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Landschaftsplan Naturschutzgebiete

Der Landschaftsplan Krefeld

Die Stadt Krefeld hat einen Landschaftsplan aufgestellt, um die in großen Teilen noch typische niederrheinische Landschaft in ihrem Wirkungsgefüge und in ihrem Erscheinungsbild zu bewahren oder dort, wo sie bereits geschädigt ist, in einen naturnahen Zustand zurückzuführen. Sie ist darauf bedacht, einerseits die natürlichen Grundlagen für eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung zu erhalten, andererseits der Bevölkerung in den dichtbesiedelten Gebieten einen angemessenen Raum für die Erholung anzubieten unter Beachtung des Biotop- und Artenschutzes.

Blühender Wasserhahnenfuß mit fünf Blüten.

Wasserhahnenfuß

Ein Teichhuhn steht im flachen Wasser hinter Ästen, die im Wasser liegen.

Schützenswert: Teichhuhn

Geltungsbereich

Der Geltungsbereich des Landschaftsplanes wird in § 16 Abs. 1 des Landschaftsgesetzes NW festgelegt. Er erstreckt sich auf alle Flächen außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereiches der Bebauungspläne. Darüber hinaus kann der Landschaftsplan auch Bebauungsplangebiete erfassen, soweit diese land- und forstwirtschaftliche Nutzung oder Grünflächen festsetzen, die im Zusammenhang mit dem Außenbereich stehen. In diesen Fällen können aber keine Vorschriften zur Anlage von Wander-, Rad- oder Reitwegen sowie von Parkplätzen, Spiel- und Liegewiesen getroffen werden.

Dem Bemühen, den Verbrauch der Landschaft einzudämmen, dient eine großzügige Umgrenzung des Geltungsbereiches und ein den vielfältigen Landschaftsformen angepaßter Landschaftsschutz. Der Geltungsbereich des Landschaftsplanes umfaßt zur Zeit 55 % des Stadtgebietes.

Die Landschaftsschutzgebiete umfassen 5621 Hektar.

 

Niederrheinische Landschaft: Hülser Bruch

Naturschutz

Der Landschaftsplan der Stadt Krefeld setzt neun Naturschutzgebiete fest:

1. Waldwinkelkuhle

Größe: 10,96 ha auf dem Gebiet der Stadt Krefeld,
insgesamt ca. 21 ha

2. Egelsberg

Größe 71,2 ha

3. Latumer Bruch

Größe: 185,22 ha
Latumer Bruch

4. Die Spey
Größe: ca. 37 ha
Spey Infotafel Monitor Flyer Spey

5. Hülser Bruch / Hülser Berg
Größe 430 ha
Flyer Hülser Bruch

6. Orbroich
Größe ca. 100ha

Orbroich

7. Niepkuhlen
Größe ca. 35 ha

Niepkuhlen

8. Riethbenden
Größe ca. 37 ha
Riethbenden

9. Flöthbach
Größe ca. 45 ha

NSG Flöthbach

 

insgesamt 951,38 ha = 6,8 % der Stadtfläche

Im Naturschutzgebiet Egelsberg wird die Wiese im Vordergrund von breiten Bäumen mit dicht über dem Boden beginnenden Ästen begrenzt. Rechts steht eine ausladende Eiche.

Naturschutzgebiet Egelsberg
Flyer Egelsberg

Landschaftsschutz

Der überwiegende Teil des Planungsraumes 6625 ha steht unter Landschaftsschutz. Dies geschieht nicht nur aus landschaftlichen oder Artenschutzgründen, sondern auch aus klimatisch- lufthygienischen Gründen und zur Erhaltung des noch verbliebenen Freiraumes im dichtbesiedelten Stadtgebiet.
Auch in den Landschaftsschutzgebieten sind Gebote und Verbote erforderlich, jedoch sind diese auf die jeweilige Nutzung des Raumes abgestimmt, z.B. die land- und forstwirtschaftliche Nutzung, die Erholungsnutzung.

Naturdenkmale

Als Einzelschöpfungen der Natur werden im Plangebiet 73 Naturdenkmale festgelegt, und zwar:

54 Einzelbäume nach Standorten zusammengefaßt
25 Baumgruppen nach Standorten zusammengefaßt
10 Alleen
1 Grabenbereich
1 Gesteinssammlung
1 Einzelstein

Geschützte Landschaftsbestandteile

Kleinere, schutzwürdige Gebiete und Flächen werden als geschützte Landschaftsbestandteile festgesetzt. Zu den ca. 100 geschützten Landschaftsbestandteilen gehören insbesondere die Landwehre, zahlreiche Obstwiesen, Feuchtwiesen, Teile von Altstromrinnen und verbuschte Flächen.

Forstliche Nutzungen

Zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines naturnahen Waldbestandes werden 53 Festsetzungen getroffen. Davon tragen 25 zur Erstaufforstung vorgesehene Maßnahmen zu einer Vermehrung des Waldbestandes um 63 ha bei. Bei weiteren 25 Festsetzungen handelt es sich um Wiederaufforstungen mit bodenständigen Gehölzen, während drei Festsetzungen eine bestimmte Form der Endnutzung, z.B. großflächigen Kahlschlag verbieten.

Entwicklungs-, Pflege- und Erschließungsmaßnahmen

Die hier zu nennenden Festsetzungen sehen im wesentlichen vor:
- Anlage, Pflege oder Anpflanzung von Flurgehölzen, Hecken, Alleen, Baumgruppen und

Einzelbäumen

- Anlage, Wiederherstellung oder Pflege von naturnahen Lebensräumen und Klein-

gewässern

- Herrichtung von geschädigten Grundstücken

- Anlage oder Aufhebung von Wegen

- Anlage von Spiel- und Liegewiesen und Grillplätzen

- Anlage von Wanderparkplätzen

Insgesamt gibt es circa 450 solcher Festsetzungen, die als punktuelle oder linienhafte Elemente die Landschaft für Natur und Mensch aufwerten.

Der Stamm einer sehr alten Eiche mit vielen Ästen. In der Krone verzweigen sich viele dicke Äste.

Naturdenkmale : Eiche

In einer landwirtschaftlich genutzten Fläche steht eine einzelne große alte Linde mit einem Wegkreuz auf der rechten Seite.

Linde mit Wegekreuz