswirtschaft
  • Erklärung ob und von welcher Behörde bereits eine Fahrschulerlaubnis erteilt wurde
  • Maßstabgerechter Plan der Unterrichtsräume mit Angaben über die Ausstattung
  • Mietvertrag
  • Erklärung, dass vorgeschriebene Lehrmittel vorhanden sind
  • Aufstellung über Art und Anzahl der Lehrfahrzeuge
  • Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis des Amtsgerichtes am Wohnort
  • Auskunft in Steuersachen des Finanzamtes am Wohnort
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung der Stadtkasse am Wohnort
  • Führungszeugnis (zur Vorlage bei der Behörde)
  • Zusätzlich bei juristischen Personen: Bestellung des verantwortlichen Leiters und Gesellschaftsvertrags, Führungszeugnisse aller eingetragener Gesellschafter sowie beglaubigter Auszug aus dem Handelsregister

Eine persönliche Vorsprache ist erforderlich.

Gebühren

  • Erteilung an natürliche Person: 102,00 Euro
  • Erteilung an juristische Person: 153,00 Euro
  • Zweigstellenerlaubnis: 84,40 Euro
  • Erweiterung der Erlaubnis: 56,20 Euro
  • Erweiterung der Zweigstellenerlaubnis: 40,90 Euro
  • Versagung beantragter Erlaubnisse: 33,20 bis 256,00 Euro

Bearbeitungszeit

Ca. drei Wochen nach Eingang der vollständigen Antragsunterlagen.

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