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2010-02-25: 4. Krefelder Schulpreis verliehen

Jubel bei der Schulpreisverleihung im Krefelder Rathaus
Den „4. Krefelder Schulpreis" hat Oberbürgermeister Gregor Kathstede im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus übergeben. Die erfolgreichen Schüler und verantwortliche Lehrer der ausgewählten Projekte haben erst bei der Feier erfahren, welchen Preis sie gewonnen haben. Vergeben wurden drei Hauptpreise - der erste Preis mit 2.500 Euro dotiert, der zweite mit 1.500 Euro und der dritte mit 1.000 Euro (allesamt gestiftet von der Sparkasse Krefeld, für die der Vorstandsvorsitzende Ludger Gooßens an der Verleihung teilnahm) - sowie ein Sonderpreis über 500 Euro von der Bürgerstiftung, der von Margot Erbslöh überreicht wurde.
„Viele Schulen engagieren sich in hohem Maße und mit beachtlicher Eigeninitiative für das Allgemeinwohl. Der Preis soll Anerkennung für die geleistete Arbeit sein", machte Oberbürgermeister Gregor Kathstede deutlich. „Ihr habt die traditionellen Krefelder Werte mit der Gegenwart verknüpft und ihnen einen Weg in die Zukunft bereitet", lobte Kathstede die anwesenden Schüler. „Ich bin stolz auf jeden von Euch". Der Oberbürgermeister verstand es sehr gut, mit seiner Ansprache die gespannte Erwartung der Schüler, welchen der Preise sie bekommen haben, aufrecht zu erhalten. Schließlich wurden sie doch erlöst und alle jubelten über ihre Preise.
Den ersten Preis bekam das Projekt „Sicherheit ist cool" der Klasse 7E der Gesamtschule Kaiserplatz. Es basiert auf dem Wettbewerb „cool & fair" der Intitative „Krefelder Fairkehr". Die Schüler im Alter von elf bis zwölf Jahren haben einen Film gedreht, der sich mit der Thematik „Sicherheit von Fahrrad fahrenden Kindern im Straßenverkehr" beschäftigt. Unter dem Titel „So oder so? Sicherheit ist cool!" sieht man zwei mögliche Verläufe: Antonia Schmidt lässt sich in der ersten Alternative von ihrer „falschen" Freundin und ihrer Oma beeinflussen, trägt beim Fahrradfahren keinen Helm, repariert das Licht an ihrem Fahrrad nicht und wird so bei einem Unfall verletzt. Wie schwer oder ob etwas Schlimmeres passiert bleibt offen. Bei der zweiten Alternative des Films trägt Antonia - diesmal beeinflusst vom guten Vorbild der Freundin und der Oma - einen Fahrradhelm, lässt ihr Licht reparieren und kommt damit unbeschadet an ihr Ziel. Der Film endet mit der Frage „Was ist dir lieber?" Ziel ist es, Kindern zu zeigen, dass sie sich nicht von schlechten Vorbildern beeinflussen lassen sollen, immer beim Fahrradfahren einen Helm tragen, auf ein verkehrssicheres Fahrrad setzen und natürlich generell im Straßenverkehr aufpassen sollen. Die Schüler zeigten den Film in Grundschulen und sprachen mit den Grundschülern über das Thema. Dazu boten sie ein Spiel an, bei dem an einem Fahrrad wichtige Teile abmontiert wurden. Die Grundschüler mussten diese wieder an die richtige Position am Fahrrad anbringen. Zusätzlich erhielten sie eine eigene Infobroschüre zum verkehrssicheren Fahrrad und eine Checkliste für zu Hause, damit sie ihr eigenes Rad überprüfen können.
Den zweiten Preis bekam die Jahnschule für ihr „Integratives Projekt: Begegnungen von Jung und Alt" an dem rund 400 Schüler zwischen fünf und elf Jahren beteiligt waren. Es ist ein Langzeitprojekt, das seit 1993 läuft. Es hat sich über viele Stationen wie Besuche der Schüler im Altenheim (gemeinsames Singen), Besuche der Senioren in den Klassen (Vorlesestunde), Weihnachts- und Nikolaussingen entwickelt. Seit 2002 findet während der Unterrichtszeit einmal im Monat ein Besuch der Schulkinder im Seniorenheim statt. Die Kinder führen ein 20- bis 30-minütiges Programm vor, überreichen ein kleines selbstgebasteltes oder -geschriebenes Geschenk und tauschen sich mit den Senioren aus. So können beide Generationen profitieren. Die Kinder lernen den respektvollen Umgang mit Senioren, können Vorurteile und Unsicherheiten überwinden und soziale Kompetenzen erlernen. Die Senioren gewinnen zusätzliche Außenkontakte und bekommen ein Stück Lebensfreude.
Der dritte Preis ging an die 7. Klasse der Josef-Hafels-Schule für ihr „Theaterstück: Im Geisterwald ", an dem 21 Schüler beteiligt waren. Die Idee dazu ergab sich aus einer Unterrichtssituation heraus. Eine Unterrichtsidee, Verben und Nomen in Verbindung mit einem gelesenen Text pantomimisch darzustellen wurde immer weiter mit Einfällen angereichert, so dass aus dem gelesenen Text schließlich ein Theaterstück entstand. Dieses wurde von den Schülern mit Hilfe des Musiklehrers noch musikalisch angereichert. Kostüme und Masken wurden selbst hergestellt. Zielgruppe war ursprünglich die Parallelklasse. Nachdem das Stück erfolgreich aufgeführt worden war, erweiterte die Klasse ihren Aktionsradius auch auf Klassen der Grundschule am Uerdinger Rundweg bis hin zu einer Aufführung im Seniorenheim Dreikönigenhaus. Die Entwicklung und Umsetzung dieses gemeinsamen Ziels führte zur Stärkung der Klassengemeinschaft. Dies hat besondere Bedeutung, da es eine Integrationsklasse mit Schülern mit verschiedenen Förderschwerpunkten (emotionale Entwicklung, körperlich-motorische Entwicklung, Lernen) handelt. Gemeinschaftsfördernde Projekte sind hier notwendig, aber nur schwer umzusetzen.
Den Sonderpreis der Bürgerstiftung erhielt ebenfalls die Gesamtschule Kaiserplatz, und zwar die Klasse 10F mit dem Projekt: „OK! - Operation Kaiserplatz". Sie sammeln regelmäßig Pfandflaschen in der Anwohnerschaft ihrer Schule. Es wurde ein Sammler-Logo und Infoschreiben für die Anwohner erstellt. Das Projekt ist in der Nachbarschaft gut angekommen. Anwohner bringen die Flaschen mittlerweile sogar teils selber zu einer vereinbarten Sammelstelle. Die Schüler sammeln zusätzlich in ihrer Mittagspause und führen Buch über die Einnahmen. Das eingelöste Pfand ist als Spende für den Verein Sonne, Mond und Sterne gedacht, zu dem von den Schülern ein persönlicher Kontakt hergestellt und eine Mitarbeiterin in die Schule eingeladen wurde. Der Verein erfüllt Menschen, die von einem schweren Schicksal getroffen einen Herzenswunsch.

