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Koptische Textilien

Als Kopten bezeichnet man die zum christlichen Glauben übergetretenen Einwohner Ägyptens. Bei koptischen Textilien handelt es sich um Mischgewebe mit einer leinenen Kette und farbigen Wollschüssen für die Musterung, die nach Art der Schlitzwirkerei in die Kette eingebunden sind. Solche Stoffe sind weitgehend als Grabfunde auf uns gekommen. Sie wurden von in Ägypten lebenden Griechen etwa seit dem 3. nachchristlichen Jahrhundert, später von den Kopten selber in Manufakturen und in Heimarbeit hergestellt. Die Mehrzahl der erhaltenen koptischen Textilien sind Zierstücke von Gewändern und Decken, in die die Toten eingewickelt waren. Die Farben dieser Stoffe sind besonders gut erhalten, teilweise geradezu leuchtend, was mit dem überaus trockenen Klima der Wüstenorte zusammenhängt, in denen sie gefunden wurden und mit der Tatsache, daß kein schädliches Licht, der Erzfeind aller Textilien, in die Gräber fallen konnte.

 

 

Knabentunika, Wolle, Ägypten, 6. bis 7. JahrhundertMedaillon mit Josephszyklus, Mitte 7. Jahrhundert