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Duftbouquet und Spiegel - Kimono einer adligen Dame (21. Februar bis 15. Mai 1999)
Aktuelles
Das Deutsche Textilmuseum in Krefeld zeigt eine Sammlung von Komino, Haori und Obi aus dem Nachlaß einer adligen japanischen Dame. Von dem zur Hochzeit getragenen, hoch zeremoniellen Gewand aus schwerer Krepp-Seide, reich bemalt, bestickt und appliziert mit Blattgold-Auflage bis zu einem duftigen, ungefütterten Sommerkimono, natürlich auch aus Seide, reicht das Spektrum der hier gezeigten mehr als 50 Kimono, 12 Jacken (Haori) und 17 Gürtel (Obi). Darüber hinaus gibt es den kompletten Satz des sogenannten Hana yome isho, den die Besitzerin zu ihrer eigenen Hochzeit getragen hat mit einem Übermantel aus weißer Damastseide mit dick mit Seidenwatte gefülltem Saum (damit er schön frei fiel), den Shiromoku (doppellagigem weißen Kimono), dem ebenso weißgrundigen Obi und zwei Unterkleidern.
Eine technische Besonderheit sind zwei Ensemble bestehend aus je einem Kimono und Haori, die in der besonderen, auf der Insel Oshima entwickelten Doppel-Ikat geschmückt wurden und die eine große textile Rarität sind (Oshima tsumugi-Ensemble).
Eine Gruppe ausgesuchtester Obi geben eine Vorstellung von der technischen Perfektion, die bis heute vor allem auf die Herstellung dieser Gürtel verwendet wird. Bei einigen haben wir es mit sehr individuell gestalteten Dekoren zu tun, die der Vater der Eigentümerin in Auftrag gegeben hatte. Es kommen solch eigenwillige Muster vor wie die schwimmenden Goldfische auf dem Gürtel, der auf der Rückseite des Kataloges abgebildet ist. Solche Raritäten wie Regenjacken, die bereits europäischen Einfluß verraten, und Taufkleider runden das Bild ab.
Wie auch in Europa bis Ende des 18. Jahrhunderts üblich (ständische Kleiderordnung), gibt es indessen in Japan bis heute eine sehr differenzierte Hierarchie in der traditionellen Kleidung, die die Qualität der verwendeten Seide, Dekor und Dekor-Technik sowie Farben, Anzahl und Ausführung der auf den Gewändern angebrachten Wappen umfasst.
Diese Ausstellung wird von einem sorgfältig bearbeiteten Katalog begleitet, in dem von Walter Brix jedes Gewand mit all seinen technischen Details beschrieben wurde, Natürlich sind auch Dekor und die Interpretation desselben präzise angegeben, denn es geht bis heute in Japan bei den Mustern eines Kimonostoffs keineswegs vor allem um ästhetische, sondern vorwiegend um den Symbolgehalt der Sujets und die soziale Komponente.

