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Leinendamaste

Das Deutsche Textilmuseum besitzt eine schöne Sammlung alter Leinendamaste aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Hier sind vor allem die frühen flandrischen Stücke bemerkenswert. In Kortrijk und Mechelen entstand ziemlich genau um 1500 eine blühende Leinendamastindustrie, die großrapportige figürliche Muster hervorbrachte.

Gegenüber einer jahrhundertelang geübten einfachen Leinenweberei im häuslichen Bereich, die auf Schaftwebstühlen simple geometrische Muster hervorbrachte, zeugen diese neuen Damaste von einem ungeheuren technischen Fortschritt, der so nur dadurch zu erklären ist, daß Seidenweber aus Italien ihre in langen Jahrhunderten entwickelten Zugwebstühle nach Flandern brachten.
Die Muster der niederländischen Damaste sind dagegen nicht von Italien inspiriert. Hier wie später in Sachsen und Schlesien, waren biblische Themen und weltliche Jagdszenen, sowie politische Sujets beliebt.