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Einbürgerungsvoraussetzungen britischer Staatsangehöriger im Zuge des Brexit

Zuletzt geändert: 26.02.2019 15:28:00 CET

Immer mehr in Deutschland lebende britische Staatsangehörige entscheiden sich angesichts der unabsehbaren Auswirkungen des Brexit dafür, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Da nicht zu erwarten ist, dass alle Betroffenen vor dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union am 30.03.2019 die formalen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllen können, wurde durch einen Ministererlass des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat eine Übergangsregelung getroffen.

Diese bezieht sich auf die Einbürgerungsvoraussetzungen „Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung" und „Kenntnisse der Deutschen Sprache". Die Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung müssen in der Regel durch einen Einbürgerungstest nachgewiesen werden. Hierzu wird geregelt, dass diese Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Antragstellung der Einbürgerung, die vor dem 30.03.2019 erfolgen muss, zwar vorliegen, aber noch nicht nachgewiesen werden müssen. Damit reicht es aus, dass britische Staatsangehörige sich bis zum 29.03.2019 zu einem Einbürgerungstest angemeldet haben und dies nachweisen können. Dies ist aber vermutlich für viele hier lebende Briten unnötig. Denn ein Einbürgerungstest - und damit natürlich auch der Nachweis der Anmeldung - müssen nicht erfolgen, wenn ein Schulabschluss einer allgemeinbildenden deutschen Schule erworben wurde.

Die Kenntnisse der Deutschen Sprache werden in der Regel durch eine Sprachprüfung bei einem zugelassenen Sprachkursträger nachgewiesen. Auch hier gilt: Britische Staatsangehörige müssen sich bis zum 29.03.2019 zu einem Sprachtest angemeldet haben und dies nachweisen können. Für die Einbürgerung ist das Sprachniveau B1 nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen erforderlich. Britische Staatangehörige, die Deutsch mündlich und schriftlich wie ihre Muttersprache beherrschen, können davon ausgehen, dass sie das Sprachniveau B1 in jedem Fall erlangt haben und müssen sich nicht zur Sprachprüfung anmelden. Die Kenntnisse werden dann während des Einbürgerungstermins in der Abteilung Migration der Stadt Krefeld geprüft.

Die Sprachprüfung und der Nachweis dazu sind auch dann entbehrlich, wenn ein deutscher Schulabschluss erworben wurde oder eine berufliche Ausbildung in Deutschland abgeschlossen wurde. Sollten britische Staatsangehörige ohne einen deutschen Schul- oder Ausbildungsabschluss unsicher sein, ob ihre Sprachkenntnisse dem B1 Niveau entsprechen, ist die Anmeldung zu einem Sprachtest allerdings dringend zu empfehlen.

Die Nachweise über erfolgreich abgelegte Einbürgerungs- und Sprachtests können in einem angemessenen Zeitraum auch über den EU-Austritt Großbritanniens hinaus nachgereicht werden. Für eine erfolgreiche Einbürgerung müssen neben den in der Übergangsregelung angesprochenen Voraussetzungen weitere Anforderungen erfüllt sein.

Britische Staatsangehörige, die sich bisher noch nicht bei der Abteilung Migration der Stadt Krefeld gemeldet haben, sollten hier umgehend einen Termin vereinbaren - insbesondere dann, wenn sie eine Einbürgerung anstreben. Denn Einbürgerungsanträge britischer Staatsangehöriger müssen vor dem Austrittsdatum am 30.03.2019 gestellt sein, damit eine Einbürgerung mit fortbestehender britischer Staatsangehörigkeit möglich ist. Die Abteilung Migration der Stadt Krefeld arbeitet nach wie vor an einer möglichst bürgerfreundlichen Umsetzung der zum Teil komplexen rechtlichen Regelungen im Rahmen des Brexit.

Speziell für die Einbürgerungs-Anliegen britischer Staatsangehöriger wurde eine Anlaufstelle eingerichtet. Ihre Anfragen senden Sie bitte an brexit@krefeld.de.

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