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Bebauungsplan 836 – östlich Elfrather See, südlich Asberger Straße – und 8. Änderung des Flächennutzungsplanes; frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit

Link zur Teilnahme an der Online-Veranstaltung am 28.01.2021, 18.00 Uhr: https://us02web.zoom.us/j/84010481038 . Eine Anleitung zur Teilnahme finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Präsentation zur Bürgerbeteiligung

Scrennshot der Präsentation "Surfpark - Planung und Verfahren"

Plangebiet

Plangebiet des Bebauungsplanes 836Karte der 8. Änderung des Flächennutzungsplanes zum Bebauungsplan 836

Das Plangebiet liegt im Nordosten des Krefelder Stadtgebietes im östlichen Bereich des „Erholungs- und Sportparks Krefeld (Elfrather See)" (im Wesentlichen zwischen der Regattastrecke des Elfrather Sees im Westen, der Parkstraße im Osten, der Asberger Straße im Norden und dem Badesee des Elfrather Sees im Süden).

Bebauungsplan 836 in der Stadtkarte

Anlass und Ziel der Planung

Der Erholungs- und Sportpark Krefeld („Elfrather See") stellt ein wichtiges Naherholungs-, Sport- und Freizeitgebiet für die Stadt Krefeld und die nähere Umgebung dar. Im Kern bietet der Park wasserbezogene und landschaftsorientierte Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Ziel der Stadt ist es, die wichtige Freizeitfunktion des Erholungs- und Sportparks Krefeld weiterzuentwickeln und auszubauen.

Ein Baustein dieses Prozesses zur Weiterentwicklung und zum Ausbau des Sport- und Erholungsparks Krefeld soll eine professionelle gewerbliche Surfanlage sein. Der Vorhabenträger „Elakari Estate GmbH" ist in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur-Unternehmen für Wellengenerierungssysteme und Surflagunen „Wavegarden" nach einer Standortuntersuchung in der Rhein-Ruhr-Region und in Abstimmung mit der Stadt Krefeld zu dem Ergebnis gekommen, dass der Bereich zwischen dem Elfrather See und der Asberger Straße bzw. der Parkstraße in Krefeld für die Errichtung einer professionellen gewerblichen Surfanlage mit ergänzenden, auf den Themenkomplex „Surfen und Freizeit am Wasser" bezogenen Sport- und Freizeitangeboten geeignet ist. Ergänzt werden soll die Freizeitanlage mit einem modernen Campingplatz. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Planung grundsätzlich geeignet, die angestrebte Weiterentwicklung des Erholungs- und Sportparks Krefeld zu unterstützen. Mit der Errichtung des Campingplatzes soll die bereits in den 1970er Jahren planungsrechtlich vorgesehene Möglichkeit eines Camping- und Zeltplatzes im Erholungs- und Sportpark Krefeld umgesetzt werden.

Um den Surfpark und den modernen Campingplatz planungsrechtlich zu ermöglichen, hat der Rat der Stadt Krefeld beschlossen, die Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes 836 und zur 8. Änderung des Flächennutzungsplanes durchzuführen.

Ziel ist es zudem auch, die öffentliche Zugänglichkeit eines rund um den Elfrather See führenden Wegenetzes zu erhalten.

Sportentwicklungsplanung "KR 2032"

Die Weiterentwicklung des Erholungs- und Sportparks Krefeld soll in die Sportentwicklungsplanung „KR2032" eingebunden werden. Hierzu ist die Erarbeitung eines „Masterplans Elfrather See" geplant. Der Masterplan soll attraktive Nutzungs- und erste flächenbezogene Gestaltungsvorschläge für ausgewählte Teilbereiche enthalten. Der Masterplan soll dabei insbesondere die Belange und Anforderungen der am See bereits ansässigen Sportvereine und der Krefelder Bürgerschaft (Naherholung und Sport- / Bewegungsangebote „vor der Haustür") im Rahmen einer angemessenen Weiterentwicklung dieses Erholungs- und Freiraumes berücksichtigen. Die Stadt Krefeld hat zur Erarbeitung des Masterplans die Hochschule Koblenz - RheinAhrCampus / Herrn Prof. Thieme, beauftragt. Bestandteil des Erarbeitungsprozesses sind auch zwei Workshops, so dass die Beteiligung aller relevanten und interessierten Personengruppen sichergestellt werden kann. Ergebnisse des Masterplans sollen im Laufe des Jahres 2021 vorliegen.

Vorhabenvorentwurf / Bebauungsplanvorentwurf

Das Plangebiet kann grundsätzlich in drei Bereiche gegliedert werden:

  • Surfanlage mit ergänzenden Sport- und Freizeitnutzungen
  • Campingplatz
  • Öffentliche Grünflächen

Die vorläufige Anlagenplanung für den professionellen Surfpark einschließlich des Campingplatzes umfasst eine Fläche von ca. 8,5 ha.

Surfanlage mit ergänzenden Sport- und Freizeitnutzungen

Nach der vorläufigen Anlagenplanung liegt die geplante Surfanlage nordwestlich des vorhandenen Parkplatzes P3 und nimmt im Wesentlichen den Bereich der zurzeit vorhandenen Asphaltsportplätze und der westlich anschließenden Rasenflächen in Anspruch. Als zentrales Element sieht die Anlagenplanung ein diamantenförmiges Surfbecken, die sogenannte „Lagune" vor. Die Surflagune umfasst rund 2,8 ha und ist durch einen bis zu 225 m langen Steg in zwei Hälften geteilt. In den jeweiligen Teilbereichen können jeweils unterschiedliche Wellen für verschiedene Altersklassen und Leistungsniveaus erzeugt werden. Entlang der Lagune sollen sogenannte „Hot Taps" (warme Becken) zum Aufwärmen für Surfer sowie kleine Sportbecken als Trainingsflächen entstehen. Zudem sollen Flächen zum Aufenthalt für Zuschauer, zur Erholung oder zum Techniktraining und Yoga angeboten werden. Um die Lagune herum sind Imbissstationen für Besucher vorgesehen. Eine ca. 800 große Fläche für die erforderliche Technik zur Wellenerzeugung ist südlich des Surfbeckens angeordnet.

Nördlich der Surflagune soll ein zweigeschossiges Empfangsgebäude, das sogenannte „Hub", als zentraler Zugang in den Surfpark errichtet werden. Das Hauptgebäude wird mit Räumen für Verwaltung, Gastronomie, Surfbedarf, Sanitäranlagen, Wellness und Multifunktionsräumen für Yoga und Seminare vielfältige Funktionen bündeln. Das im Hauptgebäude geplante Restaurant mit Außenterrasse soll sowohl Besuchern des Surfparks als auch Besuchern des übrigen Erholungs- und Sportparks Krefeld zur Verfügung stehen und so ein Bindeglied über die eigentliche Freizeitanlage hinaus mit dem weiteren Sport- und Freizeitangebot des Erholungsparks Krefeld bilden. Das Restaurant wird im Übergang zwischen Surflagune und den nordwestlich daran anschließenden ergänzenden Sport- und Freizeitanlagen so angeordnet, dass Besucher einen guten Einblick auf die verschiedenen Aktivitäten haben. Bei der Konzeption des Hauptgebäudes sollen Außenflächen für Gastronomie so angeordnet werden, dass der Baukörper des Gebäudes einen baulichen Schallschutz nach Norden zur Wohnbebauung an der Asberger Straße ausbilden kann. Um einen ganzjährigen Betrieb und damit eine wirtschaftliche Umsetzbarkeit des Vorhabens zu gewährleisten, sollen das Restaurant sowie geplante Multifunktionsräume für „Corporate Events" / Firmenveranstaltungen genutzt werden können.

Im Bereich des dem Hauptgebäude nach Norden vorgelagerten Vorplatzes können an besonderen Tagen Einzelaktionen wie z. B. Surfkunst im öffentlichen Raum, Mitmach-Aktionen für Kinder und ähnliche für die allgemeine Öffentlichkeit zugängliche Kleinevents erfolgen.

Nordwestlich des Surfbeckens sieht das Plankonzept die Umsetzung „surf-naher" Sport- und Freizeitaktivitäten vor. Den Besuchern wird dort die Möglichkeit geboten, balanceorientierte Sportarten auszuüben. Dazu zähleSkater-Strecke), Skateboarden, „Bouldern" (spezielle Form des Kletterns), Klettern, „Slacklining" (Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen) und andere die Balance und Körperbeherrschung trainierende Sportarten. Angedacht ist auch ein professioneller Beachvolleyballplatz, der im Zusammenhang mit „Surfen" das Themenfeld „Strand" abdeckt. In der Wahl aller Aktivitäten spiegelt sich das Thema Surfen und Surfsport wider. Ziel der Angebote ist es, die Fähigkeiten Balance und Körperbeherrschung zu üben, als Vorbereitung auf das Surfen oder zur Festigung der Fähigkeiten im Anschluss an das Surfen.

Campingplatz

Im Westen und Südwesten des Plangebietes sieht die Planung auf einer Anhöhe die Errichtung eines Campingplatzes vor. Die Planung des Campingplatzes orientiert sich an der bestehenden Topographie. Vorhandene Geländeplateaus werden als Terrassen genutzt und nach Norden erweitert. Ziel der vorgesehenen Geländemodellierung ist es, möglichst vielen Gästen vom Campingplatz einen guten Rundumblick über den Erholungs- und Sportpark Krefeld und in die Surflagune zu ermöglichen. Es sind ca. 70 Standplätze für Zelte und Wohnwagen / Wohnmobile / Wohnanhänger vorgesehen und ca. 40 Aufstellplätze für Mobilheime.

Durch ein vielfältiges Campingangebot soll unterschiedlichen Nutzungsansprüchen der Besucher Rechnung getragen werden. Es sollen Stand- / Aufstellplätze für Zelte, Wohnmobile, Wohnwagen, „Tiny Houses" (in Forjederzeit ortsveränderlichen Wohnanhängern) und Mobilheime ermöglicht werden. Die beheizbaren mobilen Unterkünfte sind auch außerhalb der Sommermonate nutzbar, wodurch die Campingsaison auf die Herbst-, Winter- und Frühjahrsmonate verlängert wird. So kann das breite Sport- und Freizeitangebot des Erholungs- und Sportparks Krefeld auch in der Nebensaison attraktiv gestaltet und genutzt werden. Die Übernachtungsmöglichkeiten des Campingplatzes werden ergänzt durch bauliche Anlagen wie Rezeptionsgebäude, Kiosk und Sanitäranlagen.

Der Campingplatz erfährt im Rahmen der Projektplanung eine enge Bindung an den Surfpark. Neben dem guten Blick auf die sportlichen Aktivitäten wird ein direkter Zugang mit Zugangskontrolle in den Surfpark ausschließlich für die Campingplatznutzer direkt über den Campingplatz ermöglicht. Der Campingplatz soll jedoch nicht auf Besucher / Nutzer des benachbarten Surfparks begrenzt werden, sondern allen Camping-Interessierten am Sport- und Erholungspark Krefeld zur Verfügung stehen. Die Anlage ist für das (zeitlich begrenzte) touristische Camping konzipiert, nicht zum Dauercamping.

Öffentliche Grünflächen

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst umliegend um das rund 8,5 ha große Vorhabengebiet des Surf- und Freizeitparks inklusive Campingplatz öffentliche Grünflächen. Die im Bestand vorhandenen öffentlichen Wegebeziehungen entlang der Regattastrecke des Elfrather Sees sollen erhalten werden. Auch soll umlaufend um den Campingplatz und die Surf- und Freizeitanlage eine öffentliche Wegebeziehung, überwiegend durch den Erhalt bestehender Wege sowie teilweise durch die Ergänzung neuer Wegeabschnitte, ermöglicht werden. Im Norden befindet sich im Bestand auf der Grenze des Plangebiets eine kleine Anhöhe. Diese Anhöhe bietet einen hervorragenden Blick auf die Projektfläche der Freizeitanlage.

Im nordwestlichen Randbereich (außerhalb der geplanten Freizeitanlage) ist beabsichtigt, auf rund 3.500 die bisherige planungsrechtliche Ausweisung aus den 1970er Jahren (öffentliche Grünfläche) an die tatsächliche Flächennutzung (Wasserfläche (Regattastrecke) des Elfrather Sees) anzupassen. In diesem Bereich wurde der Ausbau der Wasserfläche anders ausgeführt als im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens noch vorgesehen.

Erschließungs- und Verkehrskonzept

Motorisierter Individualverkehr:
Das Plangebiet soll verkehrlich von Süden über den Charlottering (Landesstraße 473), die Rather Straße (Kreisstraße 2) und die Parkstraße erschlossen werden. Mit dem Pkw anreisende Besucher sollen direkt von der Parkstraße auf den im Südosten des Plangebiets gelegenen Parkplatz P3 geleitet werden. Der Parkplatz P3 umfasst im Bestand insgesamt 546 Stellplätze. Die Anlage soll zukünftig (teilweise) Nutzern des Campingplatzes und der Surf- und Freizeitanlage zugeordnet werden. Die Vorhabenplanung sieht die Inanspruchnahme des nördlichen Teils der Parkplatzanlage P3 mit zurzeit 405 Pkw-Stellplätzen vor. Hiervon sollen 73 Pkw-Stellplätze in 16 Wohnmobil-Standplätze umgewandelt werden. Weitere Stellplätze werden aufgrund erforderlicher Wenderadien von Feuerwehr und Pkw-Gespannen mit Wohnwagen entfallen, so dass im Ergebnis der Planung rund 310 Pkw-Stellplätze für Nutzer und Besucher des Erholungs- und Sportparks verbleiben.

Der Parkplatz P4 an der Asberger Straße umfasst im Bestand 99 Stellplätze. Hiervon sollen ggf. rund 25 Stellplätze zukünftig dem Vorhaben, und hier konkret der Restaurant-Nutzung im Hauptgebäude zugeordnet werden. Im weiteren Planverfahren sind die mit dieser Stellplatznutzung einhergehenden Auswirkungen auf die angrenzende Wohnbebauung zu untersuchen.

Fuß- und Radwege:
Bestehende gut intakte öffentliche Fußwege sollen Besuchern des Erholungs- und Sportparks Krefeld auch zukünftig rund um den Surfpark und den Campingplatz sowie insbesondere auch entlang der Regattastrecke des Elfrather Sees zur Verfügung stehen.

Vom Parkplatz P3 ist das Hauptgebäude der Surfanlage über den bereits im Bestand vorhandenen Fußweg an der Ostseite des Geltungsbereichs zu erreichen. Die Entfernung beträgt rund 300 m. Nutzer des Weges können von diesem Weg einen Blick in die Anlage und auf das Surfen werfen. Ebenfalls ausgehend vom Parkplatz P3 soll über einen neu anzulegenden Weg das südlich der Surflagune gelegene Technikgebäude und der westlich der Surfanlage vorgesehene Campingplatz erschlossen werden. Der Weg darf untergeordnet durch Betriebs- und Wartungsfahrzeuge der Surfanlage, durch Ver- und Entsorgungsfahrzeuge sowie Liefer- und Technikfahrzeuge des Campingplatzes und am An- und Abreisetag durch Gäste des Campingplatzes befahren werden. Im Eingangsbereich des Campingplatzes ist zum Be- und Entladen eine geringe Anzahl an Stellplätzen angedacht.

Zur Anbindung des Parkplatzes P3 an den Campingplatz und an das Hauptgebäude besteht die Überlegung, kleine Elektrofahrzeuge (vgl. sogenannte „Golfcaddys") zum Transport von Besuchern und Material einzusetzen. Ein konkretes Konzept welches u. a. Standplätze, Wegebeziehungen und Nutzungsbedingungen berücksichtigt, ist im weiteren Planungsprozess auszuarbeiten.

Die Nutzung der öffentlichen Wegeflächen durch Fahrräder ist möglich.

ÖPNV:
Im Zuge des Verfahrens ist zu prüfen, ob die derzeit südlich des Elfrather Sees auf der Parkstraße und Rather Straße verkehrende Buslinie 058 über die Parkstraße nach Norden bis zur bestehenden Wendeschleife am Planstandort verlängert werden kann. Hierdurch könnte eine bessere Anbindung der geplanten Surf- und Freizeitanlage sowie der umliegenden Angebote des Sport- und Erholungsparks Krefeld an den öffentlichen Personennahverkehr erreicht werden.

Grün- und Freiraumkonzept

Die Integration des Surf- und Freizeitparks in die bestehenden Grün- und Freiflächen des Erholungs- und Sportparks Krefeld ist ein wichtiger Bestandteil des Plankonzepts. Durch die geplante Inanspruchnahme der Flächen nördlich des Badesees wird durch den vorliegenden Bebauungsplan teilweise eine zusätzliche Versiegelung des Plangebiets planungsrechtlich vorbereitet, gleichwohl voraussichtlich rund zwei Drittel der Fläche unversiegelt bleiben. Die Surflagune bildet den Kern des Konzepts und befindet sich eingebettet in eine Freiraumgestaltung, die sich in den bestehenden Freiraum einfügt. Das Grün- und Freiraumkonzept rund um die Surfanlage und die Sport- und Freizeitaktivitäten wird entsprechend der klimatischen und geographischen Lage entwickelt. Ziel ist es, im Rahmen der Konzeptplanung und -umsetzung möglichst viele der im Bestand vorhanden Bäume und Gehölzflächen zu erhalten und in die Planung zu integrieren. Besucher des Erholungs- und Sportparks Krefeld werden die Möglichkeit haben, über bereits bestehende Fußwege die Surf- und Freizeitanlage und den Campingplatz zu umlaufen. Die Einfriedung der beiden Anlagenbausteine soll so gestaltet werden, dass sie als ein natürlicher Bestandteil des Gebietes wahrgenommen wird. Die aus Sicherheitsgründen und zur Überwachung des Zu- und Abgangs erforderliche Zaunanlage soll - soweit möglich - durch vorhandene Gehölze gezogen und so möglichst wenig als künstliche Einfriedung und Fremdkörper in Erscheinung treten.

Ver- und Entsorgungskonzept

Die konkrete Planung zur Ver- und Entsorgung der Projektbausteine ist im weiteren Verfahren zu erarbeiten und mit den zuständigen Behörden abzustimmen.

Die Versorgung mit Wasser, Strom und Gas sowie die Entwässerung des Plangebiets sind im Zuge des Planverfahrens zu konzipieren. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass die Planvorhaben Surfpark und Campingplatz an die Bestandsleitungen in den angrenzenden Straßen anbinden. Die Kapazitäten des Bestandsnetzes sind im Planverfahren zu prüfen.

Im Rahmen einer gutachterlichen Untersuchung der Böden wird geprüft, inwieweit eine Versickerung der auf dem Hauptgebäude und vorgelagerten versiegelten Flächen anfallenden Niederschläge möglich bzw. zulässig ist.

Das für eine Befüllung des Surfsportbeckens zu verwendende Wasser könnte ggf. aus dem Leitungsnetz, dem Grundwasser oder aus den angrenzenden Seen entnommen werden. Auf welche der genannten Wasserquellen tatsächlich zurückgegriffen werden soll, ist im Zuge der Vorhabenplanung zu prüfen und mit den zuständigen Fachbehörden abzustimmen. Hierbei sind insbesondere auch umweltrelevante Aspekte zu beachten.

Das im Surfbecken verwendete Wasser erfährt durch die Wellenerzeugung eine stetige Sauerstoffzufuhr. Bakterien und organische Verunreinigungen im Wasser werden durch Sauerstoff zerstört. Daher sind im Betrieb nur ein minimaler Einsatz von Chemikalien wie Chlor und ein geringer Wartungsaufwand zur Reinhaltung des Sportbeckens erforderlich. Für den Betrieb des Sportbeckens wird ein den örtlichen Gegebenheiten angepasstes Wasser-Management-Konzept erarbeitet. Die Planung soll eine im Einzelfall erforderliche vollständige Entleerung der Surflagune berücksichtigen. Im Zuge des weiteren Bebauungsplanverfahrens wird die Möglichkeit einer Entwässerung in den Elfrather See geprüft. Ebenfalls wird ein möglicher Wasseraustausch zwischen Surflagune und angrenzenden Seen geprüft und mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Energiekonzept
Für den Betrieb der Surflagune ist im Durchschnitt mit Blick auf vergleichbare bereits umgesetzte Projekte ein Verbrauch von rund 380 kw/h und von rund 1,4 MW im Jahr zu erwarten. Bei einer maximalen Wellenauslastung kann der Energieverbrauch im Einzelfall höher sein. Ziel des Vorhabenträgers ist die Verwendung erneuerbarer Energien wie zum Beispiel Solarenergie über eine Photovoltaikanlage. Im Rahmen des Planverfahrens wird der erforderliche Energiebedarf erörtert und ein nachhaltiges Energiekonzept erarbeitet.

Mit den zuständigen Stellen soll ferner erörtert werden, inwiefern es möglich ist, die Abwärme der nahegelegenen Krefelder Müllverbrennungsanlage zu nutzen. Die Fernwärme könnte zum Beheizen des Wassers genutzt werden und so die Surfsaison verlängern und eine Nutzung der Anlage in kühlen Jahreszeiten ermöglichen. Hierdurch kann die Attraktivität und Nutzung des Erholungs- und Sportparks Krefeld insgesamt gesteigert werden.

Planungsrechtliche Situation

Das Plangebiet ist im geltenden Regionalplan Düsseldorf (RPD 2018) als Allgemeiner Freiraum- und Agrarbereich dargestellt, überlagert mit den Freiraumfunktionen „Schutz der Landschaft und landschaftsorientierte Erholung" sowie „Regionaler Grünzug". Die bestehenden Wasserflächen des Elfrather Sees sind als „Oberflächengewässer" dargestellt. Bauleitpläne sind den Zielen der Raumordnung - und damit auch den Zielen der Regionalplanung - anzupassen (§ 1 Absatz 4 BauGB). Die Prüfung, ob bzw. inwieweit die Bauleitplanung mit den Zielen der Raumordnung vereinbar ist, erfolgt durch landesplanerische Anfrage an die Regionalplanungsbehörde im formellen Verfahren der erforderlichen Flächennutzungsplanänderung.

Der wirksame Flächennutzungsplan der Stadt Krefeld stellt die Flächen innerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplans im Wesentlichen als Grünflächen mit den Zweckbestimmungen „Parkanlage" (westlicher Teilbereich) und „Sportanlage" (östlicher Teilbereich) dar. Die beiden bestehenden großen Parkplatzanlagen an der Parkstraße auf Höhe des Badesees (Parkplätze P2 und P3) sind als „öffentliche Parkfläche" dargestellt.

Da die geplante Nutzung den Darstellungen des wirksamen Flächennutzungsplanes und damit dem Entwicklungsgebot gemäß § 8 Absatz 2 BauGB widerspricht, muss der Flächennutzungsplan zur Umsetzung der obengenannten neuen städtebaulichen Zielsetzung im Parallelverfahren geändert und die Flächen entsprechend der vorgesehenen Entwicklung im Wesentlichen als Sondergebiete mit entsprechenden Zweckbestimmungen („Surfpark, Wassersport und Freizeit" für die Surf- und Freizeitanlage und „Campingplatz" für das geplante Campingareal) dargestellt werden.

Die Flächennutzungsplanänderung erhält die Bezeichnung:
8. Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich zwischen Elfrather See, Asberger Straße und Parkstraße.

Der Bebauungsplan liegt innerhalb des Geltungsbereiches des Landschaftsplanes der Stadt Krefeld (1991, in der derzeit geltenden Fassung). Für die Flächen innerhalb des zukünftigen Geltungsbereiches des Bebauungsplans ist das Entwicklungsziel 1.4 „Ausbau der Landschaft für die Erholung" festgesetzt. Dieses Entwicklungsziel bezeichnet allgemein Landschaftsteile, die insbesondere der Naherholung dienen sollen. Beim Ausbau der Landschaft sollen die Belange von Natur und Landschaft berücksichtigt werden. Hinsichtlich des konkreten Bereichs der „Tageserholungsstätte ‚Unten im Bruch' (Elfrather See)" ist im Landschaftsplan ausgeführt, dass die landschaftsökologischen Belange bei der Verwirklichung der Ziele und Zwecke der Planung gemäß der bestehenden Bebauungspläne 366 und 416 angemessen zu berücksichtigen sind. Zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Landschaftsplans befand sich der Erholungspark Elfrather See noch im Ausbau. Östlich der Parkstraße - und somit außerhalb des künftigen Geltungsbereiches des Bebauungsplans 836 - beginnt das Landschaftsschutzgebiet 2.2.4 „Elfrath". Die Prüfung der Vereinbarkeit der Bauleitplanung mit den Zielsetzungen des Landschaftsplans erfolgt im Planverfahren.

Sonstiges

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wird eine Umweltprüfung (gemäß § 2 Absatz 4 BauGB) durchgeführt und ein Umweltbericht (gemäß § 2a BauGB) erstellt.

Es werden voraussichtlich folgende Fachuntersuchungen für die Bauleitplanverfahren erforderlich:

  • Landschaftspflegerischer Begleitplan (u. a. zur Bilanzierung des Eingriffs in Natur und Landschaft sowie Definition von entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen)
  • Artenschutzprüfung
  • Verkehrsgutachten (Verkehrserzeugung und -abwicklung)
  • Schallgutachten (Betrieb der Anlage sowie Verkehr)
  • Bodenuntersuchung (Altlastenverdachtsfläche)

Ob weitere Fachuntersuchungen erforderlich werden, ist im Rahmen der Bauleitplanverfahren (insbesondere im Zuge der Behördenbeteiligung) zu klären.

Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit

Gemäß § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) in der zurzeit gültigen Fassung ist die Öffentlichkeit möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen, die für die Neugestaltung oder Entwicklung des Gebietes in Betracht kommen, und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung öffentlich zu unterrichten. Ihr ist Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben. Nachdem bereits am 29. September 2020 eine Veranstaltung zur Unterrichtung und Erörterung der Planung stattgefunden hat, bei der aufgrund des in Folge der pandemiebedingten Rahmenbedingungen zahlenmäßig nur beschränkten Platzangebotes leider nicht alle Interessierten teilnehmen konnten, soll noch eine erneute Unterrichtung und Erörterung erfolgen. Die für den 12. November 2020 vorgesehene erneute Veranstaltung konnte aufgrund der seit dem 2. November geltenden Coranaschutzverordnung des Landes leider nicht durchgeführt werden. Da die Rahmenbedingungen auch weiterhin eine Präsenzveranstaltung nicht ermöglichen, wird die erneute umfassende Information der Öffentlichkeit über die Planung und die erneute Gelegenheit zur Meinungsäußerung nun in alternativer Form durchgeführt.

Die erneute Unterrichtung und Erörterung erfolgt in Form einer Online-Veranstaltung

am Donnerstag, dem 28.01.2021, um 18.00 Uhr

durch sachkundige Mitarbeiter des Fachbereiches Stadt- und Verkehrsplanung.

Die Veranstaltung wird über eine Internet-Plattform durchgeführt.

Teilnahmelink: https://us02web.zoom.us/j/84010481038


Mit dem unten auf dieser Internetseite verfügbaren Video können Sie sich bereits vor der Veranstaltung ergänzend zu den oben stehenden Erläuterungen über die Ziele und Zwecke der Planung sowie das weitere Verfahren informieren.


Anleitung zur Teilnahme an der Online-Veranstaltung:

1.) Auf den Teilnahme-Link klicken

2.) Es öffnet sich die Internetseite des Anbieters "Zoom" und, auf dieser wird Ihnen ggf. angeboten, die Software "Zoom Client" herunterzuladen und zu installieren. Der Download der Installationsdatei und die Installation des "Zoom Clients" ist zwar möglich, aber für die Teilnahme an der Online-Veranstaltung nicht erforderlich. Der Download kann also auch abgebrochen werden.

3.) Oben rechts auf der Internetseite kann die Spracheinstellung auf "Deutsch" umgestellt werden (ist standardmäßig auf "English"
eingestellt).

4.) Wenn die Software "Zoom Client" nicht installiert wurde, bitte auf der Internetseite auf "Meeting eröffnen" (bzw. "Launch meeting" bei englischer Spracheinstellung) klicken und auf dem Folgebildschirm den Link "Mit Ihrem Browser anmelden" (bzw. "Join from Your Browser" bei englischer Spracheinstellung) anklicken.

5.) Auf der Folgeseite Ihren Namen eingeben (zur Unterscheidung der Teilnehmer), die Sicherheitsabfrage ("Ich bin kein Roboter") durchführen und anschließend auf "Beitreten" klicken

6.) Für den Beitritt zum Zoom-Meeting müssen Sie sich anschließend mit den Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien von Zoom einverstanden erklären.


An der Online-Veranstaltung kann ohne Voranmeldung teilgenommen werden, die Teilnahme erfolgt über gängige aktuelle Internet-Browser. Im Rahmen der Online-Veranstaltung besteht Gelegenheit, sich zur Planung zu äußern und die Planung mit den Vortragenden zu erörtern. Hierzu können Fragen und Äußerungen schriftlich über ein „Fragen & Antworten-Feld" im Internet-Browser gestellt / vorgetragen werden, diese Fragen und Äußerungen werden dann für alle Teilnehmer live und mündlich durch die Vortragenden oder schriftlich im „Fragen & Antworten-Feld" im Internet-Browser beantwortet.

Äußerungen zur Planung können auch nach dem vorgenannten erneuten Anhörungstermin innerhalb einer Woche beim Fachbereich Stadt- und Verkehrsplanung, Parkstraße 10, 47829 Krefeld, eingereicht werden (E-Mail-Adresse: fb61@krefeld.de).

Bei gleichlautenden Eingaben (Unterschriftenlisten, vervielfältigte gleichlautende Texte, etc.) wird um die Benennung desjenigen gebeten, der die gemeinschaftlichen Interessen vertritt.

Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt auf Grundlage von § 3 Baugesetzbuch. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Formblatt „Datenschutzrechtliche Hinweise nach Artikel 13 Datenschutz-Grundverordnung für Bauleitplanverfahren der Stadt Krefeld".

Übersicht über das Bauleitplanverfahren
TerminVerfahrensschritt
6. Februar 2020Einleitender Beschluss

29. September 2020 / 28. Januar 2021

Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit
gemäß § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch

 
30. Oktober 2020
Frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange
gemäß § 4 Absatz 1 Baugesetzbuch
 Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss
gemäß § 2 Absatz 1 Baugesetzbuch
 Bekanntmachung der öffentlichen Auslegung im Amtsblatt
gemäß § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch
 Durchführung der öffentlichen Auslegung
gemäß § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch
 Beteiligung von Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange
gemäß § 4 Absatz 2 Baugesetzbuch
 Satzungsbeschluss des Bebauungsplans
gemäß § 10 Absatz 1 Baugesetzbuch
und abschließender Beschluss des Flächennutzungsplanes
 Genehmigung der Flächennutzungsplanänderung
durch die Bezirksregierung Düsseldorf
gemäß § 6 Baugesetzbuch
 Bekanntmachung im Amtsblatt
gemäß § 10 Absatz 3 Baugesetzbuch
= Verfahrensende und Rechtskraft

 

Eingebettetes Youtube-Video

Details zu diesem Bauleitplanverfahren

BauleitplanverfahrenBebauungsplan (frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit) 28.01.2021 - 28.01.2021
OrtsteileStadtbezirk Uerdingen
LageKrefeld-Uerdingen

Kontakt

Wichtig: Derzeit die Verwaltung bitte nur nach Terminvereinbarung aufsuchen!

Stefan Kosak

Telefon: 0 21 51 / 86-3736

E-Mail: stefan.kosak@krefeld.de

Zimmer 322

Anschrift

Stadt- und Verkehrsplanung

Parkstraße 10

47829 Krefeld