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Krätze (Skabies)

Krätze (Skabies)

Was ist Krätze?

Es handelt sich um eine durch Krätzemilben hervorgerufene (i.d.R harmlos verlaufende) Infektionskrankheit.
Bei Verdacht oder im Erkrankungsfall muss das zuständige Gesundheitsamt benachrichtigt werden.

Wie wird Krätze übertragen?

Ansteckungsgefahr besteht hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch, eine Übertragung ist aber auch z.B. durch Bettwäsche, Kleidung, Kissen,Plüschtiere oder Polstermöbel möglich.
Gelangen die Krätzemilben auf die Haut, graben sie sich in ca. 30 Minuten in die Haut ein und legen ihre Eier in einem ca. 0,5 Zentimeter langen Gang unter der Haut ab.
In etwa 20 Tagen entwickeln sich aus den Eiern vermehrungsfähige Milben. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen können zwei bis sechs Wochen vergehen, bis sie sich so weit vermehrt haben, dass Symptome auftreten.

Wie erkenne ich eine Krätzmilben-Infektion?

Symptome sind z.B. Brennen, Jucken auf der Haut (insbesondere nachts), Kratzspuren, Knötchen und Pusteln. Selten sind die Milbengänge sichtbar.
Häufig befallene Stellen sind: Fingerzwischenräume, Handgelenke, Ellenbogen,
die Brust und der Genitalbereich. Es kann aber auch jede andere Stelle befallen sein.

Verhalten in Gemeinschaftseinrichtungen:

Das Personal darf bei Verdacht oder Erkrankung eine Gemeinschaftseinrichtung nicht betreten bis durch einen Arzt bestätigt wird, dass eine Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu befürchten ist. Vor Wiederaufnahme der Tätigkeit ist einärztliches Attest vorzulegen.
Es sollten alle durch Krätze-Merkblätter informiert werden, die Kontakt zu Verdächtigen oder Erkrankten haben oder hatten.
Informationen aushängen, z.B. am schwarzen Brett.
Reinigungspersonal informieren und genaue Anweisungen für die Reinigung und Desinfektion geben.

Maßnahmen für Kontaktpersonen:

Personen, die engen Kontakt mit krätzeinfizierten Kindern haben oder hatten, sollten sich einem Hautarzt vorstellen und sich vorsorglich mit behandeln lassen. (Personal, aber auch Angehörige wie Geschwisterkinder und Eltern).
Die vorsorgliche Behandlung von Kontaktpersonen wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlen, ist aber letztendlich die Entscheidung des jeweiligen Hautarztes.
Es ist sinnvoll eine Liste mit Kontaktpersonen zu erstellen, um:
- die Übersicht zu behalten,
- Kontaktpersonen regelmäßig nachschauen zu lassen,
- bei einer zeitversetzt auftretenden Infektion mit Krätze den Infektionsweg besser nachvollziehen zu können (manchmal erst nach 4 bis 6 Wochen).

Maßnahmen bei verdächtigen Personen:

Schon bei begründetem Verdacht muss, bis zur Abklärung mit dem Hautarzt, enger Kontakt mit anderen Kontaktpersonen vermieden werden.
Kinder, Mitarbeiter oder auch Familienangehörige einem Hautarzt vorstellen.
Die vorsorgliche Behandlung von verdächtigen Personen wird ebenfalls vom RKI empfohlen.

Maßnahmen bei Krätze-Infektionen:

Erkrankte dürfen vor und während der Behandlung die Einrichtung nicht betreten.
Wiederzulassung: Nach Behandlung und klinischer Abheilung der befallenen Hautareale. Ein schriftliches ärztliches Attest ist erforderlich. Der genaue Zeitpunkt zur Wiederzulassung liegt in der Entscheidung des behandelnden Arztes.
Fingernägel der Erkrankten kurz halten (wegen vermehrtem Kratzen).
Kissen, Wolldecken und Plüschtiere vorübergehend aus dem Raum entfernen und entwesen (s.u.).
Der Hautarzt verordnet eine antiparasitäre Salbe, die ein oder mehrmals aufgetragen werden muss (je nach Mittel). Milben und deren Eier sind dann nach ca. 2 bis 5 Tagen abgestorben. Hautirritationen heilen oft erst nach 2 bis 3 Wochen ab.
Bett und Leibwäsche täglich wechseln, ebenfalls nach der Behandlung bzw. nach Abduschen der medizinischen Salben.
Normale Händehygiene und normale tägliche Reinigungsmaßnahmen.

Maßnahmen zur Entwesung: (verschiedene Möglichkeiten)

Milben verhungern ohne Wirt und werden bei unter 20 Grad Celsius bewegungs- und vermehrungsunfähig, bei mehr als 50 Grad Celsius sterben die Milben innerhalb von zehn Minuten ab.

Waschen bei 60 Grad Celsius für alles, was bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden kann.
Chemische Reinigung z.B. für empfindliche Oberbekleidung.
Trockene Hitze (Trockner)über 50 Grad Celsius mindestens zehn Minuten.
Einfrieren: 24 Stunden, z.B. Hausschuhe oder Kuscheltiere,in einem extra Tiefkühlschrank in einer Plastiktüte.
Luftdicht verschließen: zwei Wochen.
Wischen, staubsaugen: Fußbodenbeläge, patientennahe Kontaktflächen und Möbel einer normalen tägliche Desinfektion unterziehen. Chemische Mittel oder Pestizide sind nicht erforderlich.
Dampfreiniger: Polstermöbel und Kissen lassen sich auch gut mit dem Dampfreiniger behandeln.
Vor der Endreinigung, Polstermöbel möglichst fünf Tage separieren.