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Indirekteinleiter-Genehmigung gemäß § 58 LWG

Produktionsabwasser von Industrie- und Gewerbebetrieben vieler Branchen kann gefährliche Stoffe und Stoffgruppen enthalten. Wenn Abwasser mit gefährlichen Stoffen in die Kanalisation gelangt, kann dies zu Verunreinigungen und Schädigungen der Gewässer führen, da diese Schadstoffe in der Kläranlage nicht ausreichend abgebaut werden können. Überdies können sie den Betrieb und biologischen Reinigungsprozess der Kläranlage stören.

Deswegen muss nach den §§ 57 und 58 des Wasserhaushaltsgesetzes die Schadstofffracht von Abwasser bei der Einleitung in Gewässer oder in die Kanalisation so gering gehalten werden, wie dies nach dem neuesten Stand der Technik möglich ist. Hierzu müssen die Betriebe gefährliche Stoffe im Abwasser vermeiden oder vermindern, gegebenenfalls durch spezielle Behandlungsanlagen. Um dies sicherzustellen, ist für die Einleitung von Abwasser mit gefährlichen Stoffen in die öffentliche Kanalisation (so genannte Indirekteinleitung) grundsätzlich nach § 58 Landeswassergesetz (LWG) eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Zuständig hierfür ist die Untere Wasserbehörde beim Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Anforderungen, die die Untere Wasserbehörde bei der Erteilung einer Erlaubnis für die Einleitung mindestens festzusetzen hat, bestimmt die Abwasserverordnung.

Die nach der Abwasserherkunft für die jeweiligen Industrie- oder Gewerbebereiche branchenspezifischen Anforderungen nach dem Stand der Technik sind bundeseinheitlich in den derzeit knapp 60 Anhängen der Abwasserverordnung (AbwV) festgelegt. Dem Indirekteinleiter kann insbesondere aufgegeben werden, dem Abwasser bestimmte Stoffe ganz fernzuhalten, im Abwasser bestimmte Grenzwerte einzuhalten, bestimmte Verfahren und Betriebsweisen bei der Herstellung von Produkten und bei der Anwendung gefährlicher Stoffe einzuhalten und bestimmte Abwasserbehandlungsanlagen zu betreiben. Die Genehmigung kann mit weiteren Nebenbestimmungen verbunden werden. Des Weiteren legt die Untere Wasserbehörde in der Genehmigung auch Art und Umfang der durchzuführenden Selbstüberwachungsmaßnahmen fest.

Die häufigsten sogenannten Herkunftsbereiche im Stadtgebiet Krefeld sind:

  • Abwässer aus Abfallverwertungsanlagen (z.B. Schrottplätze) gemäß Anhang 27 der AbwV
  • Abwässer aus Kühlsystemen und der Wasseraufbereitung gemäß Anhang 31 der AbwV
  • Abwässer aus der Metallbe- und verarbeitung wie z.B. Galvanik, Beizerei und Lackieranlagen gemäß Anhang 40 der AbwV
  • Mineralölhaltige Abwässer gemäß Anhang 49 der AbwV (z.B. aus der gewerblichen Fahrzeugwäsche)
  • amalgamhaltige Abwässer aus den Zahnarztpraxen gemäß Anhang 50 der AbwV

Die Untere Wasserbehörde erteilt auf Antrag die erforderlichen, gebührenpflichtigen Einleitungsgenehmigungen/-erlaubnisse und überwacht die Einhaltung der Genehmigungsinhalte.

Errichtung einer Abwasserbehandlungsanlage nach § 56 LWG

Wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte nicht eingehalten werden können, ist die Errichtung einer Abwasserbehandlungsanlage erforderlich. Nach § 56 LWG ist auch hierfür eine Genehmigung der unteren Wasserbehörde notwendig, es sei denn, eine Bauartzulassung liegt vor.

Freigestellt von der Genehmigungspflicht sind die folgenden Abwasserbehandlungsanlagen:

  • Schlammfänge, sofern sie nicht Vorstufe zu einer unmittelbaren nachgeschalteten genehmigungspflichtigen Abwasserbehandlungsanlage sind
  • Abscheideanlagen für Leichtflüssigkeiten einschl. eines Koaleszenzabscheiders (EN 858 Teil 1 und Teil 2)
  • Amalgamabscheider für Behandlungsplätze in Zahnarztpraxen und Zahnkliniken
  • Neutralisationsanlagen für die Behandlung von Kondenswasser aus Brennwertkesseln bis zu 100 kW Nennwärmeleistung
  • Anlagen zur Behandlung von Abwasser von Chemisch-Reinigungen
  • Siebe und Rechen, soweit sie nicht Bestandteil einer genehmigungspflichtigen Abwasserbehandlungsanlage sind
Abwasser, Einleitung, Kanalnetz, Schadstoffe, Landeswassergesetz, Kanal, Abwasserverordnung, Schadstoffe einleiten, Genehmigung, Indirekteinleitung, Unternehmenhttps://www.krefeld.de/de/dienstleistungen/einleitung-von-abwasser-in-das-kanalnetz/Die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung / Erlaubnis ist gebührenpflichtig und richten sich nach der Abwassermenge pro Jahr, mindestens jedoch bei 200,00 Euro. Bei der wasserrechtlichen Genehmigung / Erlaubnis für den Bau und Betrieb von Abwasserbehandlungsanlagen bemisst sich die Gebühr gestaffelt ab 2 % der Bausumme. Ein Online-Formular für die Indirekteinleiter-Genehmigungen von Abwasser aus Kühlsystemen und der Wasseraufbereitung, aus der Metallverarbeitung, von amalgamhaltigen Abwässer und von mineralölhaltigem Abwasser steht weiter unten auf der Seite zur Verfügung. Dem Antrag sind folgende Unterlagen digital oder postalische (2-fache Ausfertigung) beizufügen: Erläuterungsbericht (Anfallstellen, Schadstofffracht, Antrag gemäß § 58 Landeswassergesetz (LWG) Abwassermenge in Kubikmetern pro Jahr (m³/a), etc. Analysen Bau-, BImSchG-genehmigung, etc. (falls vorhanden) Koordinaten (Hoch-/Rechtswert) (falls vorhanden) Übersichtsplan Maßstab 1:25.000 mit Kennzeichnung des Firmengeländes (bei postalischer Einreichung nicht größer DIN A0) Lageplan Maßstab 1:500 mit Einzeichnung des Standortes/Teilstrombetrachtung (bei postalischer Einreichung nicht größer DIN A0) Entwässerungspläne (bei postalischer Einreichung nicht größer DIN A0) Eigentumsnachweis bzw. Duldung des Vermieters Entsorgungsnachweis Für den Bau und Betrieb einer Abwasserbehandlungsanlage gem. § 56 LWG sind weitergehende Unterlagen erforderlich: Anlagenbeschreibung/ Verfahrensbeschreibung der Abwasserbehandlungsanlage Fließbild Angabe der Baukosten Für weitere Informationen nehmen Sie bitte Kontakt mit den Mitarbeitenden der Unteren Wasserbehörde der Stadt Krefeld auf.
Stadtverwaltung Krefeld
Von-der-Leyen-Platz147798Krefeld
02821 85-0

Abwasser - Einleiten in das Kanalnetz

Zuletzt geändert: 15.09.2021 10:09:55 CEDT

Indirekteinleiter-Genehmigung gemäß § 58 LWG

Produktionsabwasser von Industrie- und Gewerbebetrieben vieler Branchen kann gefährliche Stoffe und Stoffgruppen enthalten. Wenn Abwasser mit gefährlichen Stoffen in die Kanalisation gelangt, kann dies zu Verunreinigungen und Schädigungen der Gewässer führen, da diese Schadstoffe in der Kläranlage nicht ausreichend abgebaut werden können. Überdies können sie den Betrieb und biologischen Reinigungsprozess der Kläranlage stören.

Deswegen muss nach den §§ 57 und 58 des Wasserhaushaltsgesetzes die Schadstofffracht von Abwasser bei der Einleitung in Gewässer oder in die Kanalisation so gering gehalten werden, wie dies nach dem neuesten Stand der Technik möglich ist. Hierzu müssen die Betriebe gefährliche Stoffe im Abwasser vermeiden oder vermindern, gegebenenfalls durch spezielle Behandlungsanlagen. Um dies sicherzustellen, ist für die Einleitung von Abwasser mit gefährlichen Stoffen in die öffentliche Kanalisation (so genannte Indirekteinleitung) grundsätzlich nach § 58 Landeswassergesetz (LWG) eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Zuständig hierfür ist die Untere Wasserbehörde beim Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Anforderungen, die die Untere Wasserbehörde bei der Erteilung einer Erlaubnis für die Einleitung mindestens festzusetzen hat, bestimmt die Abwasserverordnung.

Die nach der Abwasserherkunft für die jeweiligen Industrie- oder Gewerbebereiche branchenspezifischen Anforderungen nach dem Stand der Technik sind bundeseinheitlich in den derzeit knapp 60 Anhängen der Abwasserverordnung (AbwV) festgelegt. Dem Indirekteinleiter kann insbesondere aufgegeben werden, dem Abwasser bestimmte Stoffe ganz fernzuhalten, im Abwasser bestimmte Grenzwerte einzuhalten, bestimmte Verfahren und Betriebsweisen bei der Herstellung von Produkten und bei der Anwendung gefährlicher Stoffe einzuhalten und bestimmte Abwasserbehandlungsanlagen zu betreiben. Die Genehmigung kann mit weiteren Nebenbestimmungen verbunden werden. Des Weiteren legt die Untere Wasserbehörde in der Genehmigung auch Art und Umfang der durchzuführenden Selbstüberwachungsmaßnahmen fest.

Die häufigsten sogenannten Herkunftsbereiche im Stadtgebiet Krefeld sind:

  • Abwässer aus Abfallverwertungsanlagen (z.B. Schrottplätze) gemäß Anhang 27 der AbwV
  • Abwässer aus Kühlsystemen und der Wasseraufbereitung gemäß Anhang 31 der AbwV
  • Abwässer aus der Metallbe- und verarbeitung wie z.B. Galvanik, Beizerei und Lackieranlagen gemäß Anhang 40 der AbwV
  • Mineralölhaltige Abwässer gemäß Anhang 49 der AbwV (z.B. aus der gewerblichen Fahrzeugwäsche)
  • amalgamhaltige Abwässer aus den Zahnarztpraxen gemäß Anhang 50 der AbwV

Die Untere Wasserbehörde erteilt auf Antrag die erforderlichen, gebührenpflichtigen Einleitungsgenehmigungen/-erlaubnisse und überwacht die Einhaltung der Genehmigungsinhalte.

Errichtung einer Abwasserbehandlungsanlage nach § 56 LWG

Wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte nicht eingehalten werden können, ist die Errichtung einer Abwasserbehandlungsanlage erforderlich. Nach § 56 LWG ist auch hierfür eine Genehmigung der unteren Wasserbehörde notwendig, es sei denn, eine Bauartzulassung liegt vor.

Freigestellt von der Genehmigungspflicht sind die folgenden Abwasserbehandlungsanlagen:

  • Schlammfänge, sofern sie nicht Vorstufe zu einer unmittelbaren nachgeschalteten genehmigungspflichtigen Abwasserbehandlungsanlage sind
  • Abscheideanlagen für Leichtflüssigkeiten einschl. eines Koaleszenzabscheiders (EN 858 Teil 1 und Teil 2)
  • Amalgamabscheider für Behandlungsplätze in Zahnarztpraxen und Zahnkliniken
  • Neutralisationsanlagen für die Behandlung von Kondenswasser aus Brennwertkesseln bis zu 100 kW Nennwärmeleistung
  • Anlagen zur Behandlung von Abwasser von Chemisch-Reinigungen
  • Siebe und Rechen, soweit sie nicht Bestandteil einer genehmigungspflichtigen Abwasserbehandlungsanlage sind

Rechtliche Grundlagen

Unterlagen

Ein Online-Formular für die Indirekteinleiter-Genehmigungen von Abwasser aus Kühlsystemen und der Wasseraufbereitung, aus der Metallverarbeitung, von amalgamhaltigen Abwässer und von mineralölhaltigem Abwasser steht weiter unten auf der Seite zur Verfügung.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen digital oder postalische (2-fache Ausfertigung) beizufügen:

Erläuterungsbericht (Anfallstellen, Schadstofffracht, Antrag gemäß § 58 Landeswassergesetz (LWG)

  1. Abwassermenge in Kubikmetern pro Jahr (m³/a), etc.
  2. Analysen
  3. Bau-, BImSchG-genehmigung, etc. (falls vorhanden)
  4. Koordinaten (Hoch-/Rechtswert) (falls vorhanden)
  5. Übersichtsplan Maßstab 1:25.000 mit Kennzeichnung des Firmengeländes (bei postalischer Einreichung nicht größer DIN A0)
  6. Lageplan Maßstab 1:500 mit Einzeichnung des Standortes/Teilstrombetrachtung (bei postalischer Einreichung nicht größer DIN A0)
  7. Entwässerungspläne (bei postalischer Einreichung nicht größer DIN A0)
  8. Eigentumsnachweis bzw. Duldung des Vermieters
  9. Entsorgungsnachweis

Für den Bau und Betrieb einer Abwasserbehandlungsanlage gem. § 56 LWG sind weitergehende Unterlagen erforderlich:

  • Anlagenbeschreibung/ Verfahrensbeschreibung der Abwasserbehandlungsanlage
  • Fließbild
  • Angabe der Baukosten

Für weitere Informationen nehmen Sie bitte Kontakt mit den Mitarbeitenden der Unteren Wasserbehörde der Stadt Krefeld auf.

Formen der Antragstellung

Der Antrag zur wasserrechtlichen Genehmigung ist schriftlich (digital oder in Papierform) beim Fachbreich Umwelt und Verbraucherschutz einzureichen.

Gebühren

Die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung / Erlaubnis ist gebührenpflichtig und richten sich nach der Abwassermenge pro Jahr, mindestens jedoch bei 200,00 Euro.

Bei der wasserrechtlichen Genehmigung / Erlaubnis für den Bau und Betrieb von Abwasserbehandlungsanlagen bemisst sich die Gebühr gestaffelt ab 2 % der Bausumme.

Bearbeitungszeit

Nach Eingang aller erforderlichen Unterlagen liegt die durchschnittliche Bearbeitungszeit für die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung bei 1 bis 3 Monaten.

Hinweise

Darüber hinaus sind die Vorschriften, Einleitungsverbote, -beschränkungen, Grenzwerte und Überwachungsregeln der städtischen Entwässerungssatzung einzuhalten. Diese Regeln dienen dem Schutz der Kanalisation und der darin Arbeitenden sowie der Kläranlage. An der Übergabestelle in die öffentliche Kanalisation muss das Abwasser die hier geforderten Grenzwerte erfüllen. Weitere Informationen bezüglich der städtischen Entwässerungssatzung erhalten Sie beim Kommunalbetrieb Krefeld.

Kontakt

Wichtig: Derzeit die Verwaltung bitte nur nach Terminvereinbarung aufsuchen!

Beata Teichert

Telefon: 0 21 51 / 86-2420

E-Mail: beata.teichert@krefeld.de

Zimmer 0.18

Melina Erdmann

Telefon: 0 21 51 / 86-2404

E-Mail: melina.erdmann@krefeld.de

Zimmer 0.17

Philipp Weindorf

Telefon: 0 21 51 / 86-2418

E-Mail: philipp.weindorf@krefeld.de

Zimmer 0.20

Peter Wiechmann

Telefon: 0 21 51 / 86-2432

E-Mail: peter.wiechmann@krefeld.de

Zimmer 0.15

Anschrift

Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz

Uerdinger Str. 204

47799 Krefeld

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