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Häusliche Gewalt
Häusliche Gewalt
Gewalt in der Familie hat es immer schon und in allen Gesellschaften gegeben. Häusliche Gewalt ist jede Art körperlicher, sexueller und/oder seelischer Misshandlung unter erwachsenen Beziehungspartnern, wobei auch deren Kinder involviert sein können.
Immer mehr Opfer, insbesondere Frauen, rufen in akuten Situationen die Polizei zu Hilfe. Seit dem Jahr 2002 kann die Polizei NRW gewalttätige Personen innerhalb einer Lebensgemeinschaft zum Schutz der Opfer für zunächst zehn Tage der Wohnung verweisen. Die Polizei kontrolliert auch, ob sich die entsprechende Person an das Rückkehrverbot hält; andernfalls droht ein Zwangsgeld bis zu 2500 Euro. Während dieser zehn Tage kann das Opfer beim Zivilgericht nach dem Gewaltschutzgesetz einen längeren Schutz und bzw. oder die Zuweisung der gemeinsamen Wohnung beantragen. 754 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt gab es im Jahr 2009 in Krefeld, im Jahr 2008 waren es 882. Es gab im Jahr 2009 141 Wegweisungen, 2008 waren es 154.
Für die Betroffenen ist die polizeiliche Intervention oft auch ein Einstieg in weitergehende Hilfen durch unterschiedliche Angebote von Mitgliedern des Netzwerkes gegen Häusliche Gewalt in Krefeld.
Häusliche Gewalt betrifft alle sozialen Schichten und ist unabhängig von Bildungsstand, Einkommen, gesellschaftlichem Status, Alter, der Herkunft oder Kultur. Überwiegend betroffen sind Frauen und, damit verbunden, in vielen Fällen auch direkt oder indirekt deren Kinder. Nicht vergessen werden darf aber, dass manchmal auch Männer häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.
Im häuslichen Umfeld kann es darüber hinaus ebenso zu Gewalt gegen ältere Personen kommen, wobei besonders pflegeabhängige Menschen Misshandlungssituationen in der Regel hilflos ausgeliefert sind. Hier kann es schwierig sein, exakt zwischen Täter und Opfer zu unterscheiden. Entscheidend ist, dass zum einen keine Gewalthandlung bagatellisiert oder entschuldigt wird und zum anderen eine dauerhafte Alternative zur Gewalt gefunden werden und den betroffenen Familien und Paaren Hilfe angeboten wird.
In der Liste „Die Krefelder Hilfeeinrichtungen" sind die Einrichtungen aufgeführt, an die sich Betroffene von häuslicher Gewalt und deren Angehörige und Bezugspersonen wenden können, wenn Sie Hilfe, Beratung und Informationen benötigen.
Die Krefelder Gesundheitskonferenz, angesiedelt im Fachbereich Gesundheit, hat sich zunächst mit dem Thema der häuslichen Gewalt als einem großen Gesundheitsrisiko für Frauen und Kinder beschäftigt und ihre Beratungen dann auf Senioren ausgeweitet. Studien belegen, dass häusliche Gewalt als Ursache von psychischen und körperlichen Beschwerden viel zu wenig wahrgenommen wird.
Die von der Gesundheitskonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe „Häusliche Gewalt und Gesundheit" hat für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die oft die einzigen außen stehenden Ansprechpartner für von Gewalt Betroffenen sind, eine Informationsschrift herausgegeben mit dem Titel „Diagnose Gewalt - für den Umgang mit Patientinnen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie von häuslicher Gewalt betroffen sind". Sie enthält auch umfangreiche Hintergrundinformationen zur häuslichen Gewalt, Hinweise zur Diagnostik und Informationen zur medizinischen Befunddokumentation.
Die Liste der Krefelder Hilfeeinrichtungen sowie der Krefelder Dokumentationsbogen bei Verdacht von häuslicher Gewalt, welcher es Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, in kurzer Zeit eine inhaltlich umfassende gerichtsverwertbare Dokumentation von Verletzungen durch häusliche Gewalt zu erstellen, runden die Informationsschrift ab (siehe Downloads).
Bei konkretem Hilfs- und Beratungsbedarf wenden Sie sich bitte an die in der Liste aufgeführten entsprechenden Einrichtungen und Personen!
Seitens der Stadtverwaltung stehen bei allgemeinen Fragen zum Thema und zu den Materialien die Sprecherin der Arbeitsgruppe Dr. Renate Schmidt, Fachbereich Gesundheit und Silvia Hellfeier, Gleichstellungsstelle, Koordinierungsstelle des Krefelder Netzwerks gegen Häusliche Gewalt , Telefon-Nummer 02151/862052 sowie bei Fragen zur Gesundheitskonferenz Jeanette Dreesund Birgit Paas, Fachbereich Gesundheit, zur Verfügung.
Stand 6/2010


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